In Klagenfurt tut sich was! Die Stadtwerke haben sich vorgenommen, die Möglichkeiten der Tiefengeothermie zu prüfen. Diese innovative Methode könnte die Fernwärmeproduktion in Klagenfurt und Umgebung revolutionieren. Man nutzt dabei die Wärme, die in Form von Heißwasser aus dem Inneren der Erde kommt, um Gebäude zu beheizen. Klingt spannend? Ist es auch!
Im Sommer soll es losgehen mit den ersten Untersuchungen. Dabei kommt eine Methode zum Einsatz, die sich passive Seismik nennt. Mit dieser Technik werden die Eigenschaften des Untergrunds erforscht. Rund 320 Seismometer werden zwischen August und September 2026 in Klagenfurt und 22 weiteren Gemeinden in Südwest-Kärnten aufgestellt. Diese kleinen Geräte – etwa 25 x 10 x 10 cm groß – werden 30 cm tief in den Boden eingegraben und zeichnen die Bodenschwingungen auf. Wichtig zu wissen: Anrainer, Tiere und Pflanzen werden während der Messungen nicht gestört. Nach etwa einem Monat werden die Geräte wieder entfernt und der ursprüngliche Zustand wird wiederhergestellt.
Ein Blick in die Tiefe
Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich über stolze 630 km² und dient der Analyse der geologischen Schichten. Hierbei ist es entscheidend, welche Gesteinsarten und -beschaffenheiten vorhanden sind, denn diese beeinflussen das geothermale Potenzial erheblich. Die tiefen Wässer, die zur Wärmegewinnung genutzt werden, befinden sich in porösen oder geklüfteten Gesteinsarten. Übrigens: Die Tiefengeothermie nutzt Lagerstätten, die mehr als 400 Meter unter der Erde liegen und unterscheidet dabei zwischen Hochenthalpie- (über 200 °C) und Niedertemperaturlagerstätten (unter 200 °C).
In Deutschland etwa wird die hydrothermale Geothermie bereits in vielen Regionen genutzt – von München bis Bad Staffelstein. Die Fernwärmeversorgung in diesen Städten basiert auf der Nutzung solcher Lagerstätten. München hat sogar ambitionierte Pläne, bis 2040 seine gesamte Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen, wobei Geothermie eine zentrale Rolle spielt. Bei ausreichendem Temperaturniveau könnte man sogar Strom erzeugen! Das könnte auch in Klagenfurt eines Tages der Fall sein.
Die Zukunft der Energiegewinnung
Tiefe Geothermie hat das Potenzial, unsere Heizsysteme zu revolutionieren. Die Anlagen sind leistungsfähiger als die oberflächennahe Nutzung und können ganze Stadtviertel mit Heizwärme versorgen. Außerdem ist Geothermie wetterunabhängig und liefert ganzjährig umweltfreundlichen Strom. In Unterhaching bei München gibt es bereits eine Demonstrationsanlage, die Wärmebereitstellung und Stromerzeugung kombiniert. Interessanterweise wurde dort ein Wärmeverbund mit der Nachbargemeinde Grünwald gegründet, um die Anlagen besser auszulasten und den Anteil an nicht-erneuerbaren Energien zu verringern.
Umwelteffekte, die mit der Stromerzeugung aus tiefer Geothermie verbunden sind, sind lokal begrenzt und technisch beherrschbar. Dennoch müssen potenzielle Umweltauswirkungen wie induzierte Seismizität und die Beeinträchtigung von Grundwasserleitern genau untersucht werden. Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und der Einsatz von Frühwarnsystemen könnten helfen, Risiken zu minimieren.
Wenn alles gut läuft, könnte Klagenfurt in wenigen Jahren von dieser nachhaltigen Energiequelle profitieren. Ein Schritt in die richtige Richtung für eine umweltfreundlichere Zukunft – und das ganz ohne fossile Brennstoffe. Die ersten Messergebnisse werden übrigens Ende 2026 erwartet und dienen dann als Entscheidungsgrundlage für das Projekt. Man darf gespannt sein, was da auf uns zukommt!
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