In Kirchbach, einer kleinen Gemeinde im Bezirk Hermagor, sorgten die jüngsten archäologischen Ausgrabungen für große Aufregung. Grabungsleiter Paul Payer und Bürgermeister Markus Salcher stellten die bemerkenswerten Ergebnisse vor und konnten dabei auf eine lange und bedeutende Siedlungsgeschichte zurückblicken. Die Entdeckungen bestätigen eine römische Villa „Rustica“, die über 300 Jahre lang existierte und nun spannende Einblicke in das Leben der Römer bietet. Bürgermeister Salcher äußerte seinen Dank an die Pfarre Kirchbach, an den Anrainer Josef Berger sowie an die Familie Stratznig von vlg. Papst für ihre Unterstützung bei den Grabungen.

Die Geschichte begann 2013, als Dr. Thomas Zametter ein auffälliges Luftbild entdeckte, das die Neugier der Archäologen weckte. Im Anschluss an diese Entdeckung wurde eine Geo-Radar-Untersuchung durchgeführt, die schließlich zu den ersten Grabungen im Jahr 2023 führte. Diese bestätigten die Existenz eines römischen Landguts, und die Arbeiten der letzten Monate haben einige bemerkenswerte Funde zutage gefördert. Unter den Entdeckungen befindet sich eine nahezu „prägefrische“ Münze aus der Zeit von Kaiser Titus, die auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert wird.

Beeindruckende Funde

Besonders faszinierend ist das Haupthaus der Villa, das ebenfalls aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt und über eine Fußbodenheizung verfügte. Dies zeigt, wie fortschrittlich die römische Architektur bereits war. Die freigelegte Apsis, die als Empfangsraum diente, misst beeindruckende 70–80 m² und war ebenfalls beheizt. Im Nebengebäude, das aus dem 4. Jahrhundert stammt, wurden Reste einer Schlauchheizung mit Heizkanälen gefunden. Diese technischen Details sind nicht nur für Historiker von Interesse, sondern auch für alle, die sich für die Lebensweise der Römer begeistern.

Die Entdeckungen umfassen zudem Münzen aus dem 1. bis 4. Jahrhundert, Glasfensterfragmente und Tonstücke in Form von Hohlziegeln. Die Nähe zur historischen „Hadnmauer“ zwischen Rattendorf und Jenig könnte auf eine Schutzfunktion hinweisen, die die Bedeutung der Siedlung unterstreicht. Am Besichtigungstag, dem 2. Juli 2026, zeigte die Bevölkerung von Kirchbach großes Interesse an den Funden, was die Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Geschichte verdeutlicht.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Ausgrabungen in Kirchbach sind nicht die ersten ihrer Art in der Region. Im Jahr 1961 begannen die Ausgrabungen an einem anderen römischen Landsitz, der „Villa Rustica“ in Löffelbach. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Walter Modrijan wurden dort Mauerreste freigelegt und konserviert. Die Ausgrabungen in Löffelbach ergaben, dass die römische Siedlung zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert bewohnt war und sich über mehrere Bauphasen entwickelte. Die Villa war nach dem Vorbild einer Kaiservilla errichtet und verfügte über einen Innenhof, der von freistehenden Säulen umgeben war, sowie über komfortable Badeanlagen.

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Die Bedeutung solcher archäologischer Stätten ist groß, denn sie ermöglichen uns einen Einblick in das Leben der Römer und ihre soziale Struktur. Die Villa in Löffelbach wurde nicht aufgrund von Kriegsgefahr verlassen, sondern wegen der abnehmenden Grenzsicherheit im zerfallenden Römischen Reich. Solche Informationen sind nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die lokale Identität von Bedeutung.

Nachdem die wissenschaftlichen Untersuchungen an der Grabungsstätte in Kirchbach abgeschlossen sind, wird die Stätte wieder zugeschüttet. Dies ist bedauerlich, denn die Funde könnten noch viele weitere Geheimnisse über die römische Vergangenheit der Region enthüllen. Die Neugier auf die römische Geschichte bleibt jedoch lebendig, und die Ergebnisse der Ausgrabungen sind ein Beweis für das reiche kulturelle Erbe, das diese Region zu bieten hat. Wer mehr über die „Villa Rustica“ erfahren möchte, kann sich auf die Webseite des steirischen Museums begeben.

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