Im Bezirk Völkermarkt sorgten in diesem Jahr die Maibäume für Aufregung. Am 1. Mai mussten die Bewohner feststellen, dass ihre geliebten Bäume in einem unerfreulichen Zustand waren. Einige der Maibäume waren nicht nur schmucklos, sondern auch in einem rosaroten Farbton angemalt. Ja, richtig gehört – rosarot! Das ist nicht gerade der traditionelle Look, den man von einem Maibaum erwartet. Doch das war noch nicht alles. An anderen Orten wurden sogar Sägen eingesetzt. Man fragt sich, was in die Verursacher gefahren ist? Vandalenakte, die niemand wirklich nachvollziehen kann – und das, wo der Maibaum doch ein Zeichen für Gemeinschaft und Tradition ist. Für weitere Informationen zu diesen Vorfällen, kann man sich auf der Webseite der Kleinen Zeitung umschauen.
Traditionell wird der Maibaum in den Gemeinden mit viel Freude und Enthusiasmus aufgestellt. Das Maibaumstehlen ist ein Brauch, der in vielen Regionen Österreichs und darüber hinaus praktiziert wird. Dabei ist es nicht einfach nur ein Diebstahl, sondern ein gut geregeltes Ritual. Junge Männer versuchen, den Maibaum einer anderen Gemeinde zu stehlen, oft in der Hoffnung auf eine Auslöse in Form von Bier und Essen. Aber hier wird’s spannend – ein Maibaum darf nur gestohlen werden, wenn er noch nicht aufgestellt ist. Ein aufgestellter Baum ist tabu. Nur liegende Bäume innerhalb der Gemeindegrenzen sind für solch einen „Übergriff“ erlaubt. Man könnte sagen, es gibt Regeln, die das Ganze in geordnete Bahnen lenken.
Die Regeln des Maibaumstehlens
Wenn ein Maibaum tatsächlich entführt wird, muss er außerhalb der Gemeindegrenzen gelagert werden, um den Diebstahl als erfolgreich zu werten. Ein weiterer interessanter Punkt: während des Diebstahls und der Lagerung darf der Baum nicht beschädigt werden. Es geht also nur um den Stamm – die hübschen Dekorationen bleiben unberührt. Und wenn die Diebe erwischt werden, gilt die Aktion als nicht erfolgreich. In so einem Fall bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich zurückzuziehen. Das alles klingt nach einem spannenden Spiel, aber auch nach viel Verantwortung für die Beteiligten.
Die polizeiliche Aufsicht bleibt bei diesen Traditionen außen vor; der Brauch soll ohne rechtliche Konsequenzen ablaufen, solange alle Regeln beachtet werden. Regionale Unterschiede gibt es allerdings ebenfalls: In Bayern dürfen Bäume traditionell nur in der Walpurgisnacht gestohlen werden – das hat sich zwar im Laufe der Zeit geändert, aber die Wurzeln sind klar. In Süddeutschland wird der Diebstahl nur als ehrenvoll betrachtet, wenn der Baum versteckt wird. In Österreich müssen die Diebe sogar selbst einen Maibaum aufgestellt haben, um einen anderen stehlen zu dürfen. Es ist also ein feines Netz aus Traditionen, das hier gewoben wird.
Der Hintergrund des Maibaumfestes
Die Nacht zum 1. Mai, auch bekannt als Walpurgisnacht, ist eine Zeit voller Tradition und Aberglauben. Ursprünglich verband sich dieser Tag mit heidnischen Bräuchen, die die Ankunft des Frühlings feierten. Man erzählt sich, dass in dieser Nacht die germanischen Götter Wotan und Freya die Winterdämonen vertreiben. Die Walpurgisnacht hat zudem ihren Namen von der heiligen Walburga, die um 780 verstorben ist. Ihre Gebeine wurden am 1. Mai nach Eichstätt gebracht – das hat sich über die Jahrhunderte gewandelt, aber der Zauber dieser Nacht bleibt bestehen. Gewöhnlich werden in vielen Regionen Hexenfeuer entzündet, um böse Geister abzuwenden.
In einigen Teilen Deutschlands, wie in Nordrhein-Westfalen, werden sogar Maifeuer entzündet, und es gibt Bräuche, bei denen Verliebte über das Feuer springen. Der Maikönig oder die Maikönigin hat die Aufgabe, das Maifest zu organisieren, was oft mit Bier und Geld aus der Versteigerung verbunden ist. Diese Traditionen sind stark männlich geprägt und variieren von Ort zu Ort, aber sie zeigen, wie tief verwurzelt dieser Brauch in der Kultur ist. Der 1. Mai hat sich über die Jahrhunderte gewandelt und ist heute auch als Tag der Arbeit bekannt – ein Erbe des Generalstreiks in den USA im Jahr 1886. So wird der Maibaum zu einem Symbol, das weit über die bloße Tradition hinausgeht.