In Völkermarkt hat Josef Sutter eine beeindruckende persönliche und berufliche Wendung erlebt. Seit September 2020 ist er querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotz dieser Herausforderung bleibt er aktiv und engagiert. Vor seinem Unfall war Sutter Gastwirt und arbeitet seit 2017 bei Siemens Mobility Austria GmbH im Projektmanagement. Nach mehreren Reha-Aufenthalten und mit Unterstützung seines Arbeitgebers ist er seit August 2022 wieder berufsfähig.
Sutter begann mit einer Wiedereingliederungsteilzeit und arbeitet seit Februar 2023 wieder in Vollzeit im Home-Office. Im Oktober 2023 übernahm er die Obmannschaft beim Verein „Rollstuhl aktiv“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderungen in finanziellen Schwierigkeiten zu unterstützen und bei der Jobsuche zu helfen. „Rollstuhl aktiv“ bietet auch Freizeitprogramme mit geführten Veranstaltungen an, bei denen geschulte Personen anwesend sind. Der Verein hat österreichweit 2.000 Mitglieder und plant eine 70-Jahr-Jubiläumsfeier in der Reha-Klinik Tobelbad am 16. Oktober 2027. Spenden sind willkommen und können über www.rollstuhl-aktiv.at getätigt werden.
Hilfsmittel für ein aktives Leben
Für Menschen mit Querschnittlähmung ist der Zugang zu Hilfsmitteln entscheidend. Diese Hilfsmittel werden von verschiedenen Kostenträgern übernommen und fallen in sechs Kategorien. Zum Beispiel gibt es Hilfsmittel zum Ausgleich einer Behinderung, die eine unterstützende Wirkung haben können. Hierbei ist eine Genehmigung durch die Krankenkasse erforderlich, und es gilt eine Frist von zwei Monaten für die Entscheidung über Anträge. Auch Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel zur Teilhabe am Arbeitsleben sind wichtig, um die Erwerbsfähigkeit zu gewährleisten.
Die Kostenübernahme für diese Hilfsmittel variiert je nach Kategorie und Kostenträger. So zahlen gesetzlich Versicherte beispielsweise 10% der Kosten für Verbrauchsmittel, während die Pflegekasse bis zu 40 Euro pro Monat für bestimmte Hilfsmittel übernimmt. Der Anspruch auf Hilfsmittel wird im Teilhabeplanverfahren geklärt, was für viele Menschen mit Behinderungen von großer Bedeutung ist.
Gemeinschaft und Teilhabe
Die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ist ein zentrales Ziel der Leistungen zur Teilhabe. Diese Leistungen sollen Menschen ermöglichen, ihr Leben nach ihren Neigungen und Fähigkeiten zu gestalten. Sie beinhalten medizinische Rehabilitation, Teilhabe am Arbeitsleben und soziale Teilhabe. Besonders wichtig ist, dass diese Leistungen frühzeitig eingeleitet werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Die Eingliederungshilfe unterstützt dauerhaft oder drohend behinderte Menschen und ermöglicht ihnen ein selbständiges Leben sowie eine angemessene Berufsausübung. Dabei greifen die verschiedenen Leistungen ineinander und sind nicht strikt voneinander getrennt. Auch digitale Bildungsangebote werden gefördert, um die Teilhabe an beruflicher Bildung zu erleichtern. Durch diese Maßnahmen wird der Weg für eine aktive und selbstbestimmte Lebensgestaltung geebnet, was für Josef Sutter und viele andere von großer Bedeutung ist.