In den letzten Monaten hat die VCÖ-Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ auf dringenden Handlungsbedarf bei den Haltestellen im Bezirk Urfahr-Umgebung hingewiesen. Besonders gravierend sind die Missstände an der Haltestelle Lacken/B127 in Feldkirchen. Hier fehlt es nicht nur an Beleuchtung, sondern auch der Gehweg ist alles andere als sicher. Bürgermeister David Allerstorfer hat bereits intensive Planungen mit dem Land Oberösterreich angestoßen, um die Kreuzung umzubauen. Das Ganze soll in den nächsten zwei bis drei Jahren umgesetzt werden, allerdings stehen noch einige Hürden im Weg. Die Bundesstraße muss verlegt werden und sowohl die Bahn als auch der Pendlerparkplatz müssen dabei berücksichtigt werden.

Ein weiteres Anliegen sind die Haltestellen in Oberlandshaag. Hier mangelt es an Sitzplätzen und Witterungsschutz, und die Fahrgäste wünschen sich eine häufigere Bedienung in den frühen Morgenstunden. Bürgermeister Allerstorfer hat jedoch klargestellt, dass die Taktung nicht beeinflusst werden kann, aber alle Rückmeldungen sorgfältig geprüft werden. In Vorderweißenbach gibt es ebenfalls Kritik an fehlenden Gehwegen und unsicheren Querungen – die Sicherheit der Fußgänger scheint hier in der Luft zu hängen.

Probleme in Hinterweißenbach und Puchenau

In Hinterweißenbach, insbesondere an der Abzweigung Schönegg, wird bemängelt, dass keine Radabstellmöglichkeiten vorhanden sind. Die Haltestelle scheint vor allem für Pendler mit Autos ausgelegt zu sein, was die Situation für Radfahrer und Fußgänger nicht gerade verbessert. Auch in Ort/B38 wird die Barrierefreiheit, die Beleuchtung und die sicheren Querungsmöglichkeiten kritisiert. Bürgermeister Bernhard Thumfart widerspricht zwar, doch die Stimmen der Anwohner scheinen nicht gehört zu werden.

Ein weiteres Thema sind die Haltestellen in Pröselsdorf und der Ortsmitte, wo es an Sitzplätzen und Witterungsschutz fehlt. Hier musste die Haltestelle verlegt werden, was bei Bürgermeister Erwin Reichetseder auf Unverständnis stößt. Die Busse halten jetzt nicht mehr an der gewohnten Stelle, was für viele Fahrgäste eine zusätzliche Hürde darstellt. Momentan ist der Umbau mit Kosten von über 150.000 Euro schwer umsetzbar.

In Engerwitzdorf ist die Haltestelle Innertreffling/B125 ein echtes Sorgenkind. Ein unsicherer Straßenübergang sorgt für zusätzliche Risiken. Ein Antrag auf einen Zebrastreifen wurde für 2025 abgelehnt. Um die Sicherheit der Schüler zu erhöhen, wurde ein Schulwegsicherungsprojekt ins Leben gerufen, bei dem Schülerlotsen eingesetzt werden sollen. Außerdem wird versucht, Warnschilder und Poller zu bekommen. Die Haltestelle Eulenweg hat ebenfalls mit Problemen zu kämpfen: Es gibt keine Sitzgelegenheiten oder Witterungsschutz, und sie ist nur in eine Richtung vorhanden. Bürgermeister Christoph Meisinger hat eine Einladung zu Gesprächen ausgesprochen, um Lösungen zu finden. Ein neues Feuerwehrhaus könnte zudem zur Sicherheit in der Region beitragen, der Spatenstich dafür ist für das nächste Jahr geplant.

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Die Bedeutung des Fußverkehrs

Die Herausforderungen, denen sich die Gemeinden gegenübersehen, sind Teil eines größeren Themas. Der Fußverkehr ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags, denn jeder Weg beginnt und endet zu Fuß. Es ist entscheidend, die Bedingungen für Fußgänger zu verbessern und die Bedeutung des Fußverkehrs in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Leider wird dieses Thema oft stiefmütterlich behandelt – das muss sich ändern.

In vielen Gemeinden wird der Fußverkehr nicht gleichberechtigt behandelt, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Die Verbesserung der Infrastruktur für Fußgänger ist eine gemeinsame Aufgabe, die alle Akteure und die Bevölkerung einbeziehen sollte. Die bestehende Gesetzgebung, wie die DIN 18040-3, bietet bereits wichtige technische Regelwerke für die barrierefreie Planung und Ausführung von Verkehrs- und Außenanlagen. Diese Standards sind entscheidend für die Sicherheit und Mobilität aller Bürger, insbesondere von Menschen mit Behinderungen.

Die bestehenden Herausforderungen in den Gemeinden im Bezirk Urfahr-Umgebung sind somit nicht nur lokale Probleme, sondern spiegeln auch eine gesellschaftliche Verantwortung wider. Es bleibt zu hoffen, dass die Pläne zur Verbesserung der Haltestellen und der Fußwege bald umgesetzt werden, um die Sicherheit und den Komfort aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Schließlich sollten wir alle die Möglichkeit haben, sicher und bequem unterwegs zu sein.

Weitere Informationen finden Sie in dem ausführlichen Bericht der MeinBezirk.