In Linz, der charmanten Stadt an der Donau, gibt es aktuell einen schweren Legionellen-Ausbruch, der die Gemüter erhitzt. Die Staatsanwaltschaft Linz hat nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen, nachdem am 13. August 2026 die 81-jährige Hildegard Kollnberger an einer Legionellen-Infektion gestorben ist. In der ersten Hälfte des Juli erkrankten insgesamt 32 Personen, drei davon überlebten die Infektion nicht. Das hat die Gesundheitsbehörden auf den Plan gerufen, die nun potenzielle Infektionsquellen untersuchen. Diese reichen von Duschen über Brunnen bis hin zu Kühltürmen.

Über 200 Wasserproben aus diversen Einrichtungen wurden bereits bis Anfang September gesammelt. Besonders ins Auge gefallen ist eine Kühlanlage der Linz AG, in der der gleiche Legionellen-Stamm gefunden wurde, wie bei einem genesenem Erkrankten. Die Linz AG selbst betont aber, dass bislang kein direkter Zusammenhang mit den weiteren Erkrankungen nachgewiesen werden konnte. Trotz dieser Aussage wurde die betroffene Kühlanlage umgehend gereinigt, desinfiziert und auf Trockenbetrieb umgestellt.

Ein schwerer Verlust

Erhard Kollnberger, der Sohn der Verstorbenen, hat mittlerweile Anzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet. Die Ermittlungen laufen gegen unbekannte Täter, und im Falle einer Verurteilung drohen bis zu zwei Jahre Haft. Es ist ein Drama, das nicht nur die Familie Kollnberger betrifft, sondern die gesamte Stadt Linz aufwühlt. Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte und welche Rolle die Kühltürme in dieser Geschichte spielen. Aktuell wird am Landesgericht Feldkirch der größte Legionellen-Fall in Österreich verhandelt, bei dem 43 Menschen erkrankten. Hier steht ein Kühlturm der Firma Rattpack im Verdacht und auch dort wird von fahrlässiger Gemeingefährdung gesprochen. Die Verwicklungen scheinen also weitreichend zu sein.

Ein Lichtblick: Seit über einer Woche wurden keine neuen Fälle gemeldet. Das klingt erstmal beruhigend. Auch die Linz AG hat sich zu Wort gemeldet und bedauert die Situation. Die räumliche und zeitliche Verteilung der Erkrankungen sowie die Analysen der Luftströmungen haben den Zusammenhang zwischen dem Kühlturm in der Wienerstraße und den Erkrankungen bestätigt. Die betroffene Person, die ebenfalls erkrankte, ist mittlerweile genesen. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl zurück.

Was sind Legionellen überhaupt?

Legionellen sind keine Unbekannten. Diese gramnegativen Bakterien leben in stehendem Wasser und vermehren sich optimal bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Wenn die Wassertemperaturen über 55 Grad steigen, wird ihr Wachstum gehemmt, und ab 60 Grad sterben sie ab. Sie sind in der Umwelt weit verbreitet, in Oberflächengewässern und feuchten Biotopen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch das Einatmen von Wassernebel, der Legionellen enthält. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Raucher und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

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Die Inkubationszeit für Legionärskrankheit liegt zwischen 2 und 10 Tagen, während Pontiac-Fieber schneller, innerhalb von 5 bis 72 Stunden, auftritt. In Deutschland, wo die Meldepflicht für Legionellen bereits seit 2001 besteht, liegt die Inzidenz bei 1,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, was etwas unter dem europäischen Durchschnitt ist. Und die Zahlen steigen, auch in Österreich wird ein Anstieg der Fälle beobachtet.

Die Gesundheitsbehörden arbeiten fieberhaft daran, die Ursachen des Ausbruchs in Linz zu klären. Die Trinkwasserversorgung ist nicht betroffen, aber die Situation wirft Fragen auf. Wie sicher sind unsere Kühltürme und Wassersysteme? Und was kann getan werden, um solche Ausbrüche in Zukunft zu verhindern? Das bleibt abzuwarten, während die Ermittlungen weiterlaufen und die Stadt Linz auf der Suche nach Antworten ist.