Holzpreise in der Krise: Gefahr für Arbeitsplätze und Industrie in Österreich
Heute ist der 25.09.2026, und in Hallein brodelt es gewaltig in der Holzindustrie. Der Geschäftsführer von AustroCel, Wolfram Kalt, hat sich zu Wort gemeldet und übt massive Kritik an den Holzpreisen. „Die Entwicklung ist industriegefährdend“, warnt er eindringlich. Die Preise für Heizpellets sind in nur einem Jahr um ein Drittel gestiegen, und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Kalt sieht Industriearbeitsplätze in Gefahr, weil der Rohstoff Holz knapp wird – und das schlägt sich natürlich auf die Preise nieder. Unternehmen wie AustroCel sind auf Sägeholzspäne angewiesen, und wenn die Preise weiter steigen, wird das für viele Betriebe zur echten Herausforderung.
Die Situation ist nicht nur in Österreich angespannt. Auch die Holzindustrie in Deutschland sieht sich einer schweren Krise gegenüber. Die Herstellung von Bauholz könnte in diesem Jahr um 9 bis 10 Prozent sinken. Das klingt nicht gut, oder? Ein Abbau industrieller Produktionskapazitäten steht bevor, was die regionale Wertschöpfung und die Arbeitsplätze gefährdet. Gründe dafür sind unter anderem die anhaltend schwache Baukonjunktur, hohe Rohstoffkosten und weltpolitische Handelseinschränkungen. Die wirtschaftliche Lage hat sich seit Jahresbeginn verschärft, und die erhoffte Frühjahrsbelebung blieb aus. Die Bauwirtschaft bleibt im Krisenmodus – ein besorgniserregender Trend.
Preisentwicklung und Angebot
Die Preise für Holz, speziell für Fichten- und Kiefernholz, bleiben trotz dieser Herausforderungen hoch. Im August 2026 lagen die Preise für Fichten-Fixlängen (Stärkeklasse 2 b+) zwischen 118 und 125 Euro je Festmeter. Käferholz wird allerdings mit einem Abschlag von 20 Euro je Festmeter gehandelt. Waldbesitzerverbände berichten von einem Rückgang des Holzeinschlags, was auch mit saisonalen Faktoren und einer Hitzewelle zusammenhängt. Das Angebot an Rundholz ist knapp, und das sorgt dafür, dass größere Preisrückgänge momentan nicht zu erwarten sind.
In einigen Regionen Deutschlands gibt es eine stabile Nachfrage nach Sägerundholz, doch in Ostdeutschland, Nordbayern und Hessen ist eine gewisse Kauf-Zurückhaltung spürbar. Die Situation wird durch steigende Rohstoff- und Energiepreise zusätzlich belastet, was die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen schwächt. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) fordert daher einen Krisengipfel, um eine Zukunftsstrategie zu entwickeln. Die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Käferholz bleibt ebenfalls ein ständiges Thema. Ein Teufelskreis, der für alle Beteiligten schwerwiegende Konsequenzen haben könnte.
Die Herausforderung für die Zukunft
Die Holzindustrie steht also vor großen Herausforderungen. Die Drosselung der Produktion in den Sägewerken führt zu einer verstärkten Nachfrage nach Nadelindustrierundholz, während die Bauwirtschaftskrise die Absatzmärkte für Schnittholz und Nadelsägerundholz belastet. Es zeigt sich, dass die politischen Konflikte den weltweiten Handel bremsen und die Situation weiter verkomplizieren. Die Sorge um die Verfügbarkeit von Holz und die damit verbundenen Preissteigerungen wird die Branche noch eine Weile beschäftigen.
Wie sich all diese Faktoren langfristig auswirken werden, bleibt spannend. Ein Ende der Preissteigerungen ist vorerst nicht in Sicht, und die Akteure der Branche müssen sich wohl oder übel auf eine ungewisse Zukunft einstellen. In Hallein und darüber hinaus wird man die Entwicklungen genau im Auge behalten müssen – denn hier geht es um viel mehr als nur um Holz. Es geht um Arbeitsplätze, um die Industrie und letztlich um die wirtschaftliche Stabilität der Region.
