In Klagenfurt gibt es zurzeit hitzige Diskussionen über die Zusammenarbeit zwischen der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr. Herbert Schifferl, Branddirektor der Klagenfurter Feuerwehr, äußert sich besorgt über die zunehmenden Konflikte, die in den letzten Jahren aufgetreten sind. Während es anfänglich Verbesserungen in der Zusammenarbeit gab, haben sich die negativen Darstellungen der Situation in den letzten zwölf Monaten gehäuft. Besonders brisant ist die Tatsache, dass ein Reformpapier ohne das Wissen des Bezirkskommandanten und des Bürgermeisters eingebracht wurde. Diese Vorgehensweise hat nicht nur zu Differenzen geführt, sondern auch Sicherheitsbedenken aufgeworfen.
Ein weiterer Aspekt, der Schifferl beschäftigt, ist die hohe Zahl der Nebentätigkeiten bei der Feuerwehr. Es bestehen klare Regeln zur Meldung und Überprüfung dieser Tätigkeiten, um etwaige Konflikte zu vermeiden. Er betont, dass er sich nichts zuschulden kommen ließ und ist bereit, die im Bericht des Landesrechnungshofs aufgezeigten Probleme zu lösen. Trotz der Herausforderungen beschreibt er seine Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr als „Traumberuf“ und hebt hervor, dass die Feuerwehr kein reiner Männerverein ist.
Konflikte und Loyalitätsfragen
Die Diskussion um die Beziehung zwischen Berufs- und freiwilliger Feuerwehr ist nicht nur in Klagenfurt von Bedeutung. Auch in Niedersachsen, wie bei einer Sitzung des Landtages am 29. Oktober 2004 deutlich wurde, gibt es ähnliche Bedenken. Abgeordnete der SPD stellten eine Kleine Anfrage zur Übernahme von Funktionen in der freiwilligen Feuerwehr durch Berufsfeuerwehrmitarbeiter. Innenminister Uwe Schünemann erläuterte, dass es hierbei um mögliche Loyalitätskonflikte zwischen dienstlichen Verpflichtungen und ehrenamtlichen Aufgaben geht. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch, dass Berufsfeuerwehrleute in der freiwilligen Feuerwehr effektiv arbeiten können, ohne dass Konflikte aufgetreten sind.
Die Regelungen in Niedersachsen sind dabei klar: Ein § 7 Abs. 2 des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes besagt, dass Angehörige der Berufsfeuerwehr keine Führungspositionen in freiwilligen Feuerwehren einnehmen dürfen. Diese strikte Unvereinbarkeitsregelung wurde 1978 eingeführt, um Defizite in der Führungsstruktur während der Waldbrandkatastrophen der Jahre 1975 und 1976 zu beheben. Es ist ein heikles Thema, denn nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch in anderen sicherheitsrelevanten Berufen bestehen ähnliche Loyalitätskonflikte.
Gemeinsame Werte und Herausforderungen
Die Herausforderungen, die sowohl die Berufs- als auch die freiwillige Feuerwehr betreffen, sind eng mit den allgemeinen Werten und Prinzipien verbunden, die Feuerwehrangehörige vertreten. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) vertritt über 1,4 Millionen Feuerwehrangehörige in Deutschland, und sein Leitbild betont die Hilfeleistung unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und Ansehen. Der DFV setzt sich für Solidarität, Zusammenhalt und Kameradschaft ein und engagiert sich seit Jahren für eine demokratische und respektvolle Diskussionskultur innerhalb der Feuerwehr.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse hebt hervor, dass Vertrauen, Respekt und Rechtsstaatlichkeit die Grundlagen der Tätigkeit des Verbandes bilden. Extremistischen Tendenzen wird entschieden entgegengewirkt, und jegliches Zuwiderhandeln wird verfolgt. Dies zeigt, dass die Werte und die Arbeit der Feuerwehren im Einklang mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, was für die Arbeit in Klagenfurt ebenso gilt.
Die Entwicklungen in Klagenfurt sowie in Niedersachsen verdeutlichen, dass die Feuerwehr eine wichtige Institution ist, die mit Herausforderungen konfrontiert wird, die weit über lokale Streitigkeiten hinausgehen. Die Zusammenarbeit zwischen Berufs- und freiwilliger Feuerwehr bleibt ein zentrales Thema, das auch in Zukunft intensiv diskutiert werden muss. Die Feuerwehr ist mehr als nur ein Beruf oder ein Ehrenamt; sie ist ein Zeichen von Gemeinschaft und Verantwortung für alle.