In Feldkirchen brodelt es – und das nicht nur wegen der sommerlichen Wärme. Ein Bauvorhaben sorgt für ordentlich Diskussionsstoff und polarisiert die Gemüter. Im Herbst 2024 erwarben die beiden Unternehmer Günther Haslreiter und Gudrun Meisenberger ein Grundstück in der Sonnenstraße mit der Absicht, dort zehn Mietwohnungen zu errichten. Ein scheinbar simples Vorhaben, könnte man denken. Doch der Weg zur Genehmigung gestaltet sich als steinig. Der Gemeinderat lehnte den Bauantrag nicht nur einmal, sondern gleich zweimal ab – zuerst im Januar 2025 und dann erneut im Juni 2025. Und das einstimmig!

Auf dem besagten Grundstück thront eine alte, dreistöckige Pension, die schon seit Jahren leersteht und auf ihren Abriss wartet. Haslreiter hatte Pläne für zwei neue, dreistöckige Gebäude mit Flachdach ausgearbeitet, die eine Tiefgarage beherbergen sollten. Die maximale Höhe von 9,10 Metern schien dabei noch im Rahmen zu sein. Bürgermeister Andreas Janson und Bauamtsleiter Martin Schmidt-Roschow hatten Haslreiter zuvor sogar grünes Licht gegeben, was die Sache noch verworrener macht. „Stellen Sie den Bauantrag, alles ist in Ordnung“, so die Worte der beiden. Und tatsächlich, im Januar 2025 wurde der Antrag als vollständig anerkannt.

Ein Umstrittenes Vorhaben

Doch die Freude währte nicht lange. Die Bauabteilung des Gemeinderats sprach sich gegen das Projekt aus. Man sah das geplante Gebäude als zu groß für die Umgebung an. Am 11. Juni 2025 folgte die zweite Ablehnung, mit der Begründung, dass das Bauwerk nicht in die Eigenart der Umgebung passe und die Dimensionen der umgebenden Bebauung überschreite. Ein zusätzlicher Punkt, den Zweiter Bürgermeister Christian Wilhelm (SPD) ansprach: ein fehlender Stellplatz. Irgendwie klingt das nach einer Mauer, die ohne echten Grund hochgezogen wird.

Haslreiter bleibt trotz aller Rückschläge kämpferisch. „Das Landratsamt hat das Projekt als genehmigungsfähig erklärt“, sagt er, „und kann den Antrag auch ohne das gemeindliche Einvernehmen durchwinken.“ Das bedeutet, dass die Gemeinde zwar ablehnen kann, das Landratsamt aber dennoch das letzte Wort hat. Im Amtsblatt wird das Projekt veröffentlicht, was den Nachbarn und der Gemeinde die Möglichkeit gibt, Einspruch zu erheben. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das die Gemüter in Feldkirchen erregt.

Wohnen in Feldkirchen: Ein wertvolles Gut

Doch warum ist das Thema so brisant? Günstiger Wohnraum ist in und um München rar – ein echtes Luxusgut. Die Gemeinde Feldkirchen hat daher eigene Pläne zur Förderung von bezahlbarem Wohnraum. Zusammen mit der Regierung von Oberbayern wurde eine Wohnanlage auf dem ehemaligen Raiffeisengelände errichtet, die das größte Bauprojekt in der Geschichte der Gemeinde darstellt. Im Sommer 2023 wurden dort 59 Wohnungen fertiggestellt, dazu kommen 20 spezielle Seniorenwohnungen. Das zeigt, wie sehr die Gemeinde bemüht ist, Wohnraum zu schaffen – auch wenn das aktuelle Bauvorhaben von Haslreiter und Meisenberger ins Stocken geraten ist.

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Die Gemeinde unterhält derzeit 34 Wohnungen im Gebiet, die mit Vergaberecht vergeben werden. Zudem gibt es 112 Wohnungen der Baugesellschaft München Land, bei denen die Gemeinde das Vorschlagsrecht hat. Bewerbungen für gemeindliche Wohnungen sind jederzeit möglich, auch wenn es manchmal zu Wartezeiten kommt. In einem Umfeld, in dem Wohnraum so begehrt ist, wirken die Ablehnungen des Bauvorhabens umso unverständlicher.

Ob und wie es mit dem Bauvorhaben weitergeht, bleibt abzuwarten. Das Interesse der Gemeinde an bezahlbarem Wohnraum steht im krassen Gegensatz zu den Bedenken, die gegen das Projekt vorgebracht werden. Haslreiter fragt sich, welche Interessen hinter der Ablehnung stehen und ob es nicht an der Zeit ist, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Der Sommer wird heiß – nicht nur wegen der Temperaturen.

Für weitere Informationen zu dem Thema besuchen Sie bitte die Quelle hier.

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