In Hollabrunn, Wullersdorf und am Landesklinikum standen zuletzt drei Themen im Mittelpunkt, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: Blutspenden, die Begleitung am Lebensende und die Zukunft der Inneren Medizin. Gemeinsam ist ihnen der direkte Kontakt mit Menschen – manchmal im schnellen Einsatz, manchmal im stillen Zuhören.

Bei der Blutspendeaktion am 7. Oktober 2026 im Stadtsaal Hollabrunn spendeten 227 Personen. 197 Blutkonserven konnten gesammelt und an die Blutspendezentrale übergeben werden. Betreut wurden die Spender vom Team der Rotkreuz-Bezirksstelle Hollabrunn unter der neuen Leitung von Christian Andre.

Nächster Termin im Dezember

Die nächste Möglichkeit zur Blutspende gibt es am 10. Dezember 2026 in der Rotkreuz-Bezirksstelle Hollabrunn. Auch die Aktionen im März und Oktober 2027 werden dort stattfinden – der Stadtsaal ist dafür künftig nicht mehr vorgesehen. Informationen gibt es über die kostenlose Hotline 0800 190 190.

In Wullersdorf ging es bei einem „Letzte Hilfe“-Kurs der Gesunden Gemeinde um eine andere Form der Unterstützung. Mehr als 70 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Besprochen wurden Sterben, Tod, Abschied und Trauer sowie die Frage, wie Menschen am Lebensende begleitet werden können.

Oft brauche es dabei gar keine großen Worte, sondern Anwesenheit, Zuhören und menschliche Nähe. Fragen, persönliche Beiträge und ein offener Austausch prägten den Abend. Dr. Prein vermittelte die Inhalte einfühlsam und würzte sie mit humorvollen Elementen – ein Zugang, der die Schwere des Themas nicht wegwischte, aber offenbar gut aushaltbar machte.

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Wunsch nach weiteren Angeboten

Die Gesunde Gemeinde Wullersdorf sieht angesichts der hohen Teilnahme Bedarf an weiteren Veranstaltungen zum Thema Lebensende. Darüber hinaus sind zusätzliche Angebote zu Gesundheit, Lebensqualität und Zusammenleben geplant.

Am Landesklinikum Hollabrunn gibt es ebenfalls eine personelle Veränderung: Olena Luzyanina wurde zur Abteilungsvorständin der Inneren Medizin am Klinikstandort Hollabrunn des Landesklinikums Korneuburg-Stockerau-Hollabrunn bestellt. Die Abteilung hatte sie bereits interimistisch geleitet, nach einem Bewerbungsverfahren erfolgte nun die Bestellung zur Primaria.

Ihre medizinische Laufbahn begann Luzyanina als Kinderärztin in Lemberg in der Ukraine. 2010 kam sie nach Österreich und an den Klinikstandort Hollabrunn, wo sie ihre Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin absolvierte. Neben ihrer Tätigkeit im Klinikum ist sie regelmäßig als Notärztin im Einsatz – der Klinikalltag endet für sie also nicht unbedingt mit dem Dienstschluss.

Innere Medizin und Palliativversorgung

Die Abteilung deckt im Rahmen der Grundversorgung das gesamte Spektrum innerer Erkrankungen ab. Dazu gehört auch eine Palliativstation mit sechs Betten. Dort werden schwerstkranke Menschen interdisziplinär und multiprofessionell betreut.

Luzyanina möchte gemeinsam mit ihrem Team die Innere Medizin weiterentwickeln, die regionale Versorgung sichern und junge Ärztinnen und Ärzte fördern. Geplant ist außerdem eine Erweiterung des Angebots um Akutgeriatrie und Remobilisation. Unterstützt werden sollen damit Menschen ab 65 Jahren, deren Allgemeinzustand oder Mobilität nach einer Krankheit, Verletzung oder Operation vorübergehend eingeschränkt ist.

Ärztlicher Direktor Rainer Ernstberger hob Luzyaninas medizinisches Wissen und ihre Fähigkeiten in der Mitarbeiteranleitung hervor. Zugleich dankte er Oberarzt Richard Fiedler, der die Abteilung zuvor geleitet hatte.

Daten zur Hospiz- und Palliativversorgung

Wie sich Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich entwickeln, wurde von HOSPIZ ÖSTERREICH lange Zeit bundesweit erhoben. Von 2005 bis einschließlich 2022 führte die Organisation jährlich eine Datenerhebung bei allen Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Erwachsene durch. Seit 2014 wurden auch Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erfasst.

Ziel der Erhebung war die Qualitätsentwicklung von Hospiz und Palliative Care. Grundlage bildete das Konzept der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene in Österreich. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stützte sich die Erhebung auf ein von GÖG/ÖBIG und einer Expertengruppe entwickeltes Konzept, das 2013 vom BMGF veröffentlicht wurde.

Seit dem Datenbericht 2016 wurden zusätzlich Angaben zur Weiterbildung in Hospiz und Palliative Care erfasst. Mit dem 2022 in Kraft getretenen Hospiz- und Palliativfondsgesetz änderte sich die Zuständigkeit: Die österreichweite Datenerfassung erfolgt seit 2023 durch die Gesundheit Österreich GmbH. Die Erhebung von HOSPIZ ÖSTERREICH endete daher mit dem Jahr 2022; Daten ab 2023 sind über die Gesundheit Österreich GmbH verfügbar.