Feuer zerstört zwei Jagdhütten und greift auf Wald in Innsbruck-Land über
In Innsbruck-Land hat ein Feuer zwei Jagdhütten zerstört und auf den angrenzenden Wald übergegriffen. Ersten Informationen zufolge brach der Brand gegen 11:30 Uhr in einer Jagdhütte aus. Die Flammen breiteten sich rasch auf eine benachbarte Jagdhütte und das umliegende Waldgebiet aus.
Beide Hütten wurden vollständig zerstört. Der beginnende Waldbrand konnte unter Kontrolle gebracht werden, ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Die Polizeiinspektion Seefeld schätzt den entstandenen Schaden auf einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag.
88 Einsatzkräfte am Boden und in der Luft
Im Großeinsatz standen 88 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Leutasch, Telfs, Hatting, Rum, Grinzens und Zirl, der Berufsfeuerwehr Innsbruck sowie der Landesfeuerwehrschule Tirol. Zusätzlich unterstützten zwei Hubschrauber des Innenministeriums, der Rettungsdienst, die Bergrettung und mehrere Polizeistreifen.
Bekämpft wurde der Brand vom Boden und aus der Luft. Während die Einsatzkräfte gegen die Flammen vorgingen, blieb die Lage wegen des angrenzenden Waldes angespannt.
Auch Hackschnitzelbrand forderte Einsatzkräfte
In Leutasch war bereits am Donnerstag, 18. September 2025, ein aufwendiger Feuerwehreinsatz notwendig gewesen. Kurz vor 08:30 Uhr wurden die Feuerwehren zu einem Brand eines Hackschnitzelhaufens nahe dem Gewerbegebiet Leutasch im Ortsteil Niederlög alarmiert. Auf einem Schotterplatz waren dort auf rund 2.600 m² Hackschnitzel zwischengelagert.
Die Brandmeldung bestätigte sich vor Ort. Erste Löschmaßnahmen erfolgten mit einer handgeführten Löschleitung unter Atemschutz. Die vermutete Ausbruchsstelle lag an der schwer zugänglichen Rückseite des Haufens und war nur über ein angrenzendes Waldstück erreichbar. Weil eine ÖBB-Hochspannungsleitung direkt über der Brandstelle verlief, wurde deren Abschaltung veranlasst.
Atemschutztrupps fanden mehrere Glutnester und löschten sie ab. Um tiefer liegende Brandstellen zu erreichen, wurde das Material mit einem Radlader abgetragen. Das entfernte Hackgut breitete die Feuerwehr auf einer freien Fläche aus und löschte es gemeinsam mit der Feuerwehr Scharnitz ab.
Nachdem mehrere Kubikmeter Material entfernt waren, entspannte sich die Lage zunächst. Die Einsatzleitung und der Firmeninhaber beschlossen, die Löscharbeiten kurzzeitig zu unterbrechen und die Situation später neu zu bewerten. Doch bei stichprobenartigen Öffnungen und Temperaturmessungen zeigten sich zunehmend größere Glutnester. Also ging es umgehend weiter – diesmal unterstützt durch die Zugabe von Netzmittel.
Drei Radlader trugen den Haufen Schicht für Schicht ab. Je tiefer die Kräfte kamen und je näher sie an die Mitte gelangten, desto stärker wurde die Brandintensität. In den folgenden Stunden waren mehrere tausend Liter Wasser nötig. Die Versorgung erfolgte über einen leistungsstarken Hydranten im nahe gelegenen Gewerbegebiet.
Erst in den Abendstunden zeigten die umfangreichen Löscharbeiten Wirkung. Nach einer weiteren Beobachtungszeit wurde keine Gefahr mehr festgestellt, der betroffene Bereich nochmals gezielt bewässert und mit den Aufräumarbeiten begonnen. Rund zwölf Stunden nach der Alarmierung meldete die Einsatzleitung „Brand aus“ an die Leitstelle Tirol. Eine Löschleitung blieb während der Nacht vorsorglich einsatzbereit. Die Kontrolle am nächsten Morgen ergab keine Auffälligkeiten.
Einsatzleiter war KDTSTV OBI Maximilian Neuner von der Feuerwehr Leutasch. Im Einsatz standen die Feuerwehr Leutasch mit RLF, LF, DLK, MZF und MTF sowie 26 Kräften, die Feuerwehr Unterleutasch mit LFB und MTF sowie acht Kräften und die Feuerwehr Scharnitz mit TLF und RLFT sowie 15 Kräften. Außerdem waren Rettungsdienst, Polizei und ÖBB beteiligt.
Österreichweite Daten zu Vegetationsfeuern
Wie sich Wald- und Vegetationsfeuer entwickeln, dokumentiert das Institut für Waldbau der BOKU seit 2008. Die Daten werden durch schriftliche und telefonische Anfragen bei Gemeinden sowie durch die Auswertung von Informationsportalen der Feuerwehren erhoben. Erfasst werden unter anderem Brandursache, Brandort, betroffene Fläche, betroffene Baumarten und die beteiligten Feuerwehren.
Für mehr als 7.000 Brandereignisse liegt derzeit eine detaillierte Beschreibung und Verortung vor, etwa 5.700 davon sind Waldbrände. Wegen des wachsenden Datenumfangs wurde die Erfassung 2012 neu gestaltet. Mit Unterstützung der Projekte AFFRI, ALP FFIRS und FIRIA entstand ein WebGIS-basiertes System.
Das öffentliche Portal ermöglicht die Abfrage von Waldbrandereignissen über eine interaktive Karte, die Erstellung von Statistiken und Grafiken sowie Auswertungen nach Einzelereignissen, Bezirken oder Bundesländern. Filtern lässt sich etwa nach Brandursache oder Brandflächengröße. In der Ansicht „Einzelbrände“ können, sofern vorhanden, Feuerwehrberichte direkt über das jeweilige Brandereignis aufgerufen werden.
Für wissenschaftliche Zwecke sind Datenauszüge erhältlich; Interessierte sollen dafür die Projektleitung kontaktieren. Waldbrandereignisse können außerdem über das Portal gemeldet werden – mit Verortung über die WebGIS-Karte, Angaben zu Ursache, Dauer und Brandfläche sowie dem Upload von Fotos und Videos. Ein Administrator prüft die Meldungen und schaltet sie frei. Danach erscheinen sie in der internen Datenbank und öffentlich im WebGIS.
Das Waldbrandportal bündelt zudem Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr in Österreich und Europa und bietet Zugang zum Waldbrand-Blog des Instituts für Waldbau. Das Portal ist unter boku.ac.at sowie unter short.boku.ac.at/firedatabaseaustria.html erreichbar.
