In der kleinen Gemeinde Lippendorf bei Völkermarkt hat sich Stefanie Treichl als Hundetrainerin einen Namen gemacht. Ihr Fokus liegt auf sogenannten „Problemhunden“ und deren Besitzern. Oft stellt sie fest, dass nicht die Hunde, sondern deren Menschen das eigentliche Problem sind. Sie sieht sich in ihrer Rolle als Vermittlerin zwischen Mensch und Tier und betont, wie wichtig Aufklärung, Vertrauen und Respekt in der Hundeerziehung sind. Es ist nicht nur ein Job für sie, sondern eine Herzensangelegenheit.
„Viele Menschen wählen den falschen Hund für ihren Alltag aus oder sind einfach zu nachgiebig“, erklärt Treichl. Ihr Ansatz beinhaltet, dass Hunde Respekt vor ihren Besitzern haben sollten, jedoch ohne Angst. Diese Balance zu finden, ist ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. In ihren Trainingsstunden verwendet sie viel Lob und Belohnung, aber auch gezielte Korrekturen, um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten. „Es geht darum, die Beziehung zu stärken und Missverständnisse auszuräumen“, sagt sie.
Der Weg zu einem harmonischen Miteinander
Stefanie Treichl lebt selbst mit mehreren Hunden zusammen, seit sie 15 Jahre alt ist. Diese Erfahrung bringt sie in ihre Trainingsmethoden ein. Sie ermutigt Menschen, die Hilfe suchen, denn der Wille zur Verbesserung ist entscheidend. „Es ist nie zu spät, um an sich und seinem Hund zu arbeiten“, so Treichl. Dabei betont sie, dass Hundeerziehung nicht erst bei Problemen beginnt, sondern ab dem ersten Tag des Zusammenlebens.
Ein weiterer Aspekt ihrer Arbeit ist die positive Verstärkung. Dies ist eine Methode, die sich als äußerst effektiv erwiesen hat. Richtiges Verhalten wird belohnt, während unerwünschtes Verhalten ignoriert wird. Wichtig ist, dass die Belohnung innerhalb von 1–2 Sekunden nach dem richtigen Verhalten erfolgt. Trainingseinheiten sollten kurz gehalten werden – so etwa 5–10 Minuten – und mehrmals täglich stattfinden, insbesondere bei Welpen.
Die Grundlagen der Hundeerziehung
Ein paar Grundkommandos sind für jeden Hund wichtig – wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Hier“, „Fuß“ und „Aus“. Diese sechs Kommandos stellen die Basis für eine erfolgreiche Erziehung dar. Stefanie Treichl erklärt, dass Konsequenz in der Erziehung von großer Bedeutung ist. Alle im Haushalt sollten dieselben Regeln und Signale verwenden, um Verwirrung zu vermeiden. Das Training ist nicht nur für den Hund wichtig, sondern auch für den Besitzer – es ist eine gemeinsame Reise.
Problemverhalten hat oft Ursachen, die identifiziert werden müssen. Häufige Probleme sind übermäßiges Bellen, nicht hören, an der Leine ziehen oder anspringen. Die Schlüssel zu einer erfolgreichen Erziehung liegen oft im Verständnis und in der Geduld. „Impulskontrolle ist essentiell“, so Treichl. Die richtige Kommunikation zwischen Mensch und Hund kann viel bewirken.
Besonders die Prägungsphase zwischen 8 und 16 Wochen ist entscheidend für die Entwicklung eines Hundes. In dieser Zeit sollten positive Erfahrungen mit Menschen und anderen Hunden gesammelt werden, um ein soziales und ausgeglichenes Tier zu schaffen. Stubenreinheit hat höchste Priorität – alle 2 Stunden nach draußen!
Wer also in Völkermarkt mit einem Hund lebt oder plant, sich einen Vierbeiner zuzulegen, sollte sich etwas Zeit nehmen, um über die eigene Erziehungsmethodik nachzudenken. Vielleicht wird ein Besuch bei Treichl zur besten Entscheidung, die man für sich und seinen Hund treffen kann. Mit einem Schuss Humor und einer Prise Geduld schafft man nicht nur eine harmonische Beziehung, sondern auch einen treuen Begleiter fürs Leben.
