Im Bezirk Völkermarkt, Kärnten, zeigt sich ein erfreulicher Trend in der Landwirtschaft: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die Mehrfachantragsflächen bewirtschaften, ist im Jahr 2023 auf 1127 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 1123 Betriebe gab, kann dieser Anstieg als positives Zeichen für die lokale Landwirtschaft gewertet werden. Ein Grund für diesen Zuwachs ist der wachsende Wunsch der Bevölkerung nach Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Gemüse, Getreide, Milch und Fleisch. Raphael Pliemitscher von der Landwirtschaftskammer hat in der letzten Agrarstrukturerhebung 2023 insgesamt 2142 Betriebe im Bezirk festgestellt, wovon 488 im Haupterwerb und 1560 im Nebenerwerb tätig sind. Im Jahr 2010 waren es noch 2208 Betriebe, was auf eine langsame, aber stetige Veränderung in der Agrarlandschaft hinweist.
Die Betriebsschwerpunkte im Bezirk liegen im Ackerbau, in der Schweinemast, der Mutterkuhhaltung, der Geflügelmast, der Forstwirtschaft und der Direktvermarktung. Während bei den Viehhaltern Rückgänge zu verzeichnen sind, gibt es im Geflügelbereich erfreuliche Zuwächse. Die Anzahl der Direktvermarkter bleibt stabil, mit insgesamt 46 qualitätszertifizierten Direktvermarktern im Bezirk, von denen 11 in den letzten vier Jahren neu hinzugekommen sind. Ein Beispiel für erfolgreiche Direktvermarktung ist Maria Mucher, die seit 25 Jahren Milch und Milcherzeugnisse direkt vertreibt, insbesondere im Schulmilchsektor. Sie beliefert täglich zwischen 400 und 600 Schulen mit frisch produzierter Milch, was einen enormen Arbeitsaufwand mit sich bringt.
Direktvermarktung und Chancen für Betriebe
Die Landwirtschaftskammer bietet den Mitgliedern verschiedene Dienstleistungen an, um die Direktvermarktung zu fördern. Dazu zählen unter anderem ein Etikettenservice, die individuelle Gestaltung von Etiketten sowie vergünstigte Teilnahmebeträge bei Produktprämierungen in verschiedenen Kategorien wie Fisch, Fleisch, Öl, Milchprodukte, Brot und Marmelade. Darüber hinaus profitieren die Mitglieder von kostengünstigen Werbematerialien, Rabatten und Lehrfahrten. Ein wöchentlicher Direktvermarktungs-Newsletter informiert über neue Förderungen und wichtige Informationen, die für die Betriebe von Bedeutung sind.
Ein weiteres Beispiel für den Erfolg in der Direktvermarktung ist der Biohof Rupitz, der seit rund zehn Jahren Brot, Gemüse, Eier und saisonal Fleisch anbietet. Der von Katrin und Christof Feimuth geführte Biohof ist biozertifiziert und konzentriert sich auf den Marktgarten. Sie betonen die Wertschöpfung am Hof und planen, den Verkauf ab Hof von Gemüse, einschließlich Raritäten aus altem österreichischem Saatgut, zu intensivieren. Auch die höheren Preise für Bioprodukte im Vergleich zur Massenware sind mit einem höheren Risiko und Aufwand verbunden, jedoch überzeugt die Qualität der Produkte.
Landwirtschaftliche Strukturen und Herausforderungen
Die Agrarstatistik erfasst die Betriebe nach dem Betriebssitzprinzip, was bedeutet, dass die Flächen und Tiere eines Betriebs in der Gemeinde gezählt werden, in der sich der Betriebssitz befindet. Bei mehreren Betriebsteilen wird der Betrieb der Region des Betriebssitzes zugeordnet. Diese Daten sind wichtig, um die Entwicklungen in der Landwirtschaft nachvollziehen zu können. Alle drei bis vier Jahre werden zudem landwirtschaftliche Strukturerhebungen durchgeführt, die auch die Bewässerung der Flächen betreffen. Es wird erfasst, welche Betriebe die Möglichkeit und die tatsächliche Bewässerung ihrer Flächen nutzen.
Insgesamt zeigt sich, dass die landwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk Völkermarkt auf einem guten Weg sind, sich den Herausforderungen der heutigen Zeit zu stellen. Die Kombination aus Direktvermarktung, Selbstversorgung und einem klaren Fokus auf Qualität könnte die Zukunft der Landwirtschaft in der Region entscheidend prägen. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle hier.