Der EC iDM Wärmepumpen VSV hat am 25.10.2026 beim HC TIWAG Innsbruck nichts anbrennen lassen: Vor heimischem Publikum in Innsbruck setzte sich Villach mit 4:0 durch. Für den VSV war es der sechste Saisonsieg, Innsbruck kassierte hingegen die vierte Niederlage beziehungsweise „Nullnummer“ in Folge.

Der Start gehörte klar den Gästen. Bereits in der 2. Minute, genau nach 1:44, traf Linus Andersson zum 1:0. Paolo Wieltschnig und Alexander Rauchenwald lieferten die Assists. Danach hatte Villach über weite Strecken mehr Scheibenbesitz und bestimmte das Tempo, während Innsbruck zwar phasenweise besser ins Spiel kam, offensiv aber ungefährlich blieb.

VSV lässt Chancen liegen – und bleibt vorne

Im zweiten Drittel verpassten die Villacher mehrmals die Vorentscheidung. Ein Powerplay nach einer Strafe gegen Marcel Witting blieb ungenutzt, auch ein zugesprochener Penalty führte nicht zum Tor. So stand es nach 40 Minuten weiterhin nur 1:0 – ein Zwischenstand, der aus Innsbrucker Sicht zumindest noch Hoffnung ließ.

Im Schlussdrittel war diese Hoffnung rasch dahin. Kevin Hancock erhöhte in der 44. Minute, nach offizieller Spielzeit in der 43:13, auf 2:0. Scott Walford und Alex Wall bereiteten den Treffer vor. In der 52. Minute, exakt 51:25, legte Elias Jeronimo Wallenta nach einem Gegenangriff das 3:0 nach; Sean Larochelle und Joël Teasdale standen dabei als Assistgeber auf dem Spielbericht.

Hancock machte in der 59. Minute endgültig den Deckel drauf. Sein zweites Tor des Abends fiel nach 58:27, diesmal mit Unterstützung von Joël Teasdale und Lukas Schreier. Die Drittelergebnisse lauteten damit 1:0, 0:0 und 3:0 – am Ende stand der klare 4:0-Heimsieg des VSV.

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Ein Klub mit langer Geschichte

Der EC VSV ist seit dem Aufstieg nach dem Gewinn der Zweitligameisterschaft 1976/77 in der höchsten österreichischen Spielklasse vertreten. Die Premierensaison endete zunächst auf dem letzten Platz. Trainer Karol Havasi wurde kurz vor Saisonende auf Drängen der Spieler durch Spielertrainer Ryan D’Arcy ersetzt, während eigene Nachwuchsspieler wie Leo Sivec schon früh überzeugten.

1977/78 erreichte Villach Rang fünf. Adelbert St. John und später der verletzte Bart Crashley besetzten den Trainerposten. Nach drei verpassten Meisterrunden gelang 1980/81 der Durchbruch: Nachwuchstrainer Hermann Knoll förderte den Einbau junger Spieler, der VSV wurde Zweiter im Grunddurchgang und gewann anschließend die Meisterrunde knapp vor dem Wiener EV.

Die folgenden Jahre waren wechselhaft. 1981/82 belegte Villach sowohl im Grunddurchgang als auch in der Meisterrunde Rang fünf; Leo Sivec verpasste wegen einer Verletzung den Großteil der Saison, dazu kamen konditionelle Probleme. 1982/83 fiel Sivec erneut verletzt aus, Legionär Douglas Palazzari wurde durch Torhüter Marcel Sakáč ersetzt – sportliche Erfolge blieben aus. Der konsequente Einbau weiterer Nachwuchsspieler zahlte sich danach aus: In der folgenden Saison berief Trainer Rudolf Killias sechs VSV-Spieler in die österreichische Nationalmannschaft.

1991/92 gewann der VSV die Meisterschaft, ohne in den Play-offs ein Spiel zu verlieren. Ein Jahr später wiederholte die Mannschaft den Titelgewinn. Während der Dominanz der VEU Feldkirch schied Villach mehrfach gegen den Lokalrivalen EC KAC aus, ehe 1998/99 im Finale gegen den KAC der vierte Meistertitel gelang. In den beiden folgenden Saisonen verlor der VSV jeweils das Finale gegen den KAC – in der Millenniumssaison mit 1:4 Siegen, im Folgejahr mit 2:4.

