Heute ist der 6.05.2026 und an der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Wolfsberg in Trier tut sich endlich etwas. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der die Schüler und Lehrer mehr Baustelle als Schule erlebt haben, soll nun tatsächlich mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Schulleiter Dirk Schönhofen hat dazu die Hoffnung, dass die Dinge jetzt schneller vorangehen als beim C-Gebäude, dessen Renovierung erst vor kurzem abgeschlossen wurde. Ursprünglich sollte die Sanierung des L-Gebäudes bereits 2018 fertig sein, aber wie so oft wurden die Pläne immer wieder verschoben. Ein farbenfroher Elefant, den die Schüler 2015 gemalt haben, steht im Treppenhaus und symbolisiert den Sanierungsstau der Schule.
Die IGS existiert seit 2010 und hat seither in alten, teilweise maroden Gebäuden wie der Cusanus-Hauptschule und der Ludwig-Simon-Realschule unterrichtet. Im Jahr 2016 wurde verkündet, dass die Sanierung des L-Gebäudes nach dem C-Gebäude beginnen würde, dessen Arbeiten nun erst in den Startlöchern stehen. Aktuell sind die Abbrucharbeiten im Gange, und die Stadtverwaltung hat die Sanierung des L-Gebäudes mit Gesamtkosten von rund 16,8 Millionen Euro beschlossen. Aber die gute Nachricht hat ihren Preis: Die ursprünglich geplante Fertigstellung bis Ende 2027 kann nicht eingehalten werden, und die Stadt gibt keine aktuellen Kostenschätzungen bekannt. Das bringt die Schulgemeinschaft in eine schwierige Lage.
Ein Blick auf die Herausforderungen
Die Probleme mit der Bausubstanz sind nicht zu übersehen. Trockenbauwände entsprechen nicht den Brandschutzanforderungen, das Dämmmaterial könnte kanzerogen sein, und die Dachkonstruktion sowie die Treppen sind einfach zu schwach. Sogar die WC-Anlage im Erdgeschoss ist in einem desolaten Zustand und muss dringend erneuert werden, obwohl dies bereits 2012 nur teilweise geschehen ist. Während der Sanierung sind die Toiletten im L-Gebäude nicht nutzbar, was die Situation für Schüler und Lehrer noch komplizierter macht. Der versprochene Toilettencontainer? Bisher noch nicht aufgestellt!
Die Schüler haben sich bereits an die Umstände gewöhnt, viele kennen die IGS Trier nur als Baustelle. Das M-Gebäude, wo derzeit der Unterricht stattfindet, ist überfüllt und bietet kleine Klassenräume, die nicht ausreichend Platz für die Schüler bieten. Der Ausweichraum „Freiwurf“ ist noch nicht bezugsfertig, was den Fachunterricht in den Klassenräumen erforderlich macht. Diese anhaltenden Schwierigkeiten und der ständige Sanierungsstau führen dazu, dass die Bauarbeiten als „Running Gag“ unter Schülern und Lehrern gelten. Ein bisschen Humor muss schließlich sein, auch wenn die Geduld mittlerweile am Ende ist.
Der Ausblick auf die Zukunft
Die neuen Zeitpläne sehen vor, dass die Rohbauarbeiten 2026 beginnen und der Innenausbau 2027 abgeschlossen sein soll. Eine Fertigstellung der Sanierung wird nun erst im Sommer 2028 erwartet. Schulleiter Schönhofen äußert die berechtigte Hoffnung, dass die Stadtverwaltung diesmal Wort hält und dass es nicht erneut zu Verzögerungen kommt. Die Stadt hat zudem angekündigt, dass die Bauarbeiten Anfang Februar beginnen sollen. Doch ob das alles so reibungslos ablaufen wird, bleibt abzuwarten. Die geschätzten Kosten für die Sanierung liegen mittlerweile bei rund 17 Millionen Euro – und das, obwohl ursprünglich nur sieben Millionen eingeplant waren. Da die Fördergelder vom Land an Bedingungen geknüpft sind, benötigt die Kommune dringend Unterstützung.
In Anbetracht all dieser Herausforderungen ist es klar, dass die IGS am Wolfsberg nicht nur eine Schule, sondern ein Ort voller Geschichten und Geduld ist. Die Schüler und Lehrer warten auf einen Neuanfang, auf bessere Räumlichkeiten und ein Lernumfeld, das ihren Bedürfnissen gerecht wird. Sie hoffen auf ein Ende des Sanierungsstaus und darauf, endlich wieder in einer Schule zu lernen, die nicht als Baustelle wahrgenommen wird. Die Vorfreude auf das, was kommt, ist spürbar, selbst wenn der Weg dorthin noch steinig ist.
Für weitere Informationen zur Situation an der IGS am Wolfsberg in Trier, siehe auch die Berichterstattung im Volksfreund und SWR.