Informationsveranstaltung zum 380-kV-Projekt in Villach am 2. Juli
Am 2. Juli steht im Congress Center in Villach eine wichtige Informationsveranstaltung zum 380-kV-Projekt auf dem Programm. Von 9 bis 18 Uhr haben interessierte Bürger:innen die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Vertreter der Kärnten Netz werden vor Ort sein und über das Projekt informieren, das von der Europäischen Kommission als „Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse“ anerkannt wurde. Dieses Vorhaben ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch von großer Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung in der Region.
Die 380-kV-Leitung wird Kärnten mit Osttirol verbinden und könnte frühestens sechs Jahre nach der geplanten Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ab 2027 in Betrieb genommen werden. Ein interessanter Aspekt ist, dass die Aufnahme in die PCI/PMI-Unionsliste den Weg für EU-Fördermittel ebnet, was dem Projekt zusätzliche Impulse verleihen könnte. Doch bevor es so weit ist, muss das Verfahren von der UVP-Behörde prioritär behandelt werden. Während der Erörterung werden Variantenprüfungen für die Feintrasse allerdings nicht behandelt. Die präsentierten Unterlagen müssen zudem von der Behörde veröffentlicht werden, was für mehr Transparenz sorgen sollte.
Das Projekt „Netzraum Kärnten“
Parallel zu diesen Entwicklungen erhält das Projekt „Netzraum Kärnten“ den Status eines Vorhabens von gemeinsamem Interesse (PCI) in der EU. Dies wurde am 9. April 2026 verkündet, mit einer Gültigkeit ab dem 29. April 2026. Die EU hat die energiewirtschaftliche Notwendigkeit dieses Vorhabens bestätigt. Es umfasst die Inländische Verbindungsleitung zwischen Lienz, Malta und Obersielach (AT), und das Investitionsvolumen beträgt stolze 9 Milliarden Euro.
Im Lakeside Park in Klagenfurt wird ab 1. Dezember 2025 ein multimediales Infocenter eröffnet, das Informationen zu Projektfortschritt, Trassenverlauf und Umweltaspekten bietet. Rund 70 Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Gemeinden werden anwesend sein, was die Bedeutung dieses Projekts unterstreicht. Die Grobtrasse umfasst etwa 190 Kilometer, davon 173 Kilometer neue 110-kV-Leitung, und verläuft durch 36 Gemeinden zwischen Obersielach und Lienz. Das Ziel ist es, bis Ende 2026 eine Feintrasse in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Bürger:innen zu entwickeln, wobei Geologie und Naturgefahren in die Trassenfindung einbezogen werden.
EU-Förderprogramm und Nachhaltigkeit
Das Ganze spielt sich vor dem Hintergrund des LIFE-Programms der Europäischen Union ab, das Projekte für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz unterstützt. Der Fokus liegt auf ressourcenschonenden, CO2-armen Lösungen und dem Schutz der biologischen Vielfalt. Die LIFE-Beratungsstelle bietet Unterstützung für Interessierte und Antragstellende, was für lokale Akteure eine wertvolle Ressource darstellt. Informationen zum Antragsprozess und zu aktuellen Förderthemen werden bereitgestellt, was die Verbindung zwischen europäischer Ebene und lokalen Initiativen stärkt.
In dieser dynamischen Phase wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Bürger:innen informiert und involviert werden. Die bevorstehenden Veranstaltungen und Informationsangebote bieten eine Plattform, um Fragen zu klären und ein besseres Verständnis für die komplexen Zusammenhänge rund um die Energieinfrastruktur zu entwickeln.
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