Heute ist der 2.06.2026 und die MTB-Szene in Innsbruck steht vor einer spannenden, aber auch herausfordernden Saison. Die Stadt Innsbruck hat die zweite Ausbaustufe des Bichltrails in Angriff genommen. Das klingt nach einer tollen Nachricht für alle Radfahrer, aber die Gesamtsituation der Trails bleibt kritisch. Zu viel Bürokratie und starre Vorgaben haben dazu geführt, dass freiwillige Pflegeaktionen, die sogenannten Shape-Days, vorerst ausgesetzt werden. Diese waren für die Erhaltung der Trails und die Minimierung von Gefahren von großer Bedeutung.
Die Trails wie der Arzler Alm Trail und der Hofwaldtrail befinden sich in einem bedenklichen Zustand und sind teilweise nicht mehr befahrbar. Der Verein MTB Innsbruck hat die Stadt aufgefordert, mehr Struktur, Transparenz und Zusammenarbeit zu bieten – ohne jedoch finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Fragen zur Wartungsvertrag-Leistung und deren Umsetzung bleiben dabei unbeantwortet.
Kritische Lage der Trails
Besonders aufhorchen lässt die Schließung des Nordkettensingletrails im Jahr 2019. Seitdem wurden nur wenige leichte und mittelschwere Trails hinzugefügt, was die Lage für erfahrene Mountainbiker verschärft. Die Bichltrails wurden als Ergänzung für Einsteiger und für Trainingsmöglichkeiten konzipiert. Doch der Mangel an anspruchsvollen Strecken hat zur Entstehung illegaler Trails geführt. Das ist nicht nur ein Problem für die Natur, sondern auch für die Sicherheit der Radfahrer.
Erfreulicherweise gibt es Neuigkeiten zur Wiedereröffnung des Nordkettentrails. Die Stadt Innsbruck hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Singletrails getroffen, und die Detailplanung wurde extern beauftragt. Allerdings ist die naturschutzrechtliche Genehmigung für den Nordkettentrail aus dem Jahr 2019 abgelaufen. Die Behörden haben bereits eine reduzierte Streckenführung eingereicht, doch ein positives Einverständnis mit dem Innsbrucker Kommunalbetrieb (INKBB) steht noch aus. Die naturschutzrechtlichen Auflagen spielen hier eine große Rolle, und die vorgeschlagenen Änderungen müssen erst noch genehmigt werden.
Die Zukunft der MTB-Szene
In der Zwischenzeit bleibt die MTB-Community in Innsbruck optimistisch, aber auch frustriert. Die ehrenamtlichen Helfer, die sich zuvor mit viel Engagement für die Trails eingesetzt haben, sehen sich nun mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Die Möglichkeit, eigenständig zu handeln und Verantwortung für die Trails zu übernehmen, ist durch die regulatorischen Hürden stark eingeschränkt. So bleibt es abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die Stadt Innsbruck die nötige Unterstützung bieten kann, um die Trails wieder in einen befahrbaren Zustand zu bringen.
Die Entwicklungen rund um die Trails sind damit noch lange nicht abgeschlossen. Für die MTB-Szene in Innsbruck bleibt die Hoffnung, dass sich die Dinge zum Positiven wenden und die Begeisterung für den Sport nicht abnimmt. Die Bichltrails bieten immerhin eine Möglichkeit für Einsteiger, aber die erfahrenen Mountainbiker dürsten nach mehr – und das nicht nur im übertragenen Sinne.
Für weitere Informationen und aktuelle Updates zur Situation der Trails in Innsbruck empfehlen wir einen Blick auf den Artikel von meinbezirk.at.
