Ein Lebenswerk in Gold: Reinhard Würzner und die Revolution der Immunologie
Heute ist der 14.10.2026, und in Innsbruck gibt es Grund zur Freude. Reinhard Würzner, ein Urgestein der Immunologie und Medizinischen Mikrobiologie, wurde mit der Goldmedaille für sein Lebenswerk in der Komplementforschung beim 20th European Meeting on Complement in Human Disease ausgezeichnet. Was für eine Ehre! Nach über 30 Jahren an der Medizinischen Universität Innsbruck und einem beeindruckenden Schaffenswerk ist dies eine wohlverdiente Anerkennung für seine Beiträge zur Wissenschaft.
Würzner, der nicht nur als Forscher, sondern auch als Mentor brilliert hat, war maßgeblich an der Gründung des European Complement Network (ECN) beteiligt. In den ersten Jahren agierte er als Generalsekretär und hat sich auch später im Vorstand engagiert. Von 2017 bis 2022 war er sogar Präsident des ECN. Ein besonders schöner Aspekt seiner Arbeit ist die Förderung und Vernetzung von Nachwuchsforschenden. Man muss sich vorstellen, wie viele Talente er inspiriert hat – einfach bemerkenswert!
Einflussreiche Forschung und Beiträge
Die Forschung von Würzner ist vielfältig, doch ein zentraler Punkt ist die Charakterisierung von N19-8, dem ersten Antikörper, der die Reaktion des menschlichen Komplementsystems vollständig hemmen konnte. Diese Entdeckung war der erste Schritt zu Eculizumab (Soliris®), dem teuersten Arzneimittel weltweit. Der Antikörper, ein humanisierter monoklonaler Anti-C5-Antikörper, wird zur Behandlung von Erkrankungen wie der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) und dem atypischen hämolytisch-urämischen Syndrom (aHUS) eingesetzt. Eculizumab hemmt die terminale Aktivierung des Komplementsystems und verhindert somit die Zerstörung roter Blutkörperchen. Ein echter Gamechanger in der Therapie!
Sein Lebenswerk umfasst fast 300 Publikationen, viele davon über monoklonale Antikörper, die an spezifische Antigene binden. Und das ist nicht alles! Eculizumab wurde 2011 während des EHEC-Ausbruchs in Norddeutschland bei über 400 Patient:innen erfolgreich eingesetzt. Das zeigt, wie relevant und zeitnah seine Arbeiten sind. Aber nicht nur in der Forschung hat er Spuren hinterlassen; auch in der praktischen Anwendung hat er Tests entwickelt, die Fehlfunktionen des körpereigenen Abwehrsystems nachweisen können – mittlerweile kommerziell erhältlich.
Engagement über die Forschung hinaus
Würzner war über Jahre hinweg in die Organisation der PhD-Doktoratsprogramme an der Medizinischen Universität Innsbruck involviert und hat als Sprecher aller Programme fungiert. Darüber hinaus war er Gründungspräsident der Österreichischen Gesellschaft für Medizinische Mykologie (ÖGMM). In der Corona-Pandemie hat er sich aktiv im Befundungsteam engagiert und die Tiroler Bevölkerung aufgeklärt. Es ist beeindruckend, wie vielschichtig seine Tätigkeiten sind und wie sehr er sich für die Gemeinschaft einsetzt.
Insgesamt zeigt das Lebenswerk von Reinhard Würzner, wie wichtig Engagement in der Wissenschaft und die Förderung junger Talente sind. Seine Forschung und seine Leidenschaft für die Immunologie haben nicht nur zur Weiterentwicklung der Wissenschaft beigetragen, sondern auch zahlreiche Leben verbessert. Ein weiterer Grund, warum diese Goldmedaille nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Würdigung eines außergewöhnlichen Lebenswerks ist.
