Heute ist der 1.05.2026 und in Klagenfurt brodelt es finanziell. Die Stadt steht vor einer gewaltigen Herausforderung, denn für das laufende Jahr gibt es kein Budget. Es fehlen Millionen. Dabei schloss Klagenfurt 2025 noch mit einem Plus von 22 Millionen Euro ab. Doch das hat sich geändert. Jetzt gibt es ein Defizit von 34,5 Millionen Euro, und die geplanten Investitionen betragen fast 60 Millionen Euro, von denen jedoch nur 5,3 Millionen Euro tatsächlich zur Verfügung stehen. Finanzreferentin Constanze Mochar hat die brisante Situation erkannt und prüft die Aufnahme eines Kassakredits, um das Defizit zu decken. Ein Konsolidierungspaket wurde zwar beschlossen, aber die Umsetzung gestaltet sich schwierig – insbesondere beim Stellenabbau und den geplanten Vermögensverkäufen. Die Stadt steht also vor einer echten Bewährungsprobe, und die Fragen, wie es weitergeht, bleiben im Raum stehen.

Der Budgetentwurf für 2025 liegt mittlerweile auf dem Tisch und hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro. Trotz aller Mühen bleibt ein Defizit von knapp zwei Millionen Euro, selbst nach umfangreichen Umschichtungen. Um der finanziellen Schieflage entgegenzuwirken, plant die Stadt, 40 Millionen Euro aus künftigen Liegenschaftsverkäufen zu verwenden und etwa 42 Millionen Euro an internen Darlehen zu mobilisieren. Doch das hat einen Preis: Die Rücklagen der Stadt werden stark reduziert. Von ursprünglich 93 Millionen Euro sollen Ende 2025 nur noch etwa 6 Millionen Euro übrig bleiben. Die Verschuldung steigt weiter an. Externe Kredite betragen bereits 109 Millionen Euro und in Kombination mit internen Darlehen beläuft sich der Schuldenstand auf alarmierende 184 Millionen Euro.

Verschuldung und Kritik

Der ordentliche Haushalt sieht Ausgaben von 350 Millionen Euro und Einnahmen von 348 Millionen Euro vor. Das ist ein schmaler Grat. Der Gesamtfinanzierungshaushalt, der auch die Investitionen umfasst, liegt bei rund 500 Millionen Euro. Die finanzielle Lage ist also angespannt. Ein weiterer Plan ist bis 2030 den Abbau von 300 Stellen, was eine Einsparung von etwa 3 Millionen Euro pro Jahr bringen soll. Doch diese Maßnahmen sind nicht unumstritten. Der Konsolidierungsbeirat hatte empfohlen, den Restbetrag aus dem Hallenbad-Kredit – rund 43 Millionen Euro – zur Budgetstabilisierung zu nutzen, was die Stadt jedoch ablehnte. Mochar verteidigte die Nutzung von Rücklagen und internen Darlehen, äußerte aber auch vorsichtigen Optimismus bezüglich der Einhaltung des Voranschlags für 2025.

Die politische Reaktion auf die Finanzlage ist gemischt. Stefan Samonig, Stadtparteiobmann der Grünen, bezeichnet den Budgetentwurf als „Schönfärberei“ und „Selbstbetrug“. Er kritisiert die hohe Verschuldung und die Finanzierung über Rücklagen. Er hat recht, denn vor diesem Hintergrund erweist sich die Verwaltung als ineffizient: Im Vorjahr wurden über 11.500 elektronische Rechnungen ausgedruckt! Auch Erwin Angerer von der FPÖ sieht eine bedrohliche Entwicklung in Kärntens Finanzen und kritisiert die bisherigen politischen Maßnahmen. Er verweist auf die hohe Pro-Kopf-Verschuldung und den Mangel an Reformen in der Vergangenheit.

In diesem Kontext wird klar, dass Klagenfurt dringend nach Lösungen suchen muss. Nahezu alle Maßnahmen stehen auf der Kippe. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadtregierung die Herausforderungen bewältigen wird und ob die Bürger von Klagenfurt bald wieder aufatmen können. Ein Lichtblick könnte die geplante Stabilisierung durch die Nutzung von Rücklagen und interne Darlehen sein, doch ob dies reicht, um die Wogen zu glätten, ist fraglich. Ein ständiger Balanceakt zwischen notwendigen Investitionen und der drückenden Schuldenlast – eine echte Herausforderung für die Zukunft der Stadt.

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