2001/02 besiegte Villach den KAC im Halbfinale und gewann anschließend gegen den EHC Linz den fünften Meistertitel. In dieser Saison debütierte Torhüter Gert Prohaska beim VSV, nachdem er den KAC mangels Perspektiven verlassen hatte. 2002/03 unterlag Villach im Finale dem EHC Linz, 2003/04 verlor der VSV das Endspiel gegen den KAC und wurde Vizemeister.

Die Saison 2004/05 brachte einigen Wirbel. Trainer Blair McDonald, der Greg Holst nachgefolgt war, wurde nach einer 8:11-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten EC Red Bull Salzburg entlassen; Holst kehrte zurück. Wegen des NHL-Ausfalls verstärkte sich der VSV mit Ethan Moreau, Jason Krog, Eric Weinrich und Reinhard Divis. Trotz Punktgleichheit mit den EC Graz 99ers wurde Villach dank des besseren direkten Verhältnisses Vierter, im Halbfinale verlor der Klub dreimal gegen die Vienna Capitals.

2005/06 holte der VSV seinen sechsten und bisher letzten Meistertitel. Gemeinsam mit Salzburg dominierte Villach den Grunddurchgang, im Finale setzte sich der VSV mit 4:2 Siegen gegen Salzburg durch. Dany Bousquet führte die Liga mit 47 Toren und 86 Punkten in beiden Wertungen an; sein Treffer in der 78. Minute des sechsten Finalspiels entschied Meisterschaft und Spiel. Gert Prohaska führte mit einer Fangquote von 92,85 Prozent die Torhüterwertung an. Zwischen dem 18. Februar 2005 und dem 21. Januar 2007 gewann Villach außerdem 17 Kärntner Derbys in Folge gegen den KAC.

2006/07 schlug der VSV Linz im Halbfinale der Best-of-five-Serie mit 3:0, verlor das Finale gegen Salzburg aber mit 1:4. 2007/08 war im Viertelfinale Schluss: Am 24. Februar unterlag Villach Salzburg mit 0:3. Greg Holst kündigte seinen Abschied an, Larry Huras wurde sein Nachfolger. Mehrere Leistungsträger gingen, und wegen der angespannten finanziellen Lage waren größere Neuverpflichtungen nicht möglich. Auch 2008/09 endete die Saison im Viertelfinale.

Mit Johan Strömwall als Trainer startete der VSV 2009/10 mit fünf Siegen und führte zunächst die Tabelle an. Danach fiel die Mannschaft ins Mittelfeld zurück, erreichte trotz begrenzten Budgets und schwankender Leistungen ausländischer Spieler aber Rang fünf. Gegen Linz war im Viertelfinale mit 1:4 Siegen Endstation. 2010/11 folgte nach einem guten Saisonstart ein Leistungseinbruch. Strömwall wurde im Februar 2011 entlassen, sein Co-Trainer und langjähriger VSV-Spieler Michael Stewart übernahm. Linz wurde im Viertelfinale mit 4:1 besiegt, im Halbfinale verlor Villach gegen den KAC. Gert Prohaska absolvierte seine letzten Play-off-Spiele und beendete nach zehn Jahren beim VSV seine Karriere.

Im Sommer 2011 verließen unter anderem Michael Raffl und Andreas Kristler den Verein, der Kader wurde umfassend umgebaut. 2012/13 übernahm Hannu Järvenpää das Traineramt. Mit Derek Ryan und John Hughes als zweit- beziehungsweise drittbesten Scorern der Liga sowie Torhüter Jean-Philippe Lamoureux belegte der VSV Rang vier, im Viertelfinale verlor er gegen Linz.

2013/14 kam Villach als Sechster direkt in die Play-offs. Ryan und Hughes gehörten erneut zu den besten Scorern. Die Vienna Capitals wurden im Viertelfinale mit 4:1 besiegt, im Halbfinale unterlag der VSV dem späteren Meister Bozen mit 1:3. John Hughes wurde wegen wiederholter disziplinärer Verstöße entlassen; unter anderem gingen auch Scott Hotham, Derek Ryan und Markus Peintner. Neu verpflichtet wurden unter anderem John Lammers, François Fortier und Geoff Waugh.

2014/15 belegte der VSV Rang drei der Hauptrunde, Jean-Philippe Lamoureux führte die Fangstatistik an. Im Viertelfinale verlor Villach gegen Salzburg mit 1:4. Das vierte Spiel dauerte 111:39 Minuten und wurde erst in der dritten Verlängerung durch John Hughes zugunsten Salzburgs entschieden.

