Zukunftsmusik aus Stein und Holz: Das Mallersbach Acht als Vorbild für nachhaltiges Wohnen im Retzer Land
Am 23. September 2026 öffnete die Klimamodellregion Retzer Land ihre Türen für den „Tag des offenen Hauses“. Ein ganz besonderes Augenmerk lag auf dem faszinierenden Projekt „Mallersbach Acht“. Hier wird nicht nur alt und neu kombiniert, sondern auch der Klimaschutz großgeschrieben. Das Wohnhaus von Hartmut Liebster und Manuu Buchbauer ist ein Paradebeispiel für modernes, zukunftsfittes Wohnen.
Das Konzept ist einfach, aber genial: anstelle einer klassischen Sanierung wird die bestehende Bausubstanz erhalten, und Teile der alten Bruchsteinmauern sind nach wie vor sichtbar. Im Inneren erwartet die Besucher ein kompaktes, energieeffizientes Holzhaus, das durch die Verwendung nachhaltiger Materialien wie Holz, Lehm und Zellulose besticht. Der hohe Anteil an Eigenleistung und die Wiederverwendung von Bauteilen zeigen, wie man mit Kreativität und Engagement viel erreichen kann.
Begrünung für ein besseres Klima
Ein weiteres wichtiges Thema war die Gebäudebegrünung. Die Vorteile von begrünten Dächern und Fassaden wurden den Besuchern anschaulich erklärt. Diese Begrünungen schützen nicht nur vor Hitze, sondern halten auch Regenwasser zurück und fördern die Biodiversität. Individualisierte Beratung zu Begrünungsprojekten sorgte für reges Interesse und viele Fragen vonseiten der Anwesenden. Gregor Danzinger, der Manager der Klimamodellregion, betonte, wie wichtig die Anpassung an den Klimawandel für die Wohnqualität ist. Schließlich geht es darum, sich auf Hitze, Trockenheit und Starkregen durch nachhaltiges Bauen vorzubereiten.
In einem größeren Kontext betrachtet, ist nachhaltiges Handeln eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Berücksichtigung der Belastungsgrenzen der Erde und die Schaffung von Verteilungs- sowie Generationengerechtigkeit sind Punkte, die im Bauwesen besonders wichtig sind. Die Ressourcennutzung und die Emissionen im Bauwesen machen es zu einem wesentlichen Ansatzpunkt für den Klimaschutz. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Initiativen wie das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) spielen dabei eine zentrale Rolle. Dieses Siegel fördert nachhaltige Entwicklung im Bau- und Gebäudebereich durch ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualitätsanforderungen.
Der Blick über die Grenzen
Die Herausforderungen, die die Klimakrise mit sich bringt, sind nicht nur lokal, sondern auch global. In Deutschland, zum Beispiel, setzen viele Städte auf erneuerbare Energien und nachhaltige Konzepte, um den Klimawandel aktiv zu bekämpfen. Der Ausbau von Photovoltaik, Geothermie und die Nutzung von Abwärme zeigen, dass innovative Ansätze und Technologien zur Verfügung stehen. Projekte wie „PV-GreenHHouse“ in Hamburg oder der klimaneutrale Stadtteil in Kaiserslautern sind nur einige Beispiele, wie man kreativ mit den Herausforderungen umgehen kann.
Der „Tag des offenen Hauses“ in Hollabrunn hat eindrucksvoll gezeigt, dass es möglich ist, Altbau mit modernster Energieeffizienz zu verbinden. Die Besucher konnten nicht nur die beeindruckenden Umsetzungen bestaunen, sondern auch selbst aktiv werden und sich über nachhaltige Konzepte informieren. Ein Schritt in die richtige Richtung für unsere Umwelt und eine Einladung an alle, sich für eine bessere Zukunft starkzumachen.
