Sturm entreißt Ried in Unterzahl spät den Sieg
In der Grazer Merkur-Arena ist am Sonntag, 25. Oktober 2026, trotz später Dramatik kein Sieger vom Platz gegangen: SK Sturm Graz und die SV Oberbank Ried trennten sich vor 14.517 Zuschauern mit 2:2. Für Sturm war es das dritte Heimspiel in Folge ohne Niederlage – nach dem 6:1 gegen den GAK und dem Erfolg gegen Olympique Marseille.
Der Vizemeister liegt nach zehn Runden dennoch neun Punkte hinter Tabellenführer Rapid. Ried bleibt mit drei Punkten Rückstand auf Sturm Tabellenfünfter. Die Serie der Innviertler von drei Ligasiegen ist gerissen, unbesiegt sind sie aber seit fünf Pflichtspielen. Gegen Sturm wartet Ried außerdem weiterhin auf den ersten Meisterschaftssieg seit dem 30. Juli 2016.
Sturm beginnt stark, Seidl trifft
Fabio Ingolitsch schickte dieselbe Startelf aufs Feld, die beim 1:0 gegen Marseille in der Europa League begonnen hatte. Jürgen Heil fehlte weiterhin wegen muskulärer Probleme, Albert Vallci saß wegen Fersenschmerzen auf der Bank. Sturm legte spielerisch stark los, ließ aber zunächst einiges liegen.
Oumar Diakité scheiterte in der 4. Minute freistehend an Ried-Tormann Andreas Leitner. Vier Minuten später köpfte Peter Koller – in der Bundesliga-Quelle als Paul Koller geführt – eine Flanke von Simon Seidl knapp über das Tor. Leitner parierte danach gegen Arjan Malic, der nach einer Ablage von Jon Gorenc Stankovic zum Abschluss kam, sowie gegen Seidl in der 30. Minute.
Eine Minute später war der Rieder Schlussmann geschlagen. Nach einer Ecke beziehungsweise einer nur kurz abgewehrten Flanke traf Simon Seidl flach ins lange Eck – 1:0 für Sturm in der 31. Minute.
Rote Karte, Elfmeter und die Wende
Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Schiedsrichter Safak Barmaksiz zeigte Arjan Malic nach VAR-Überprüfung wegen einer Tätlichkeit, eines Schlages gegen Jaedin Rhodes, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Rote Karte. Die Zeitangabe wird mit 45.+2 angegeben.
Sturm musste damit ab der Nachspielzeit mit zehn Mann spielen. Kurz danach verursachte JP Hödl mit einem Handspiel im Strafraum einen Elfmeter. Philipp Pomer verwandelte sicher zum 1:1 (45.+5). Zur Pause war die Grazer Führung dahin, die numerische Überlegenheit lag nun klar bei Ried.
Nach dem Seitenwechsel nutzten die Gäste den zusätzlichen Mann rasch. Rossdorfer setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte in den Strafraum. Isaac Kiese Thelin setzte sich durch und köpfte in der 55. Minute zum 2:1 für Ried ein.
Ried kontrollierte das Spiel danach weitgehend. Nasrawe verfehlte das Tor mit einem Drehschuss in der 63. Minute knapp. In der 68. Minute musste Sturm-Tormann Kjell beziehungsweise Ammar Helac sein ganzes Können zeigen: Gegen Kiese Thelin lenkte er den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke und verhinderte das mögliche 1:3.
Beganovic sorgt spät für Jubel
Sturm wurde trotz Unterzahl erst in der Nachspielzeit wieder richtig gefährlich. Hödl setzte sich links im Strafraum durch und legte zur Mitte. Nach einer Fersenablage von Halwachs verwertete der eingewechselte, ehemalige Rieder Belmin Beganovic die Hereingabe aus kurzer Distanz unter die Latte. Der Ausgleich fiel in der 92. Minute, im Spielbericht ist die Szene als 90.+2 vermerkt.
Mehr ging nicht mehr. Das 100. Pflichtspielduell der beiden Mannschaften endete 2:2 (1:1). Die Tore erzielten Seidl (31.) und Beganovic (90.+2) für Sturm sowie Pomer (45.+5) und Kiese Thelin (55.) für Ried. Die weiteren Gelben Karten sahen Gorenc Stankovic und Wlodarczyk auf Grazer Seite sowie Capan und Rossdorfer bei den Gästen.
Für Ried geht es schon am Dienstag im Cup-Achtelfinale beim LASK weiter. Sturm gastiert am Donnerstag in Lustenau. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt also keinem der beiden Teams.
