Heute ist der 19.04.2026, und die Stadt Villach sieht sich mit kritischen Ergebnissen des Stadtrechnungshofes konfrontiert. In einem umfassenden Bericht zur „Beteiligungsverwaltung Campingbad Ossiacher See GmbH“ (CBO GmbH) wurden mehrere gravierende Mängel in der Finanzverwaltung und im Aufsichtssystem festgestellt. Besonders ins Auge springt dabei die Auszahlung von 1,3 Millionen Euro durch die Stadt, die ohne die notwendige Beschlussfassung der zuständigen Gremien erfolgte. Dies wirft Fragen zur Kompetenz und Handlungsweise des Geschäftsführers auf, der in diesem Zusammenhang als übergriffig bezeichnet wird.

Die CBO GmbH, die seit 1960 das Strandbad Annenheim am Ossiacher See betreibt, hat die Stadt Villach als Hauptanteilseigner mit 90 Prozent und die Gemeinde Treffen mit 10 Prozent an Bord. Laut dem Bericht des Stadtrechnungshofes gab es nicht nur eine schleppende und unvollständige Lieferung von Prüfgrundlagen, sondern auch Baukostenüberschreitungen und ungeplante Bauverzögerungen. Diese Herausforderungen führten zu einer notwendigen Zwischenfinanzierung, deren Beschluss nun in der nächsten Gemeinderatssitzung Ende April nachgeholt werden soll.

Kritik und Verantwortung

Gerald Dobernig (Erde), der Obmann des Kontrollausschusses, äußerte scharfe Kritik an den fehlenden Protokollen und der Auskunftsverweigerung des Aufsichtsrates. Auch die Verantwortung des Bürgermeisters wurde in Frage gestellt, insbesondere in Bezug auf die eigenmächtigen Handlungen des Geschäftsführers ohne die Zustimmung des Aufsichtsrates. Diese Situation hat zu einem erheblichen Vertrauensverlust in die Verwaltung der CBO GmbH geführt.

Ein zentraler Aspekt des Berichts ist die angekündigte Strukturprüfung der Beteiligungsverwaltung, die für Mai 2025 geplant ist. Der Bericht umfasst rund 60 Seiten und hebt wiederholt die fehlenden Unterlagen hervor, die für eine transparente Prüfung erforderlich sind. Dies lässt die Frage aufkommen, wie es zu solch gravierenden Missständen kommen konnte und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die internen Kontrollsysteme zu verbessern.

Externe Prüfungen und Ausblick

Trotz der kritischen Punkte konnte eine externe Wirtschaftsprüfung der GmbH einen positiven Abschluss für das Jahr 2024 vermelden. Dies ist ein Lichtblick in einem ansonsten von Problemen geprägten Umfeld. Die Stadt Villach hat bereits Maßnahmen zur Verbesserung des internen Kontrollsystems eingeleitet, um zukünftige Unregelmäßigkeiten zu vermeiden.

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Die anhaltenden Diskussionen rund um die CBO GmbH und die damit verbundenen finanziellen Transaktionen werfen nicht nur Fragen auf, sondern könnten auch weitreichende Konsequenzen für die politische Landschaft in Villach haben. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen gespannt sein, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und welche Lehren aus den aktuellen Herausforderungen gezogen werden. Die Verantwortlichen stehen in der Pflicht, die volle Transparenz wiederherzustellen und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.