Wachstum im Wandel: Junggärtner zeigen, wie die Zukunft blüht
Vom 16. bis 18. September 2026 war Bad Schallerbach der Schauplatz der 80. Bundesgartenbautagung, und das Motto „Die Zukunft pflanzen wir heute“ ließ bereits erahnen, dass es um mehr als nur um Blumen und Pflanzen gehen würde. Die besten Nachwuchsgärtner aus ganz Österreich waren angereist, um an der Staatsmeisterschaft der Junggärtner teilzunehmen. Diese hatte sich nicht einfach so ergeben – die Teilnehmer hatten sich zuvor bei Landeslehrlingswettbewerben qualifiziert. Die Veranstaltung fand im Atrium statt, einem Ort, der für seine Vielseitigkeit bekannt ist und sich als ideal für die verschiedenen Programmpunkte erwies.
Die Herausforderungen für die Junggärtner waren nicht zu unterschätzen. Über zwei Tage hinweg mussten sie ihr Können unter Beweis stellen, während Hannes Hofmüller, der Landesgärtnermeister, sich bei allen Beteiligten bedankte. Der Gala-Abend mit der Siegerehrung im Europasaal war ein weiterer Höhepunkt, moderiert von Karl Ploberger. Bürgermeister Markus Brandlmayr (ÖVP) begrüßte die Besucher und sorgte für ein warmes Willkommen. Ein echtes Gemeinschaftsgefühl schwebte durch die Luft.
Technik trifft Tradition
Die Tagung war jedoch nicht nur ein Wettkampf, sondern bot auch viel Raum für Diskussionen, insbesondere über den Übergang von Handarbeit zu modernen Technologien. Wie wichtig sind diese Veränderungen für die Zukunft des Gartenbaus? Die Einigkeit in der Branche war klar: Künstliche Intelligenz wird den menschlichen „grünen Daumen“ nicht ersetzen können. Das war ein Thema, das viele Teilnehmer bewegte. Auch die neuen EU-Vorgaben, die für Familienbetriebe gewisse Herausforderungen darstellen, wurden intensiv besprochen. Besondere Sorge herrscht um die neue europäische Verpackungsverordnung (PPWR), die unklare Richtlinien zur Einstufung von Pflanzentöpfen als Verpackung mit sich bringt. Hier müssen die Gärtnereien viele administrative Nachweis- und Kennzeichnungspflichten übernehmen.
Der verschärfte Wettbewerb durch die nationale Umsetzung der EmpCo-Richtlinie beginnt ab September 2026 und bringt einige rechtliche Fallstricke mit sich. Die Gefahr, dass bereits bedruckte Töpfe oder Werbeetiketten vernichtet werden müssen, macht den Familienbetrieben zu schaffen. Der Bundesverband fordert daher eine klare Abgrenzung im Gesetz und eine Anerkennung der umweltfreundlichen Leistungen des Gartenbaus. Diese Themen waren nicht nur trockene Theorie, sondern brennende Fragen, die die Zukunft des Berufsfeldes betreffen.
Die Staatsmeisterschaft im Fokus
Ein echtes Highlight der Tagung war die Staatsmeisterschaft der Junggärtner, bei der Teams aus Fachschulen und Lehrlingen gegeneinander antraten. Die Gartenbauschule Ritzlhof aus Oberösterreich konnte den Teambewerb für sich entscheiden, und die Freude war groß, als Anna Maria Huch, Larissa Hoffelner und Lisa Marie Hainbucher als Siegerinnen gefeiert wurden. Auf dem zweiten Platz landete das Team der Fachschule Langenlois aus Niederösterreich, gefolgt von einem starken Team aus der Steiermark. Im Einzelbewerb triumphierte Anna Maria Huch erneut und sicherte sich den Titel – ein wahrhaft beeindruckender Auftritt!
So wird die nächste Bundesgartenbautagung bereits für den 8. bis 10. September 2027 in Hall in Tirol angekündigt. Die Vorfreude ist groß, denn die Branche entwickelt sich rasant weiter und bleibt spannend. Und während die Gärtner in Bad Schallerbach ihr Bestes gaben, fand gleichzeitig die GaLaBau in Nürnberg statt, wo ebenfalls viele interessante Gespräche und neue Kontakte geknüpft wurden. Junggärtner-Tattoos waren nur eines der Highlights, die den „Junggärtner-Spirit“ zum Leben erweckten.
Zusammengefasst: Bad Schallerbach setzte einen starken Akzent für die Zukunft des Gartenbaus in Österreich. Hier, wo Tradition auf moderne Herausforderungen trifft, wird klar, dass die Branche bereit ist, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.
