Am 9. Mai 2026 war Steyr der Schauplatz der dritten Kidical Mass, und die Stadt erlebte ein fröhliches Treiben von etwa 350 Mitradelnden. Darunter viele Kinder mit ihren bunten Laufrädern! Die Veranstaltung war nicht nur ein Fest für die Kleinen, sondern auch ein starkes Zeichen für eine kinderfreundliche Verkehrspolitik. Musik, gute Stimmung und die Durchfahrt durch den Tunnel in der Tomitzstraße sorgten für ein unvergessliches Erlebnis. Der Empfang am Klimafest nach der Fahrt war ein weiterer Höhepunkt, bei dem die Kinder sich stärken konnten und ein Kindertheater sowie zahlreiche Mitmachstationen auf sie warteten. Organisiert wurde das Ganze von der Radlobby Steyr, die sich für die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr einsetzt.
Die Radlobby hat ein klares Ziel: Kinder sollen sicher mit dem Rad unterwegs sein – sei es zur Schule oder zum Sportverein. Dabei wird die Notwendigkeit gut ausgebauter, durchgängiger Radwege sowie Tempolimits und Verkehrsberuhigung immer wieder betont. Die Freude und Begeisterung der Kinder bei der Fahrt sind für die Radlobby ein Antrieb, sich weiterhin für diese wichtigen Anliegen stark zu machen. Man merkt, dass hier nicht nur für den Moment gefeiert wird, sondern dass es um eine nachhaltige Veränderung im Stadtbild geht.
Ein bundesweites Phänomen
Die Kidical Mass ist jedoch nicht nur in Steyr ein Thema. Vom 5. bis 7. Mai 2023 versammelten sich in Deutschland und weltweit rund 150.000 Menschen zu ähnlichen Aktionen in über 500 Orten. Bunte Fahrraddemos, Schulstraßen und sogar Fahrradbussen (BiciBus) sind Teil dieser Bewegung, die für eine kinder- und fahrradfreundliche Verkehrspolitik steht. Ziel ist es, Kinder sicher und selbstständig im Straßenverkehr bewegen zu können. Die Forderung nach einer Reform des Straßenverkehrsrechts, um die Schutzbedürftigkeit von Kindern zu betonen, wird immer lauter. Vorschläge wie geschützte oder baulich getrennte Radwege sowie Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen sind dabei zentral.
In vielen deutschen Städten sieht es im Vergleich zu Vorbildern wie Paris, London oder Helsinki jedoch noch düster aus. Eine aktuelle Studie zeigt, dass es in Deutschland an sicheren Schulwegen und geschützten Radwegen mangelt. Schulstraßen sind rar, und Tempo 30 ist nicht überall Realität. Das zeigt, dass eine Reform des Straßenverkehrsrechts unbedingt nötig ist, um den Bedürfnissen von Kindern gerecht zu werden. Der ADFC, als Partner des Kidical Mass-Bündnisses, hat bereits Rückendeckung von den Verkehrsminister:innen der Bundesländer bekommen, um diese Reformpläne voranzutreiben.
Das Engagement geht weiter
Die nächste große Gelegenheit, die Stimme für kinderfreundliche Mobilität zu erheben, steht bereits bevor. Vom 22. bis 24. September 2023 sind weitere Aktionen geplant, die das Thema erneut in den Fokus rücken werden. Die Vision ist klar: Straßen sollen für alle da sein, und das Lebensumfeld für alle Generationen muss verbessert werden. Mit der StVO-Novelle 2024 erhält man mehr Handlungsspielraum, um endlich die notwendigen Veränderungen umzusetzen. Der Wunsch nach einer kinderfreundlichen Mobilität wird immer lauter, und die Radlobby in Steyr ist ein Teil dieser wichtigen Bewegung.