Heute ist der 9.06.2026 und die Bienenwelt steht Kopf! Ab dem 14. Juni 2023 tritt eine neue EU-Kennzeichnungsregelung für Honig in Kraft, die nicht nur für Imker, sondern auch für Verbraucher eine echte Revolution darstellt. Endlich wird die bisherige Angabe „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ der Vergangenheit angehören. Stattdessen müssen künftig alle Herkunftsländer von Honigmischungen sowie deren prozentualer Anteil auf dem Etikett klar und deutlich angegeben werden. Ein Schritt in die richtige Richtung, um mehr Transparenz zu schaffen und den Schutz vor verfälschtem Honig zu verbessern.

Hans Zmölnig, der Obmann des Bezirksverbands für Bienenzucht in Spittal an der Drau, unterstützt diese Regelung voll und ganz. Er hat die bisherige Kennzeichnung immer als zu pauschal und wenig transparent kritisiert. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Honigbetrug, und viele Verbraucher wissen oft nicht, was sie wirklich kaufen. Große Mengen Honig stammen aus Ländern wie China, Mexiko, Chile, Großbritannien, der Türkei und der Ukraine. Zmölnig warnt: „Es gibt Berichte, dass die Ukraine einen Großteil ihres Honigs aus China bezieht und in die EU weiterverkauft.“ Das ist nicht nur bedenklich, sondern auch eine echte Gefahr für die Qualität des Honigs, den wir konsumieren.

Honig unter der Lupe

Das Problem ist, dass Honig häufig gestreckt oder verfälscht wird. Importierter „Bienenhonig“ ist oft kein echter Honig, und das macht es für Verbraucher schwer, die richtige Wahl zu treffen. Die Echtheit von Honig kann zwar durch Laboranalysen überprüft werden, aber Fälscher haben zunehmend raffinierte Methoden entwickelt, um den Anschein von Qualität zu erwecken. Zmölnig empfiehlt daher, Honig bei heimischen Imkern zu kaufen. „Honigwaben gelten als schwer fälschbar und sind ein Qualitätsmerkmal“, sagt er.

Aktuelle Untersuchungen aus 2023 zeigen, dass bis zu 80% der in deutschen Diskontmärkten getesteten Honige mit Zuckersirup versetzt waren. Auch in österreichischen Supermärkten wurden 2024 verdächtige Produkte entdeckt – ein weiteres Indiz dafür, dass die neue Regelung überfällig ist. Ein Lichtblick für die Verbraucher, die sich mehr Klarheit wünschen, und auch für die heimischen Imker, die oft unter dem Preisdruck aus dem Ausland leiden.

Der Honigmarkt im Wandel

Im Nachbarland Deutschland ist die Situation ähnlich angespannt. Die Imker dort konkurrieren mit billigem ausländischem Honig, dessen Herkunft häufig nicht nachvollziehbar ist. Eine EU-Kontrolle zwischen 2021 und 2022 ergab, dass fast die Hälfte des in die EU importierten Honigs unter Fälschungsverdacht steht. Der Selbstversorgergrad in Deutschland ist von 42 % auf 35 % gesunken, und viele Berufsimker haben Schwierigkeiten, ihren Honig zu verkaufen oder müssen ihn zu Preisen anbieten, die ihre Produktionskosten nicht decken können.

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Die neuen Kennzeichnungsregelungen könnten dem deutschen Markt helfen, sich zu entspannen. Imker erhoffen sich ein gesteigertes Bewusstsein für regionale Produkte und damit eine bessere Chance, ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Situation entwickeln wird, sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Die Hoffnung auf mehr Transparenz und Qualität in den Honigregalen ist jedenfalls groß.