Linz denkt Zukunft: Unternehmer im Dialog über Künstliche Intelligenz und die Herausforderungen der Wirtschaft
Heute ist der 22.10.2026, und in Linz war es wieder soweit: Der Wirtschaftsempfang unter dem Motto „Linz denkt Zukunft“ brachte rund 350 Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen. Dort ging es um die zentralen Megatrends, die unsere Firmen beeinflussen, und die Herausforderungen, die uns die Zukunft stellt. Und natürlich durfte das Thema Künstliche Intelligenz (KI) nicht fehlen! Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik sowie Vertreter von Standortpartnern wie AMS, Linzer CityRing und Polizei waren ebenfalls mit von der Partie.
Der Eröffnungstalk war ein echtes Highlight. WKO Linz-Stadt-Obmann Klaus Schobesberger, WKOÖ-Vizepräsidentin Lisa Sigl, Sparkasse OÖ-Vorstandsdirektor Manuel Molnar und WKO Linz-Stadt-Leiter Peter Polgar sprachen über die Anliegen der Betriebe. Schobesberger unterstrich die Notwendigkeit, Freiraum für Unternehmen zu schaffen, damit diese investieren und Arbeitsplätze schaffen können. Eine wichtige Entscheidung wurde auch getroffen: Die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt, was einer jährlichen Entlastung von rund zwei Milliarden Euro für die Betriebe entspricht.
Künstliche Intelligenz im Fokus
Besonders spannend waren die Keynotes von Johann Lefenda und Anitra Eggler. Lefenda sprach über globale Veränderungen und neue Denkmodelle, während Eggler die Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz beleuchtete. KI ist mehr als nur ein Werkzeug; sie kann Aufgaben übernehmen, die einst menschliche Urteilskraft erforderten. Laut aktuellen Berichten wird KI bereits in 69% der Unternehmen genutzt, auch wenn viele Führungskräfte sie bisher nur sporadisch einsetzen. Die Frage ist, wie KI die Arbeitsorganisation und die Einkommensverteilung verändern könnte.
Eine interessante Entwicklung ist die Relevanz von KI für die wirtschaftliche Gesamtlage. Es gibt Prognosen, die besagen, dass KI in den kommenden Jahren die Produktivität um 1,44% steigern, jedoch auch die Beschäftigung um 0,68% verringern könnte. Die Finanzpolitik sollte diese Entwicklungen aufmerksam beobachten, um negative Folgen abzufedern. Hierbei könnte die Verteilung der Produktivitätsgewinne entscheidend sein, denn die Konzentration von Kapital und Kontrolle über Daten könnte zunehmen.
Die Zukunft der Arbeit
Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz sind noch nicht ganz klar abzulesen, erinnern wir uns nur an die historischen Beispiele wie Elektrizität oder die Dampfmaschine. Auch damals gab es Verzögerungen, bis die Produktivitätsgewinne sichtbar wurden. KI könnte sich allerdings schneller verbreiten, und laut Schätzungen der OECD könnte sie in den G7-Staaten das jährliche Produktivitätswachstum um 0,8 bis 1,3 Prozentpunkte erhöhen. Aber – und das ist wichtig – die Unsicherheiten bleiben. Unternehmen müssen sich anpassen und KI sinnvoll einsetzen, um ihre Vorteile auszuschöpfen.
Das Thema Energieversorgung für die KI-Infrastruktur ist ebenso entscheidend. Rechenzentren, die für KI benötigt werden, könnten massive lokale Temperaturerhöhungen verursachen, die schon bald Millionen von Menschen betreffen könnten. Und der Stromverbrauch? Der könnte bis 2030 voraussichtlich doppelt so hoch sein wie heute – also ein heißes Eisen!
Am Ende des Tages bot der Wirtschaftsempfang nicht nur Raum für spannende Diskussionen und Vorträge, sondern auch für persönlichen Austausch und neue Kontakte. Die Linzer Unternehmerinnen und Unternehmer gingen inspiriert und voller neuer Ideen nach Hause – bereit, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen.
