Am 1. März 2026 wird in Villach eine besondere Ehre verliehen: Diözesanbischof Dr. Josef Marketz wird den Ehrentitel „Propst vom Virgilienberg“ an Prof. MMag. Dr. Richard Pirker, den Stadthauptpfarrer von Villach St. Jakob, verleihen. Diese Auszeichnung hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.

Die Gründung des Kollegiatstifts St. Virgil ist zwar unklar, doch ist bekannt, dass Erzbischof Eberhard II. von Salzburg die Kirche am Virgilienberg ins Leben rief, um die Heiligsprechung des hl. Virgil zu ehren. Eberhard II. war von 1200 bis 1246 im Amt und wird als wichtige Figur in der Geschichte des Bistums Salzburg angesehen. Dekan Johann wird 1251 urkundlich erwähnt, möglicherweise als Gründungsdekan.

Die Entwicklung des Propsttitels

Der letzte Propst, Koloman Prunnenmeister, hinterließ seinen Grabstein in der Stadtpfarrkirche in Friesach. Mit der faktischen Aufhebung der Propstei durch Erzbischof Wolfgang Dietrich im Jahr 1606 wurde der Titel des Propstes vom Virgilienberg zunehmend als Ehrentitel vergeben, ohne ein reguläres Kapitel oder einen Propstwohnort zu haben. Dies führte dazu, dass die Würde des Propstes als Auszeichnung vom Fürstbischof von Gurk verliehen wurde.

Über die Jahrhunderte hinweg erlebte die Propstei verschiedene Veränderungen. 1806 fielen die Benefizien an den Kaiser, wodurch die Kirche die Selbstverwaltung ihrer Güter verlor. Die Propstwürde ruhte nach dem Tod von Dr. Johannes Sabitzer, der 1962 zum Propst ernannt wurde und 1992 verstarb. Hermann Aztlhuber war von 1910 bis 1941 im Amt, gefolgt von Franz Ninaus, der von 1949 bis 1962 diente.

Eberhard II. von Regensberg

Erzbischof Eberhard II. von Regensberg, der die Gründung der Kirche am Virgilienberg initiierte, hatte eine bewegte Geschichte. Geboren als Sohn von Luitold II. von Regensberg, wurde er im Konstanzer Domkapitel berufen und später zum Bischof von Brixen gewählt. Seine Wahl als Erzbischof von Salzburg wurde zunächst von Papst Innozenz III. nicht anerkannt, doch nach einem diplomatischen Reise nach Rom erhielt Eberhard das Pallium und musste sich verpflichten, im Thronstreit des deutsch-römischen Reiches die Partei des Papstes zu ergreifen.

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Seine Neutralität im Streit zwischen Otto IV. und Philipp war bemerkenswert, selbst als er gewaltsam gefangen genommen wurde. Eberhard starb letztlich im Kirchenbann und wurde erst 1288 im Salzburger Dom beigesetzt, nachdem Papst Nikolaus IV. den Bann aufgehoben hatte. Diese Ereignisse zeigen, wie sehr die Politik der Kirche und die Machtspiele der Zeit miteinander verwoben waren.

Ein Blick in die Geschichte der Salzburger Bischöfe

Die Geschichte der Bischöfe und Erzbischöfe von Salzburg reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück, beginnend mit dem hl. Rupert, der als erster Bischof um 696–718 amtierte. Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten, die die Geschicke der Erzdiözese lenkten. Eberhard II. von Regensberg ist nur eine von vielen prägnanten Figuren, die das Bistum prägten und beeinflussten.

Mit der Verleihung des Titels „Propst vom Virgilienberg“ an Prof. MMag. Dr. Richard Pirker wird eine Tradition fortgesetzt, die tief in der Geschichte der Kirche in Salzburg verwurzelt ist. Diese Ehrung ist nicht nur eine Anerkennung für den Einzelnen, sondern auch ein Zeichen der Kontinuität und des Erbes, das die Salzburger Kirche über Jahrhunderte hinweg bewahrt hat.

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