Klezmer Klänge verbinden Generationen in St. Pölten
Heute ist der 22. Juni 2026 und die Vorfreude in St. Pölten ist spürbar! Die Stadt bereitet sich auf ein ganz besonderes Event vor: Die Jewish Weekends in der ehemaligen Synagoge. Ein Ort, der nicht nur geschichtlich aufgeladen ist, sondern auch kulturelle Brücken schlägt. Am 29. Mai fand das Eröffnungskonzert statt, und es war der Auftakt eines beeindruckenden Programms, das bis Anfang Juni andauerte. An diesem Abend trat der renommierte Klarinettist David Krakauer auf, zusammen mit dem um einiges jüngeren Moritz Weiß, der als Teil der Styrian Klezmore Pocket Band auftritt.
David Krakauer, ein 69-jähriger New Yorker, ist seit den 1980er Jahren bekannt, vor allem durch seine Mitgliedschaft in der legendären Klezmatics. Es ist beeindruckend, wie die Klezmermusik durch ihn und seine Mitstreiter in die Welt getragen wurde. Moritz Weiß, der 40 Jahre jünger ist, bringt frischen Wind in diese Tradition. Zusammen bilden sie ein Generationen-Treffen der Klezmer-Klarinettisten – eine musikalische Begegnung, die nicht nur für die Ohren, sondern auch für das Herz ist.
Ein musikalisches Fest der Generationen
Die Styrian Klezmore Pocket Band, in der Moritz Weiß aktiv ist, setzt sich aus talentierten Musikern zusammen: Johannes Fruhwirth (Posaune, Flügelhorn), Djordje Davidovic (Akkordeon), Niki Waltersdorfer (Gitarre) und Maximilian Kreuzer (Kontrabass). Die Band bringt ein Repertoire auf die Bühne, das sowohl traditionelle als auch moderne Klezmerstücke umfasst. Die Playlist des Abends war ebenso vielfältig wie das Publikum selbst. Von „Freylekhs in NA“ über „Koshari“ bis hin zu traditionellen Stücken wie „Morten’s Lake“ und „Flugangst“ – es war ein wahres Fest für die Sinne.
Die Zuhörer wurden durch die verschiedenen Klänge und Rhythmen mitgerissen. Besonders eingängig waren Titel wie „Bycicle Hora“ und „Klezmer a la Bechet“, die sowohl die Tradition als auch die zeitgenössische Note verkörpern. Krakauer und die Styrian Klezmore Pocket Band schufen eine Atmosphäre, die nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Tanzen einlud. Ein Abend, der die Wurzeln der Klezmermusik in den Vordergrund stellte und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnete.
Ein Blick in die Klezmergeschichte
Klezmer, eine Musiktradition, die ihren Ursprung in der jüdischen Kultur hat, erlebt seit den 1970er Jahren ein erneuertes Interesse, besonders in den USA. Stars wie Giora Feidman und die Klezmorim haben dieser Musikrichtung zu neuem Glanz verholfen. Klarinettisten wie Dave Tarras und Max Epstein waren Mentoren für die neue Generation von Klezmermusikern. Diese Tradition hat sich über die Jahre weiterentwickelt und fusioniert mit anderen Musikformen, was die Szene heute so lebendig macht.
Die Gründung von KlezKamp in 1985 war ein Meilenstein zur Lehre von Klezmer und anderer jiddischer Musik. In den 1990er Jahren erlebte die Klezmermusik eine weitere Blüte, als Musiker aus der San Francisco Bay Area begannen, sie mit Jazz und Funk zu kombinieren. Diese Entwicklungen zeigen, wie dynamisch und anpassungsfähig Klezmer ist – eine Musik, die von der Vergangenheit erzählt und gleichzeitig in der Gegenwart lebt.
Die Veranstaltung in St. Pölten ist nicht nur ein Konzert, sondern ein lebendiger Teil dieser kontinuierlichen Geschichte. Indem David Krakauer und Moritz Weiß die Bühne teilen, wird nicht nur die Musik zelebriert, sondern auch die Verbindung zwischen Generationen sichtbar. Die Klänge der Klarinetten erklingen in der ehemaligen Synagoge, und es wird deutlich: Klezmer ist mehr als nur Musik – es ist ein Gefühl, eine Tradition, die weiterlebt und uns alle verbindet.
Wer mehr über die Wurzeln und die Entwicklung der Klezmermusik erfahren möchte, kann sich auf der Webseite Wikipedia informieren.
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