In Sigmundsherberg gibt es traurige Nachrichten für alle, die gerne mal einen kurzen Weg zum Einkaufen haben. Der „Nah & Frisch“-Markt wird am 30. September 2026 seine Türen schließen. Die Betreiberin Bianca Rübig, die erst am 24. April 2026 das Geschäft übernommen hat, hat diese Entscheidung getroffen. Bürgermeister Franz Göd zeigt sich betroffen und betont, wie wichtig der Nahversorger für die Gemeinde ist. Er und die Marktgemeinde möchten klarstellen, dass die Schließung nichts mit den Entscheidungen der Gemeinde zu tun hat. Schließlich hatte die Gemeinde selbst im Jahr 2023 als Betreiber fungiert, bevor Rübig die Leitung übernahm.

Die Schließung des Marktes ist für viele Bürger ein herber Verlust. Bürgermeister Göd hebt hervor, dass Gespräche mit der „Kastner Gruppe“ bereits im Gange sind, um eine Nachfolgelösung zu finden. Geplant ist ein Hybridmarkt, der sowohl persönliche Betreuung als auch längere Selbstbedienungszeiten bieten soll. Das klingt nach einer spannenden Veränderung, aber Gemeinderat Thomas Wanitschek von der FPÖ kritisiert die Verzögerung und drängt auf eine schnelle Lösung. Er äußert Bedenken, dass die geplante Gastronomie im Gemeindezentrum, die gutbürgerliche Küche und Angebote für Feiern umfassen soll, dem Nahversorger Einnahmen entziehen könnte. Bürgermeister Göd weicht dieser Kritik aus und erklärt, dass die „NAFES-Förderung“ erst kürzlich zugesichert wurde und die Sitzung zur „LEADER-Förderung“ stattfand, nachdem die Zusagen vorlagen.

Enttäuschung und Informationsbedarf

Die SPÖ Sigmundsherberg ist ebenfalls enttäuscht über die Art und Weise, wie die Information zur Schließung kommuniziert wurde. Sie fordern, dass die Bürger rechtzeitig informiert werden, damit sie sich auf die Veränderungen einstellen können. Das ist verständlich, denn in ländlichen Gemeinden ist die Nahversorgung nicht nur ein Thema des täglichen Bedarfs, sondern auch ein Stück Lebensqualität. Die Menschen möchten wissen, was auf sie zukommt und wie ihre Einkaufsmöglichkeiten in Zukunft aussehen werden.

Die Bedeutung funktionierender Nahversorgungsstrukturen kann nicht genug betont werden. Sie sind nicht nur für die Daseinsvorsorge wichtig, sondern erhöhen auch die Lebensqualität in Städten und Gemeinden. In ländlichen Regionen wird die regionale Nahversorgung immer wichtiger. Das Konzept der Nahversorgungsregionen zielt darauf ab, die Akteure vor Ort zu vernetzen und regionale Angebote zu stärken. Es fördert die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs durch regionale Produktion und Verarbeitung, was letztlich auch der regionalen Wirtschaft zugutekommt.

Ein Blick in die Zukunft

Das alles geschieht vor dem Hintergrund eines Online-Seminars der Agrarsoziale Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Regionalbewegung e.V., das am 02. Dezember 2025 stattfinden wird. Dort wird über die Chancen und Hemmnisse in der Nahversorgung diskutiert. Ganz klar: Die Zukunft der Nahversorgung wird aktiv gestaltet – und das ist auch für Sigmundsherberg von enormer Bedeutung. Wenn die Gemeinde es schafft, die Herausforderungen zu meistern, könnte ein neuer, innovativer Markt entstehen, der die Bedürfnisse der Bürger erfüllt und gleichzeitig die lokale Wirtschaft stärkt.

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Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Wie wird die Gemeinde Sigmundsherberg auf die Schließung reagieren? Und welche Lösungen werden gefunden, um die Bürger weiterhin gut mit Lebensmitteln zu versorgen? Fragen über Fragen – und wir sind gespannt auf die Antworten.