Am 29. Mai ist es endlich so weit: Im Alten Rathaus am Hauptplatz in Völkermarkt eröffnen die beiden jungen Gastronomen Julian Waibel (25) und Florian Čajčmann (23) ihr Lokal „heimweh“. Die Vorfreude ist spürbar, nicht nur bei den beiden, sondern auch bei den zukünftigen Gästen. Die Räumlichkeiten, die zuvor dem Juwelier Stanta gehörten, haben eine bewegte Geschichte und sind inzwischen in einem stilvollen und modernen Gewand erstrahlt. Man könnte sagen, dass das Alte Rathaus selbst ein Stück Heimatgeschichte ist, denn Teile des Gebäudes stammen aus dem 13. Jahrhundert und es gilt als das älteste Bauwerk der Stadt.
Julian und Florian kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit als Kellner am Klopeiner See. Der eine, Waibel, war zuvor mit seinem mobilen Anhänger „Zum Julian“ selbstständig und verkaufte bei Veranstaltungen Kaffee und Getränke. Der andere, Čajčmann, hat die Gastronomie im Blut. Nach langer Suche nach einem geeigneten Lokal fanden die beiden schließlich im Alten Rathaus von Walter Ganster den perfekten Ort für ihr Vorhaben.
Ein Hauch von Geschichte
Das Alte Rathaus ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein bedeutender spätmittelalterlicher Profanbau mit spätgotischen Arkaden und einem Laubengang im Erdgeschoss. Auch als Gericht diente es und ist somit ein Zeugnis städtischer Rechtsprechung und Selbstverwaltung. Wusstet ihr, dass die erste Marktgründung in Völkermarkt bereits 1090 stattfand? Damals hatte Graf Engelbert I von Spanheim seine Finger im Spiel, und das mitten in einer politischen Umwälzung – dem Investiturstreit. Der historische Kontext macht den neuen gastronomischen Hotspot noch spannender.
Die beiden Gastronomen haben beim Einrichten des Cafés auf regionale Firmen und die Unterstützung ihrer Familien gesetzt. Das Lokal bietet Platz für etwa 25 Personen, im Außenbereich sogar für weitere 30. Der Schwerpunkt liegt auf Kaffee, der in Kooperation mit Kaffeemachern aus Villach eigens geröstet wird. Auch Wein, italienisches und bayerisches Bier sowie Prosecco stehen auf der Karte. Kleine Happen wie Blechkuchen runden das Angebot ab – warmes Essen wird aufgrund der räumlichen Gegebenheiten jedoch nicht angeboten. Die ersten Wochen wird das Lokal an sieben Tagen geöffnet sein, danach wird ein Ruhetag evaluiert.
Denkmalschutz und mehr
Ein weiterer spannender Aspekt ist der Denkmalschutz. Das Alte Rathaus steht wegen seines historischen Wertes unter Schutz. Bauliche Veränderungen sind zwar in gewissem Rahmen möglich, doch dafür braucht es eine Bewilligung des Bundesdenkmalamtes. Es wird immer empfohlen, frühzeitig Kontakt aufzunehmen, um Verzögerungen und Kosten zu vermeiden. Ob Julian und Florian hier in der Zukunft noch etwas anpassen wollen? Das bleibt spannend!
Was die beiden Gastronomen jedoch auf jeden Fall im Blick haben, ist die Verbindung zur Geschichte des Hauses und der Stadt. Der mobile Anhänger „Zum Julian“ wird weiterhin angeboten, abhängig von der zeitlichen Verfügbarkeit. So bleibt die Verbindung zur bisherigen Tätigkeit erhalten. Völkermarkt, ein Ort voller Geschichte, bekommt mit „heimweh“ einen neuen Treffpunkt, der alte Traditionen mit modernem Flair verbindet.