Ein Abend mit Robert Stadlober: Tucholskys zeitlose Botschaften neu interpretiert
Ein ganz besonderes Event steht vor der Tür! Am Samstag, den 31. Oktober 2026, wird der talentierte Schauspieler und Musiker Robert Stadlober im Bildungshaus Osttirol in Lienz auftreten. Um 20:00 Uhr geht es los mit dem Tucholsky-Programm, das die Zuschauer auf eine fesselnde Reise durch die Zeit mit Kurt Tucholsky mitnehmen wird. Veranstaltet von Ummi Gummi, verspricht dieser Abend nicht nur Unterhaltung, sondern auch tiefgründige Einsichten in die menschliche Natur und die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Robert Stadlober ist kein Unbekannter. Er hat sich nicht nur in der Schauspielerei einen Namen gemacht, sondern auch als Musiker. Mit seiner Platte „Wenn wir einmal nicht grausam sind…“ hat er Gedichte von Kurt Tucholsky vertont. Dieses Werk ist eine Hommage an einen Schriftsteller, dessen Texte, über einhundert Jahre alt, erstaunlich aktuell sind. Tucholsky thematisierte Liebe, Hass, die Sinnlosigkeit von Gewalt und die politischen Irrwege, die auch heute noch relevant sind. Besonders eindrucksvoll bleibt Tucholskys Zitat: „Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.“ Es ist fast so, als hätte er die gegenwärtige Zeit schon damals vorausgesehen.
Ein persönlicher Bezug zu Tucholsky
Stadlober hat eine familiäre Verbindung zu Tucholskys Werk, die besonders durch seine DDR-Herkunft geprägt ist. In den 1990er-Jahren entdeckte er Tucholskys schärfere Texte und erkannte ihn als progressiven Sozialdemokraten. „Ich sehe Parallelen zwischen historischen politischen Kämpfen und aktuellen politischen Konstellationen“, sagt Stadlober. Dies macht die Auseinandersetzung mit Tucholskys Texten für ihn so wichtig. Er versucht, die Ambivalenzen in Tucholskys Werk darzustellen, anstatt einfach nur die einfacheren Botschaften zu wählen.
Die Themen, die Tucholsky aufgreift – die Sehnsucht nach einem bürgerlichen Leben, der Kampf um Gerechtigkeit und der menschliche Umgang miteinander – sind auch für Stadlober von großer Bedeutung. „Ich finde es überraschend, dass Tucholsky eine Sehnsucht nach einem bürgerlichen Leben in seinen Texten ausdrückt“, erzählt er. Diese Entdeckung sorgt dafür, dass Stadlober den Mut hat, alte Werke neu zu vertonen und dabei Fragen neu zu stellen. Kunst, so betont er, ist immer politisch, auch wenn er einfache Parolen ablehnt.
Ein Abend voller Musik und Poesie
Die Kombination aus Musik und Tucholskys Texten wird sicher für einen unvergesslichen Abend sorgen. Stadlober selbst ist ein leidenschaftlicher Musiker, der viele Platten kauft und täglich Musik macht. „Irgendwie empfinde ich die Trennung zwischen Musik und Schauspiel als ungerechtfertigt“, sagt er. Das Publikum kann sich darauf freuen, die musikalische Seite von Stadlober zu erleben, die perfekt mit der Poesie Tucholskys harmoniert.
Die Auseinandersetzung mit Tucholskys Werk hat Stadlober auch bei seiner Rolle des Joseph Goebbels im Film „Führer und Verführer“ geholfen. Diese kritischen Themen, die in Tucholskys Texten behandelt werden, sind nicht nur für die Vergangenheit relevant, sondern spiegeln auch die heutigen Herausforderungen in der politischen Landschaft wider. Stadlober kritisiert die Ernsthaftigkeit in der politischen Auseinandersetzung und sieht eine Rückkehr zur Satire als notwendig an.
Das Tucholsky-Programm verspricht, nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig zu sein. Die Themen, die Stadlober anspricht, sind nicht nur zeitlos, sondern auch von großer Bedeutung für unser heutiges Leben. Wir dürfen gespannt sein, was uns dieser Abend in Lienz bringen wird!
