Generationenwechsel in Familienunternehmen: Herausforderungen und Chancen
In der malerischen Landschaft Mittelkärntens wird das kulturelle und wirtschaftliche Leben stark von Generationenwechseln geprägt. Ein lebendiges Beispiel dafür ist der Familienbetrieb Elektro Kogler in Kappel am Krappfeld, wo drei Generationen Hand in Hand arbeiten: Michael Kogler, sein Vater Werner Kogler junior und Opa Werner Kogler senior. Michael beschreibt die Übernahme des Familienbetriebs als eine große Herausforderung, die ihn aber gleichzeitig erfüllt. Die Unterstützung seiner beiden Vorgänger schätzt er sehr – eine solide Basis, um die Tradition fortzuführen und neue Wege zu gehen. Ob die vierte Generation im Geschäft aktiv sein wird, steht jedoch in den Sternen. Michael ist der Meinung, dass jeder seinen eigenen Weg gehen sollte, und das ist eine Haltung, die in vielen Familienunternehmen zu finden ist.
Ein weiterer schöner Aspekt der Tradition ist die Feuerwehr. Hermann Puschitz, viele Jahre Feuerwehrkommandant, hinterließ sein Erbe an seinen Sohn Thomas, der nach dem Tod seines Vaters die Verantwortung übernahm. Thomas legt großen Wert auf Gemeinschaft und offene Kommunikation, was ihm in der Feuerwehr sehr wichtig ist. Seine Söhne sind bereits in der Jugendfeuerwehr aktiv – allerdings in Tiffen, aber die Begeisterung für das Ehrenamt wird offensichtlich weitergegeben.
Familienunternehmen im Fokus
Die Geschwister Andreas und Michaela Riedl sind die Kinder von Alfred Riedl, der die Uhrenmarke Jacques Lemans ins Leben rief. Sie teilen sich die Verantwortung im Unternehmen: Andreas kümmert sich um die Geschäftsführung und Produktentwicklung, während Michaela für Marketing und Kommunikation zuständig ist. Für beide ist die Firma das „erste Kind“ ihres Vaters, und sie sind dankbar für die Werte, die er ihnen mit auf den Weg gegeben hat.
Ein ganz anderes, aber ebenso spannendes Beispiel ist der Getränkemarkt von Ferdinand Kandut. Seit über 30 Jahren führt er das Geschäft, und seit 2018 ist sein Sohn Philipp als Geschäftsführer tätig. Die beiden arbeiten eng zusammen, treffen Entscheidungen im Team und wägen sorgfältig die Vor- und Nachteile ab. Der Onkel ist auch im Familienbetrieb aktiv, was die familiären Bande zusätzlich stärkt und zeigt, wie sehr Teamarbeit auch in kleinen Unternehmen zählt.
Generationswechsel als Herausforderung
Ein weiteres Beispiel aus Deutschland ist Andreas Hertel, Geschäftsführer von Hertel Kartonagen in Bayreuth. Das Unternehmen feiert bald sein 75-jähriges Bestehen und ist ein Verpackungsspezialist und Full-Service-Anbieter. Andreas, der Medientechnologe Offsetdruck gelernt hat und anschließend BWL studierte, stieg 2007 ins Unternehmen ein. Respekt musste er sich bei Eltern und langjährigen Kollegen erarbeiten, denn seine Ideen stießen anfangs auf Widerstand. Doch durch neue Produkte und die Akquise von Kunden konnte er Erfolge erzielen. Auch er empfindet die Verantwortung für den Betrieb und die 50 Beschäftigten als herausfordernd, ist aber rückblickend froh über seine Entscheidung für das Familienunternehmen und schätzt die Unterstützung seiner Eltern.
Die Herausforderungen, die ein Generationswechsel mit sich bringt, sind oft komplex und langwierig. Viele Familienunternehmen, auch in Österreich, haben sich über Generationen hinweg zu wahren Hidden Champions entwickelt. Sie profitieren von einer einzigartigen Kombination aus Tradition und strategischem Weitblick, einer nachhaltigen Führungskultur und Innovationskraft. Die Bereitschaft, mutig Wandel zuzulassen, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dennoch bleibt jedes Familienunternehmen einzigartig, und der Weg zur Nachfolge kann ganz unterschiedlich aussehen. Die Grundlage solcher Unternehmen ist oft eine starke familiäre Verbundenheit, die sie durch Höhen und Tiefen trägt – ganz gleich, ob es sich um einen kleinen Handwerksbetrieb oder ein mittelständisches Unternehmen handelt.
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