Nach einem schwachen Start 2015/16 und einer 1:4-Niederlage gegen Ljubljana kehrte Greg Holst im November als Trainer zurück. Danach gewann der VSV neun Spiele in Folge. Als Siebter musste Villach in die Qualifikationsrunde, die mit acht Siegen und zwei Niederlagen gewonnen wurde. Im Viertelfinale besiegte der VSV die Vienna Capitals mit 4:1, drei Spiele wurden in der Verlängerung entschieden. Salzburg setzte sich im Halbfinale mit 4:2 durch.

2016/17 blieben zahlreiche Nachwuchsspieler vertraglich gebunden. Jean-Philippe Lamoureux wechselte zu den Vienna Capitals, Olivier Roy wurde verpflichtet. Žiga Pance ging zum KAC, Rick Schofield nach Linz. Zum neuen Personal gehörten unter anderem Sam Labrecque, Kevin Wehrs, Evan McGrath, Corey Locke und Jan Urbas. Im August 2016 wurde die EC VSV GmbH für den Profibetrieb gegründet, Giuseppe Mion wurde Geschäftsführer und Stefan Widitsch Prokurist.

Wegen zahlreicher Verletzungen wurde Philipp Pinter für 14 Spiele verpflichtet, zeitweise fehlten bis zu acht Spieler. Der VSV beendete die Hauptrunde auf Rang sieben und musste in die Qualifikationsrunde. Olivier Roy verletzte sich im ersten Qualifikationsspiel, René Swette wurde als Ersatz geholt. Nach sechs Niederlagen in den ersten acht Qualifikationsspielen verpasste Villach die Play-offs. Jan Urbas und Corey Locke verließen den Verein, Kapitän Eric Hunter beendete seine Karriere.

2017/18 startete der VSV mit dem rein österreichischen Torhütergespann David Kickert und Lukas Herzog. Im Angriff kamen unter anderem Kyle Beach, Nikolas Petrik, Jordan Hickmott und Andrew Sarauer hinzu. Greg Holst wurde am 3. Dezember 2017 nach einer Niederlage gegen Innsbruck beurlaubt, Markus Peintner übernahm.

2018/19 wurde Gerhard Unterluggauer Cheftrainer, Peintner Co-Trainer. Panaceo wurde neuer Namenssponsor. Nach der erfolglosen Saison wurden Unterluggauer und Peintner entlassen und der Kader weitgehend ausgetauscht. Jyrki Aho wurde Cheftrainer, Sakari Lindfors Co-Trainer.

2019/20 verschlechterten sich die Leistungen nach einem guten Start. Aho wurde entlassen, Rob Daum übernahm und führte den VSV in der Qualifikationsrunde zum Sieg. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde die Saison nach drei Play-off-Spieltagen beendet. Der Sponsoringvertrag mit Panaceo wurde nicht verlängert, ab September 2020 war GRAND Immobilien Namenssponsor.

2020/21 wurde Dan Ceman im Dezember als Trainer entlassen, Rob Daum übernahm erneut. Der VSV belegte im Grunddurchgang Rang zehn und erreichte über Rang drei in der Qualifikationsrunde die Play-offs, verlor im Viertelfinale gegen den KAC mit 1:4. 2021/22 blieb Daum erstmals eine ganze Saison Cheftrainer. Villach wurde Zweiter im Grunddurchgang, besiegte Olimpija Ljubljana im Viertelfinale mit 4:3 und unterlag Fehérvár AV19 im Halbfinale mit 1:4.

Im September 2023 feierte der VSV sein 100-jähriges Bestehen mit einer Gala. Peter Raffl wurde als „Jahrhundert-Spieler“ ausgezeichnet, die Trikotnummern von sechs ehemaligen VSV-Spielern wurden gesperrt.

Neue Aufgaben in Villach

Im Mai 2026 kündigte der Verein eine personelle und strukturelle Neuausrichtung an. Obmann Martin Winkler trat zurück und konzentrierte sich künftig auf seine Aufgaben als Geschäftsführer der EC VSV GmbH und Finanzvorstand. Manfred Herzog wurde neuer Obmann.

Thomas Pfeifer schied aus dem Vorstand aus, Marc Baumann übernahm dessen Aufgaben im Nachwuchsbereich. Herbert Hohenberger wurde als sportlicher Leiter abberufen, blieb aber für Teammanagement und Sponsorenbetreuung tätig. Urban Avsenik wurde neuer Tormanntrainer der Kampfmannschaft. Am Abend in Innsbruck sorgten dann vor allem zwei Namen für Gesprächsstoff: Torschütze Kevin Hancock mit seinem Doppelpack – und ein VSV, der die Null diesmal bis zur Schlusssirene festhielt.