Am 18. April 2026 war es soweit: Der Kärntner Rinderzuchtverband caRINDthia hielt seine Generalversammlung in Treffen ab, und die Atmosphäre war, nun ja, irgendwie feierlich und nostalgisch zugleich. Sebastian Auernig, ein Gesicht, das über Jahre hinweg in der Landwirtschaft Kärntens präsent war, legte nach 18 Jahren sein Amt als Obmann nieder. Seine Entscheidung, die Zügel in die Hände von Andreas Brunner zu übergeben, kam nicht von ungefähr. Auernig hatte in seiner Zeit im Verband viel bewegt und geprägt.
„Teamarbeit ist das A und O“, betonte Auernig oft und hat damit nicht nur seine Philosophie, sondern auch seine Arbeitsweise geprägt. Die Bedeutung von Nutztieren für die Erhaltung der Kulturlandschaft hat er nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch unter Beweis gestellt. „Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen“, äußerte er, und man konnte die Erleichterung in seiner Stimme hören, als er von seinen Plänen sprach. Für seine Verdienste erhielt er das Ehrenzeichen des Landes Kärnten, eine Auszeichnung, die nicht nur für ihn, sondern auch für die gesamte Branche eine hohe Wertschätzung darstellt.
Ein neuer Weg für caRINDthia
Der neue Obmann, Andreas Brunner, bringt frischen Wind mit. Als aktiver Landwirt aus dem Lavanttal hat er sich auf die Aufzucht von Fleckviehkalbinnen und die Fleischrinderzucht spezialisiert. Ein bisschen angespannt war er sicherlich, als er die Verantwortung übernahm, doch die Unterstützung von erfahrenen Größen wie Auernig und Siegfried Huber, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, steht ihm zur Verfügung. Huber lobte Auernigs Engagement und wünschte Brunner viel Erfolg. „Die Kombination von Erfahrung und Innovation ist der Schlüssel“, so Huber, und das klingt doch vielversprechend.
LHStv. Martin Gruber kam ebenfalls nicht umhin, die Bedeutung der Rinderzucht für die Kärntner Landwirtschaft hervorzuheben. „Die Kärntner Jungzüchterinnen und Jungzüchter sind unsere Zukunft“, sagte er und sprach damit das große Potenzial an, das in der nächsten Generation steckt. Es ist ein bisschen wie beim Sport: Man braucht sowohl die Erfahrung der „Alten“ als auch den frischen Elan der „Neuen“ – nur so kann man sich weiterentwickeln.
Ein Abschied mit Weitblick
Als Auernig das Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen bekam, hatte man das Gefühl, die gesamte Branche hielt den Atem an. Es war ein Moment des Respekts und der Anerkennung für all die Jahre harter Arbeit und Hingabe. Rückblickend auf das vergangene Jahr und mit einem Ausblick auf die kommenden Herausforderungen bis 2026, bleibt die Frage: Wie geht es weiter? Die Veränderungen in der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Zeit erfordern neue Ideen und Konzepte. Aber eines steht fest: Sebastian Auernig hat seinen Teil dazu beigetragen, dass Kärnten in der Rinderzucht nicht nur einen Namen hat, sondern auch eine Zukunft.
Der Abend endete nicht mit einer großen Rede, sondern mit dem Gefühl, dass die Reise für caRINDthia und seine Mitglieder weitergeht – mit frischem Wind und bewährtem Fundament. Wer weiß, vielleicht wird der nächste große Schritt bereits bald gemacht, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Rinderzucht in Kärnten entwickeln wird.