Vom Friseursalon ins Büro: Ninas inspirierende Neuanfang
In Kirchdorf gibt es eine faszinierende Wandlung: Nina Trinkl, die 20 Jahre lang mit Leidenschaft als Friseurin gearbeitet hat, hat den Schritt gewagt und sich beruflich neu erfunden. Die 39-Jährige begann im Januar 2026 eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Gemeinde Windischgarsten. Nach zwei Jahrzehnten im Friseurhandwerk, wo sie sich um ihre Kunden kümmerte und ihr Organisationstalent unter Beweis stellte, suchte sie nach einer neuen Herausforderung – sowohl körperlich als auch geistig. Und das hat sie nun gefunden!
Heute ist Trinkl im Bürgerservice der Gemeinde tätig und häufig die erste Anlaufstelle für Bürgeranliegen. Das bedeutet, dass sie Anträge bearbeitet, Bescheide erstellt und auch die digitale Verwaltung mitgestaltet. Ihre Erfahrungen aus dem Friseurberuf bringen ihr viele Fähigkeiten, die auch im Büro wertvoll sind. Zum Beispiel aktives Zuhören, Kundenführung und Stressresistenz. Sie ist überzeugt, dass Flexibilität und die Liebe zur Arbeit mit Menschen entscheidend für eine erfolgreiche Karriere sind. Wer könnte das besser nachvollziehen als sie?
Der Wandel vom Handwerk ins Büro
Trinkls Werdegang ist nicht nur ein Beispiel für Mut, sondern auch eine Inspiration für viele, die über einen Berufswechsel nachdenken. Friseure haben oft mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, sei es durch Rückenbeschwerden oder Hautausschläge, die durch die stundenlange Arbeit im Salon verursacht werden. Die Bezahlung im Friseurhandwerk ist oft unter dem, was man sich wünschen würde. Vollzeitbeschäftigte verdienen etwa 2.220 Euro brutto, was, mit Trinkgeldern gerechnet, nicht weit über dem Mindestlohn liegt. Ein Wechsel in einen Bürojob kann hier eine echte Verbesserung darstellen.
Interessanterweise gibt es für Friseure verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder umzuorientieren – ohne eine zweite Lehre beginnen zu müssen. So können geförderte Weiterbildungen, wie etwa die digitale Online-Schulung „DigiMan“, die durch Bildungsgutscheine finanziert werden kann, eine gute Option sein. Diese Weiterbildung dauert vier Monate und kann den Einstieg in die digitale Welt der Büros erleichtern. Und das Beste daran? Wenn der Bildungsgutschein bewilligt wird, ist diese Schulung kostenlos!
Was bringt die Zukunft?
Die Zukunft für Friseure, die den Sprung ins Büro wagen wollen, sieht vielversprechend aus. Mit einem Einkommen von 2.700 bis 3.300 Euro im ersten Bürojob ist der Gehaltssprung durchaus realistisch. Natürlich gibt es auch Bedenken – viele Friseure sind unsicher, ob sie die nötigen Verkaufsfähigkeiten oder Computerkenntnisse mitbringen. Aber die Chancen stehen gut, denn mit der richtigen Weiterbildung kann man diese Lücken schließen.
Trinkl ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass ein Wechsel in eine neue Branche nicht nur möglich, sondern auch bereichernd sein kann. Ihre Geschichte zeigt, dass es nie zu spät ist, sich neu zu erfinden und seine Träume zu verwirklichen. Ein Schritt in eine andere Richtung kann oft der Beginn von etwas Großem sein.
