Im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels wird am 3. Mai eine bedeutende Ausstellung eröffnet, die die Werke der beiden Künstlerinnen Florentina Pakosta und Claudia Hirtl in den Fokus rückt. Unter dem Titel „Gegenbewegung“ zeigt die Ausstellung den spannenden Dialog zwischen Pakostas sarkastischen Montageblättern der 1970er und 1980er Jahre und ihren abstrakt-geometrischen Trikoloren Bildern, die seit den 1990er Jahren entstehen. Diese Kunstwerke thematisieren männliche Gewalt sowie die Verheerungen der patriarchalen Macht. In dieser Kontextualisierung wird deutlich, dass Pakosta zu den wichtigsten feministischen Künstlerinnen Österreichs gehört und in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet hat. Ihr aktuelles Buch „Wohnung ohne Wände“, das starke Kurzgeschichten enthält, wird ebenfalls thematisiert. Die Ausstellung ist ein Tribut an die gesellschaftlichen Fragen, die die feministische Kunst seit ihren Anfängen aufwirft. So berichtet die Kleine Zeitung, dass aus der Sammlung des Museumsgründers Heinz Angerlehner sechs Werke von Pakosta zu sehen sind.
Schröder, ehemaliger Chef der Albertina und Kurator der Ausstellung, hebt die besonderen Merkmale von Pakostas Bildern hervor, die Männerköpfe mit verschiedenen Attributen zeigen und die Komplexität der Geschlechteridentität thematisieren. Dies spiegelt sich im interdisziplinären Ansatz der feministischen Kunst wider, die seit den 1960er Jahren entstanden ist und sich intensiv mit identitätsstiftenden Themen auseinandersetzt. Wie Wikipedia informiert, sind solche Künstlerinnen wie Pakosta Teil einer Bewegung, die gegen die gesellschaftliche Diskriminierung von Frauen annimmt und feministischen Themen in den Mittelpunkt stellt.
Das künstlerische Schaffen von Claudia Hirtl
Die parallele Ausstellung „Vermessung von Seinsweisen“ von Claudia Hirtl beginnt ebenfalls am 3. Mai und wird bis zum 14. September 2025 zu sehen sein. Hirtl, geboren 1954 in Wörgl, beschäftigt sich in ihren großformatigen Tempera-Bildern mit westlicher Abstraktion und asiatischer Zeichensprache. Inspiriert durch japanische Schriftzeichen, schafft sie Werke, die sowohl Bild als auch Schrift vereinen und die Wahrnehmung von Zeit, Ort und Identität thematisieren. Antonio Rosa de Pauli, der Kurator der Ausstellung, betont somit, dass Hirtls Arbeiten ein poetisches Erfahrungsfeld eröffnen und in jeder Betrachtung Veränderungen sichtbar werden.
Beide Ausstellungen bieten den Besuchern die Möglichkeit, sich mit aktuellen feministischen Diskursen auseinanderzusetzen. Die Öffnungszeiten für das Museum Angerlehner sind montags bis freitags auf Anfrage, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Die offizielle Eröffnung findet am 3. Mai um 15 Uhr statt und verspricht, ein bemerkenswertes Ereignis für die Kunstszene zu werden. Der Fokus auf die Werke von Pakosta und Hirtl unterstreicht, wie essentiell die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und feministischen Themen in der zeitgenössischen Kunst ist, ein Aspekt, der nicht nur in Österreich, sondern international von großer Bedeutung ist.
Die Verbundenheit dieser Ausstellungen zur feministischen Kunst wird durch die erwähnten Themen wie stereotype Weiblichkeitsbilder und Machtverhältnisse noch verstärkt, die in der feministischen Kunst durchaus zentral sind. Diese Bewegung hat sich von den Anfängen der 1960er Jahre bis heute weiterentwickelt und bleibt relevant in Diskussionen um Geschlechtergleichstellung und künstlerische Ausdrucksformen.