In Linz gibt es ein Problem, das sich wie ein Schatten über die Gewässer der Stadt legt: die Schwarzfischer. Diese ungebetenen Gäste, die ohne jegliche Lizenz im Hafen und an der Donau fischen, sorgen für Unruhe unter den ehrlichen Anglern. Betroffen sind nicht nur die Fischer selbst, sondern auch Bedienstete von Lastkähnen und Kreuzfahrtschiffen sowie ansässige Personen. Das ist schon eine Art von Wildwest-Atmosphäre, wenn man bedenkt, dass die Schwarzfischer keinerlei Entnahmeregeln, Schonzeiten oder Mindestgrößen beachten. Im Gegensatz dazu zahlen die ehrlichen Fischer 230 Euro für Jahreskarten, um den Neubesatz der Gewässer zu unterstützen – eine wichtige Maßnahme, um die Fischbestände nachhaltig zu bewirtschaften.

Schwarzfischen ist jedoch nicht nur ein Verstoß gegen die guten Sitten, sondern kann auch teuer werden. Laut dem OÖ. Fischereigesetz sind Strafen von bis zu 2.200 Euro möglich. Das gibt einem schon zu denken, wenn man sich vor Augen führt, dass im „Donau Stadtwasser“ pro Tag maximal sechs Fische entnommen werden dürfen. Dabei ist auch das Mindestfangmaß zu beachten: Karpfen müssen mindestens 40 cm lang sein, während die Bachforelle und deren Verwandte schon bei 30 cm an die Angel dürfen. Von der generellen Schonzeit für Raubfische, die vom 1. Februar bis 31. Mai gilt, ganz zu schweigen.

Die Rolle der Kontrollen

Doch in Linz gibt es kaum Kontrollen gegen diese unerlaubten Praktiken. Das ist ein ernstes Problem, denn der Fischereischutz liegt in der Verantwortung der Fischereiausübungsberechtigten. Diese müssen für ihr Revier Fischereiaufseher benennen, die dafür sorgen, dass die Gesetze auch tatsächlich eingehalten werden. Die Anforderungen an diese Aufseher sind hoch. Sie müssen nicht nur eine gültige Fischerkarte besitzen, sondern auch Kenntnisse im rechtlichen und fischereifachlichen Bereich nachweisen. Und das wird durch den Besuch eines speziellen Kurses belegt. Ein bisschen wie ein Führerschein für den Fischfang, könnte man sagen!

Das OÖ. Fischereigesetz regelt nicht nur die Ausübung des Fischereirechts, sondern auch die Zuweisung der Fischereirechte, die Arten der Fischwässer und die Fischereiordnungen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fischbestände nicht nur erhalten, sondern auch nachhaltig bewirtschaftet werden. Bei Verstößen gegen die Regeln, wie etwa dem Einsatz verbotener Fangmittel – dazu zählen Sprengstoff, Gifte und elektrischer Strom – wird es richtig ernst. Die Regelungen sind eindeutig, und es ist an der Zeit, dass sich jeder Fischer daran hält.

Ein Blick in die Zukunft

Die Lage in Linz ist nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, die viele Gewässer in Österreich betreffen. Während ehrliche Fischer alles tun, um die Gewässer sauber und die Bestände gesund zu halten, steht dem ein Schatten in Form von Schwarzfischern gegenüber. Es bleibt zu hoffen, dass die Behörden bald mehr Kontrolle und Aufsicht einführen, um den Naturraum Donau und seine Bewohner zu schützen. Denn am Ende profitieren wir alle von gesunden und lebendigen Gewässern – ob als Fischer oder einfach als Naturliebhaber.

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