Martinslichter ziehen durch Horn und Eggenburg: Teilen schenkt Freude
Wenn am 11. November die Dämmerung hereinbricht, werden in Horn wieder Laternen leuchten. Das Martinsfest beginnt am Mittwoch, 11. November 2026, um 17 Uhr im Garten der Piaristen, 3580 Horn. Familien sind besonders eingeladen – Kinder, Eltern und alle, die gern ein bissl gemeinsam unterwegs sind.
Los geht es mit einer Andacht und der Martinslegende im Garten der Piaristen. Danach führt ein Laternenumzug zur Pfarrkirche St. Georg. Heiße Getränke werden vor Ort angeboten, was bei einem Novemberabend ziemlich gelegen kommen dürfte. Das Kiliteam lädt zur Teilnahme ein.
Teilen schenkt Freude
Das Motto des Abends lautet „Teilen schenkt Freude“. Besucher können Lebensmittel für den „HoSo Markt“ spenden. Wer also beim Hinausgehen noch etwas Passendes einpackt, kann damit anderen eine konkrete Unterstützung zukommen lassen.
Auch in Eggenburg ist ein Laternenumzug zu Ehren des heiligen Martin geplant. Eingeladen sind Kinder und Erwachsene mit Laternen. Lieder, Gedichte und Geschichten gehören dort zum Programm; anschließend wird Martins-Tee im Pfarrhofgarten angeboten.
Der Treffpunkt in Eggenburg ist um 16:15 Uhr bei der Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz Eggenburg, der Umzug beginnt um 16:30 Uhr. Als Veranstalter werden das Team des GiZ Region Manhartsberg und die Pfarre Eggenburg genannt. Veranstaltungsort ist Hauptplatz 19, 3730 Eggenburg, Österreich.
Eine Geschichte mit Mantel und Laternen
Der Sankt-Martins-Tag wird jedes Jahr am 11. November begangen. In vielen Orten ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Häufig wird die Mantelteilung als kleines Theaterstück dargestellt: Martin begegnet in einer kalten Nacht einem Bettler, zerschneidet seinen Mantel mit dem Schwert und schenkt dem frierenden Mann eine Hälfte.
Der Überlieferung nach erschien ihm der Bettler in der folgenden Nacht im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Martin ließ sich danach taufen, verließ den Militärdienst und ging nach Poitiers in Frankreich, wo er Schüler des Bischofs Hilarius wurde.
Martin wurde 316 als Sohn eines römischen Offiziers in Pannonien, dem heutigen Ungarn, geboren und wuchs in Pavia in Italien auf. Mit 15 Jahren trat er in die römische Armee ein und wurde später Offizier. Wegen seiner Hilfsbereitschaft war er bei der Bevölkerung beliebt. Die Menschen wollten ihn zum Bischof von Tours machen.
Einer Legende zufolge versteckte sich Martin aus Bescheidenheit in einem Gänsestall. Das laute Schnattern der Gänse verriet ihn. Der Überlieferung nach ließ er die Tiere anschließend braten – daraus könnte der Brauch der Martinsgans am 11. November entstanden sein.
Als Bischof blieb Martin fast 30 Jahre im Amt. Der Legende zufolge vollbrachte er in dieser Zeit zahlreiche Wunder und Heilungen. Er starb im Alter von fast 80 Jahren, und viele Menschen kamen zu seiner Beerdigung. Später wurde Martin vom Papst heiliggesprochen.
Warum die Lichter durch die Straßen ziehen
Martin gilt als Schutzpatron zahlreicher Berufsgruppen, darunter Winzer, Fassmacher, Huf- und Waffenschmiede, Weber, Schneider, Bürstenbinder, Gerber, Hirten, Hutmacher und Müller. Außerdem ist er Schutzpatron der Bettler, Soldaten und Haustiere.
Für die Laternenumzüge gibt es mehrere mögliche Erklärungen. Eine Wurzel könnten Lichterprozessionen sein, die bereits an Martins Grab abgehalten wurden. Eine andere liegt im November selbst: Die Tage werden kurz, die Heizsaison beginnt, Licht und Feuer bekommen wieder Gewicht.
Anfang November endete für Bauern häufig die Feldarbeit. Früher entzündeten sie zur Erntefeier Feuer auf abgeernteten Feldern. Kinder machten daraus Fackeln aus Stroh und Papier oder sogenannte „Trulllichter“ ausgehöhlten Rüben und Kürbissen. Mit diesen Lichtern zogen sie durch die Orte und erbettelten Obst und Gebäck. Daraus könnten sich die heutigen Laternenumzüge entwickelt haben.
Bei vielen Umzügen wird die Mantelteilung mit einem Reiter und einem Pferd nachgespielt. In Horn führt der Weg heuer vom Garten der Piaristen zur Pfarrkirche St. Georg – Laternen in der Hand, vielleicht ein Lied auf den Lippen und danach etwas Warmes zum Trinken.
