Rettung in den Bergen: Ein dramatisches Abenteuer im Hochschwabgebiet
Heute ist der 5. Oktober 2026 und die Steiermark sorgt wieder für Schlagzeilen. Im Hochschwabgebiet, genau genommen in St. Ilgen, ereignete sich am 4. Oktober ein dramatisches Abenteuer für zwei Wanderinnen und ihren vierbeinigen Begleiter. Um 17:52 Uhr ging der Notruf bei den Einsatzkräften ein – ein Zeichen, dass nicht alles nach Plan gelaufen ist. Die beiden Damen, 56 und 69 Jahre alt, hatten sich auf eine Wandertour zur Messnerin begeben, wohl wissend, dass sie über alte, unmarkierte Jagdsteige unterwegs waren. Ein gewagtes Unterfangen, das schließlich in einer alpinen Notlage endete.
Die Wanderung begann bereits um 9:30 Uhr, und wer die Region kennt, weiß, dass das Hochschwabgebiet nicht gerade zu den einfachsten Wanderzielen gehört. Als sie im Bereich des Rabensteins in unwegsames Gelände gerieten, war der Spaß schnell vorbei. Ein eigenständiges Weiterkommen oder ein sicherer Rückweg war nicht mehr möglich. In so einer Situation hat man schnell das Gefühl, dass die Zeit gegen einen arbeitet. Angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit wurde ein Polizeihubschrauber angefordert, um die Lage zu klären und die Frauen samt ihrem Hund zu bergen. Und das im letzten Tageslicht!
Rettung im letzten Moment
Die Besatzung des Polizeihubschraubers konnte die beiden Wanderinnen und ihren Hund schließlich lokalisieren. Glücklicherweise waren sie unverletzt! Ein echtes Glück, wenn man bedenkt, dass die Bergrettung Thörl mit zwölf Einsatzkräften bereits für eine terrestrische Bergung bereitstand. Diese Art der Rettung ist oft nicht einfach, besonders wenn das Wetter umschlägt oder die Sichtverhältnisse schlecht sind. Doch alles ging gut, und die Frauen durften mit ihrem Hund wieder nach Hause – ein aufregendes Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden.
Im Jahr 2024 verzeichnete die Bergrettung Steiermark über 2.000 Einsätze, und der Rekordsommer 2025 führte dazu, dass die Einsatzkräfte noch mehr gefordert wurden. Der Trend zu steigenden Einsatzzahlen ist unübersehbar. Um den Herausforderungen auch in Zukunft gewachsen zu sein, wurde die MED-Alarmierung in den Regelbetrieb eingeführt – ein wichtiger Schritt für die notfallmedizinische Erstversorgung in alpinen Einsätzen. So wurde die Bergrettung Steiermark das erste Bundesland in Österreich, das diese Maßnahme umsetzte.
Investitionen für die Zukunft
Am 15. Dezember 2025 fand eine Pressekonferenz mit Landeshauptmann Mario Kunasek und Landesrat Karlheinz Kornhäusl statt, bei der eine Sonderförderung von 500.000 Euro für zwei Jahre beschlossen wurde. Diese Mittel fließen in den Ausbau der Infrastruktur, die Modernisierung der Einsatzlogistik sowie die Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Das ist wichtig, denn die Bergrettung leistet im Jahr 2025 stolze 25.000 Einsatzstunden. Ein echter Kraftakt, der oft im Verborgenen bleibt.
Die alpinen Notfälle sind nicht zu unterschätzen, und häufig erreichen die Einsatzkräfte die Patienten nicht in den ersten Minuten nach einem Notruf. Der Einsatz der MED-Teams, die aus speziell ausgebildeten Bergrettern bestehen, ermöglicht jedoch auch unter schwierigen Bedingungen eine schnelle und effektive Hilfe. Das ist gerade in den steilen, oft unwegsamen Gebieten des Hochschwabgebiets von enormer Bedeutung.
Wenn Sie die Bergrettung unterstützen möchten, können Sie Fördermitglied werden. Für nur 32 Euro im Jahr tragen Sie dazu bei, dass die Einsatzkräfte auch weiterhin bestens ausgebildet und ausgestattet sind. Damit leisten Sie einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Sicherheit in den österreichischen Bergen.
