Die Römer im Lavanttal: Eine neue Sonderausstellung im Lavanthaus
Am 3. Juli 2026 war es endlich so weit: Die lang ersehnte Sonderausstellung „Die Römer im Lavanttal“ wurde im Museum im Lavanthaus eröffnet. Ein großes Publikum war anwesend, und die Atmosphäre war von Neugier und Begeisterung geprägt. Stadtrat Klaus Penz von der SPÖ überbrachte die Grüße des Bürgermeisters und leitete die Ansprachen ein. Vizebürgermeisterin Michaela Lientscher, ebenfalls von der SPÖ, hob die kulturelle Bereicherung hervor, die das Museum für die Region darstellt.
„Das Alte Rom und die lateinische Kultur hatten einen enormen Einfluss auf unsere Region“, stellte Museumsleiter Christian Bachhiesl bei seiner Rede fest. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das Leben im Lavanttal zur Römerzeit. Die Kuratoren, Corinna Zernig und Stephan Karl, haben eine wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig ansprechende Präsentation geschaffen. Daniel Strassnig, der die digitalen Elemente der Ausstellung verantwortete, erläuterte, wie Grabungsfotos und Texte römischer Autoren die Exponate lebendig machen.
Einblick in die Römerzeit
Die Ausstellung ist die zwanzigste, an der Daniel Strassnig mitwirkte, und sie beleuchtet zentrale Themen wie Wohnen, Alltagsleben, Kult, Religion und Bestattungssitten. Besonders beeindruckend sind die bedeutenden Fundstätten, die in der Region entdeckt wurden, darunter die römische Villa von Allersdorf sowie die Gräberfelder von Kollnitz und Wiesenau. Ein Highlight stellt das Heiligtum für Gott Latobios am Burgstallkogel dar, das die religiöse Praxis der Römer eindrücklich widerspiegelt.
Archäologe Stephan Karl erklärte die Bedeutung des Marmorsteinbruchs Spitzelofen, der für die Region von wesentlicher Bedeutung war und viele bedeutende Funde lieferte. Der Spitzelofen selbst ist ein römischer Steinbruch für Marmor, der auf etwa 1060 m ü. A. am Westabfall der Koralpe liegt. In der Römerzeit und im Frühmittelalter war er aktiv und lieferte Material, das in der Region Noricum verwendet wurde. Die radiocarbondatierten Betriebszeiträume zwischen 31 v. Chr. bis 80 n. Chr. und 614 bis 870 n. Chr. belegen die lange Geschichte des Steinbruchs.
Führungen und Workshops
Nach der Eröffnung fanden Führungen durch die Ausstellung statt, die von vielen Besuchern begeistert angenommen wurden. Es war einfach schön, in entspannter Atmosphäre bei Getränken und Gesprächen mehr über die römische Geschichte zu erfahren. Die Ausstellung ist bis Ende April 2028 zu besichtigen, und für kleine Entdecker werden Spezialführungen sowie Kinderworkshops zu den Römern im Lavanttal angeboten.
Der Marmor des Spitzelofen ist bemerkenswert: Mit über 98 % Calciumcarbonat und einer grobkörnigen, weißgrau gebänderten Struktur ist er nicht nur ein geologisches, sondern auch ein kulturelles Erbe. Eine römische Weiheinschrift aus dem 3. Jahrhundert, die in der Steinbruchwand zu finden ist, könnte sogar auf eine römische Weihestätte hinweisen. Leider wurde der Steinbruch in der Vergangenheit durch Schatzsucher und deren Sprengungen erheblich beschädigt, sodass viele wertvolle Informationen verloren gingen.
Der Spitzelofen ist heute nicht mehr für den Abbau genutzt, hat jedoch seinen Platz als Ziel für Wanderer und kulturelle Veranstaltungen gefunden. Im Jahr 2004 wurde er sogar für eine Aufführung des Schauspiels „NYCTIVOE“ verwendet, was zeigt, wie lebendig die Region trotz ihrer historischen Wurzeln bleibt. Wer mehr über diese faszinierende Geschichte erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Webseite der Kärntner Initiative für Archäologie und Geschichte.
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