Heute ist der 8. Mai 2026, und in der Innenstadt von Völkermarkt gibt es Grund zur Freude! Zwei Traditionsbetriebe, die seit vielen Jahren in der Region verwurzelt sind, feiern ihre Wiedereröffnung. Die Rede ist von den Tabakspezialitäten Bardel und dem Juwelier Waschier, die beide am Hohen Platz, quasi als Nachbarn, ihre Türen wieder öffnen. Ein schöner Anlass, um einen Blick hinter die Kulissen dieser geschichtsträchtigen Geschäfte zu werfen!
Die Geschichte der Trafik Bardel ist beeindruckend. Dieter Bardel führt das Geschäft bereits in vierter Generation und hat 1998 die Verantwortung übernommen. Die Trafik hat eine lange Tradition, sie besteht seit 1872 – das ist fast ein ganzes Jahrhundert! Allerdings war der Betrieb in den letzten Monaten nicht einfach. Aufgrund von Bauarbeiten am Hochwasserschutzprojekt am Schossbach musste die Trafik für drei Monate in den ehemaligen Geschäftsräumen eines Juweliers untergebracht werden. Und dann kamen auch noch Schäden im Boden dazu, die eine komplette Erneuerung erforderlich machten. Aber alles ist jetzt vorbei, und die renovierten Räumlichkeiten strahlen in neuem Glanz: großzügig, modern und hell. Ein Bereich zur Selbstbedienung wurde eingerichtet, und alte Möbel wurden liebevoll aufpoliert, um den ursprünglichen Charakter zu bewahren. Ein zuvor verdecktes Fenster erstrahlt nun ebenfalls in neuem Licht.
Die Rückkehr von Juwelier Waschier
Gerhard Waschier, Junior-Chef des Juweliergeschäfts, kann ein Lied davon singen, wie herausfordernd die letzten Monate waren. Nach einem Einbruch am 10. Februar und den anschließenden Sanierungsarbeiten aufgrund des Hochwasserschutzprojekts musste das gesamte Geschäft erneuert werden. Aber auch hier gibt es gute Nachrichten: Das Geschäft wurde modernisiert und glänzt jetzt mit einer neuen, nachhaltigen Trauringkollektion aus 100 Prozent Recycling-Gold. Sicherheit wird großgeschrieben; dafür mussten maßgefertigte Sicherheitsgläser eingebaut werden, und das beschädigte Eingangsportal wurde ebenfalls erneuert. Trotz der anstrengenden Wochen ist Gerhard Waschier froh, wieder in gewohnter Qualität für seine Kunden da zu sein.
Beide Betriebe sind nicht nur ein Teil der Stadtgeschichte, sie stehen auch für das, was man im Kontext von Wiederaufbau und Resilienz anstreben sollte. Die Herausforderungen, die durch Hochwasser und andere Naturereignisse entstehen, sind nicht nur lokal zu betrachten. Der Praxisleitfaden „Nach der Flutkatastrophe: Chance für Veränderung“, veröffentlicht im Rahmen des Forschungsverbundvorhabens KAHR, gibt Handlungsempfehlungen für Kommunen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Es geht darum, aus der Not eine Tugend zu machen und den Wiederaufbau als Chance für nachhaltige und resiliente Strukturen zu nutzen, um künftige Hochwasserereignisse besser bewältigen zu können. Ein interessanter Gedanke, der auch in Völkermarkt seine Anwendung findet.
Die Investitionen, die die Familie Bardel in ihre Trafik gesteckt hat, und die Modernisierungen bei Juwelier Waschier sind Beispiele dafür, wie man sich den Herausforderungen stellt und gleichzeitig die Tradition bewahrt. Wo alte Wurzeln auf neue Ideen treffen, da blüht das Leben – und das ist genau das, was wir hier in Völkermarkt erleben dürfen. Ein Hoch auf die Traditionsbetriebe und auf die Menschen, die mit viel Herzblut und Engagement dafür sorgen, dass unsere Stadt lebendig bleibt!