In Horn sorgt Lukas Brandweiner, Nationalratsabgeordneter, für Aufsehen – und das nicht nur in politischen Kreisen. Der junge Politiker hat seinen Anzug gegen eine Schürze eingetauscht und arbeitet als „Lehrling Luki“ in der Mantler Mühle. Dort, zwischen Mehlstaub und dem Duft frischer Backwaren, lernt er die praktischen Seiten der Lebensmittelproduktion kennen. Der Austausch von politischen Debatten gegen die Herstellung von Teig ist nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern auch eine spannende Erfahrung.

Die Initiative, die Brandweiner ins Leben gerufen hat, zielt darauf ab, Lehrberufe ins Rampenlicht zu rücken und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Es ist wichtig, dass wir die Bedeutung von gutem Handwerk und gut ausgebildeten Fachkräften für unsere Wirtschaft erkennen“, sagt er. Tatsächlich hat Brandweiner bereits im vergangenen Sommer in verschiedenen Betrieben als Lehrling gearbeitet – von der Bäckerei bis zur Produktion. In der Mantler Mühle, unter der Anleitung von Bäckermeister Thomas Erhart, hat er hautnah erlebt, wie Gebäck entsteht.

Lehre im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe

Die Lehre im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe bietet viele spannende Möglichkeiten. Hier gibt es eine Vielzahl von Berufen, die darauf warten, entdeckt zu werden. Die Ausbildung in diesen Berufen dauert zwischen 3 und 3,5 Jahren und endet mit einer Lehrabschlussprüfung. Brandweiner hat sich also in eine Branche begeben, die nicht nur praxisnah ist, sondern auch zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. So können angehende Lebensmitteltechniker oder Milchtechnologen in verschiedenen Bereichen tätig werden – vom Rohstoffmanagement bis hin zur Qualitätskontrolle.

Bei der Mantler Mühle wird der Wert der traditionellen Handwerkskunst großgeschrieben. Geschäftsführerin Marie-Christine Mantler hat Brandweiner herzlich empfangen und ihm sogar humorvoll eine Anstellung angeboten. „Wir brauchen engagierte junge Leute, die unser Handwerk weiterführen“, sagt sie. Dabei wird die Mühle oft als Beispiel für die gelungene Verbindung von Tradition, modernem Know-how und regionaler Wertschöpfung genannt.

Die Lebensmittelindustrie im Wandel

Die Lebensmittelindustrie ist ein wichtiger Teil der österreichischen Wirtschaft. Rund 240 Betriebe sind in diesem Sektor tätig, was einen Umsatz von etwa 6,4 Milliarden Euro ausmacht. Kleinere Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten gehören zum Ernährungshandwerk, während größere Betriebe bereits zur Ernährungsindustrie zählen. Diese Branche unterliegt strengen Lebensmittelgesetzen und Kontrollen, um die Qualität und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten.

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Die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ist essenziell. Die Lebensmitteltechnologie hat sich aus dem traditionellen Ernährungshandwerk entwickelt und bietet vielfältige Berufsperspektiven. Ob es um die Verarbeitung von Milch zu Käse oder die Herstellung von Backwaren geht – die Anforderungen an Fachkräfte sind hoch. Sie müssen nicht nur die richtigen Rohstoffe auswählen, sondern auch die Qualität der Endprodukte ständig im Blick behalten.

Insgesamt zeigt Brandweiners Initiative, wie wichtig es ist, die Menschen hinter den Lebensmitteln zu kennen. Die Gespräche mit den Mitarbeitern der Mantler Mühle geben ihm einen Einblick in die Herausforderungen und Freuden des Handwerks. Es ist eine Welt, die oft im Schatten der politischen Debatten steht, aber genauso wichtig für die Gesellschaft ist. Wer weiß, vielleicht wird Brandweiner nach seiner Zeit als Lehrling ein noch lautstarkerer Vertreter der Lebensmittelbranche – denn er hat auf jeden Fall einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.