In Klagenfurt hat eine Pensionistin einen jahrelangen Kampf gegen das drüsige Springkraut aufgenommen, eine invasive Pflanze aus Indien, die sich ungestüm ausbreitet. Die Problematik ist nicht nur lokal, sondern spiegelt ein größeres Phänomen wider, das in vielen Teilen der Welt beobachtet wird. Das Springkraut, das in Deutschland kaum natürliche Feinde hat, infiltriert den Garten der Frau und damit ihren geliebten japanischen Steingarten.
Jedes Jahr gibt es für die Pensionistin einen mühsamen Kampf. Hunderte von Jungpflanzen muss sie einzeln ausreißen, da die Samen vom angrenzenden städtischen Grundstück in ihren Garten gelangen. Vor zwei Jahren hat sie zusammen mit ihrem Rechtsanwalt Andreas Nowak Klage eingereicht, um die Stadt zu zwingen, die Fläche mindestens einmal jährlich zu mähen. Doch das Bezirksgericht Klagenfurt entschied in erster Instanz gegen sie – die Beeinträchtigung wurde als geringfügig und ortsüblich erachtet.
Rechtsstreit und Gerichtsurteil
Der gesamte Rechtsstreit hat sich als langwierig und nervenaufreibend herausgestellt. Obwohl Nowak Rechtsmittel einlegte, bestätigte das Landesgericht die Entscheidung der ersten Instanz. Der Anwalt der Stadt, Martin Wiedenbauer, bezeichnete das Urteil als bedeutend für vergleichbare Fälle, da ein anderes Ergebnis möglicherweise zu weiteren Forderungen von Grundeigentümern geführt hätte. Und damit wären hohe Kosten für die Stadt verbunden gewesen – geschätzt 3000 Euro. Ein Betrag, der nicht unerheblich ist!
Die Pensionistin hat das Urteil akzeptiert, auch wenn es bedeutet, dass sie das Unkraut weiterhin selbst entfernen muss. Der geschätzte Mehraufwand von etwa zwölf Stunden pro Jahr wird vom Gericht als zumutbar angesehen. Nun bleibt ihr nichts anderes übrig, als weiterzumachen, und es ist nicht das erste Mal, dass sie sich gegen ungebetene Pflanzen wehren muss. Nowak erwähnte in diesem Zusammenhang einen anderen Fall, bei dem Essigbäume die Nutzung eines Grundstücks wesentlich beeinträchtigten und zu einer anderen gerichtlichen Entscheidung führten.
Die Problematik invasiver Arten
Doch was macht das drüsige Springkraut so problematisch? Invasive Arten wie diese bedrohen nicht nur die heimische Flora, sondern können ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen. Laut dem IPBES-Bericht gibt es weltweit über 37.000 gebietsfremde Arten, von denen mehr als 3.500 als invasiv gelten. In Deutschland sind 1.015 Neobiota-Arten registriert, die sich etabliert haben. Angesichts der Klimakrise wird sogar mit einer verstärkten Ausbreitung nicht heimischer Arten gerechnet. Die Unionsliste führt 88 invasive Arten, für die in der EU besondere Vorkehrungen zum Schutz der biologischen Vielfalt getroffen werden müssen. Die Herausforderung ist also groß.
Die Pensionistin aus Klagenfurt kämpft nicht nur für ihren Garten, sondern steht auch symbolisch für den Widerstand gegen eine wachsende Bedrohung durch invasive Arten. In ihrem Fall geht es um mehr als nur eine Pflanze – es geht um die Bewahrung der heimischen Flora und die Lebensqualität im eigenen Garten. Wer hätte gedacht, dass ein kleines Unkraut solch große Wellen schlagen kann?
Für weitere Informationen über das Thema und die Auswirkungen invasiver Arten, schaut doch mal bei ORF Kärnten vorbei oder informiert euch über den WWF.
