Heute ist der 2.10.2026, und in Linz steht ein ganz besonderer Tag vor der Tür. Am 7. Oktober wird der Welttag für menschenwürdige Arbeit gefeiert, ein Anlass, der von der Katholischen Arbeitnehmer:innen Bewegung (KAB) und der Betriebsseelsorge Oberösterreich ins Leben gerufen wurde. Der Fokus liegt darauf, die Aufmerksamkeit auf gute Arbeitsbedingungen zu lenken. Und wie könnte man das besser tun als mit einer kreativen Kartenaktion? Unter dem Motto „ZusammenHALT“ werden zahlreiche Karten verteilt und es gibt Besuche an den Arbeitsplätzen, um den Zusammenhalt in den Betrieben zu stärken und zur kritischen Reflexion über die Auswirkungen des beruflichen Handelns anzuregen.

Der Welttag für menschenwürdige Arbeit wurde bereits 2006 ins Leben gerufen. Das Ziel? Eintreten für angemessenes Einkommen und Grundrechte in der Arbeit. Das Team „mensch & arbeit“ in der Diözese Linz, angeführt von Michaela Pröstler-Zopf, wird am 7. Oktober von 25 Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie 120 Ehrenamtlichen unterstützt, die insgesamt 12.000 Karten verteilen. Ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, in der die Herausforderungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer größer werden. Es gilt nicht nur, den Lebensunterhalt zu sichern, sondern auch Teilhabe, Selbstverwirklichung und Sinnstiftung zu ermöglichen.

Herausforderungen der Arbeitswelt

Es ist kein Geheimnis, dass die Arbeitswelt mit allerlei Unsicherheiten zu kämpfen hat. Die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, steigende Lebenshaltungskosten und Spannungen im globalen Handelssystem beeinflussen das Wirtschaftswachstum erheblich. Diese Krisen machen nicht nur uns das Leben schwer, sie bedrohen auch die Beschäftigungs- und Einkommenslage vieler Menschen weltweit. In den am wenigsten entwickelten Ländern hat sich die Wirtschaft zwar etwas erholt, doch das Wachstum lag 2023 bei lediglich 3,4 Prozent. Weit unter der Zielmarke von 7 Prozent.

Globale Arbeitslosigkeit erreichte 2023 einen historischen Tiefstand von 5 Prozent. Dennoch zeigt sich ein besorgniserregendes Bild: Frauen und Jugendliche sind nach wie vor benachteiligt. Die Arbeitslosenquote von Frauen in Nordafrika und Westasien lag bei fast 15 Prozent. Bei den Jugendlichen betrug die Arbeitslosigkeit weltweit 13 Prozent – mehr als dreimal so hoch wie bei Erwachsenen. Das Ziel der menschenwürdigen Arbeit für alle scheint also noch in weiter Ferne zu sein.

Menschenwürdige Arbeit als Schlüssel

Menschenwürdige, sichere Arbeitsplätze sind ein Schlüsselfaktor für materiellen Wohlstand. In einer integrativen Volkswirtschaft bedeutet das, dass wir existenzsichernde Einkommen, sichere Arbeitsplätze und Schutz vor Diskriminierung brauchen. Besonders wichtig ist der Zugang von Frauen zur menschenwürdigen Arbeit. Aktuelle Trends zeigen, dass sich das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der Erwerbsbevölkerung erst 2086 schließen wird, wenn wir so weitermachen wie bisher. Das sind einfach erschreckende Zahlen.

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Die Erwerbstätigenquote ist ebenfalls ein Thema, das uns alle angeht: 61,4 % der Frauen im erwerbsfähigen Alter sind aktiv, während es bei den Männern 90,6 % sind. Im Jahr 2019 verdienten Frauen weltweit für jeden Dollar, den Männer als Arbeitseinkommen erzielten, nur 51 Cent. Und komischerweise waren junge Frauen im Jahr 2022 mehr als doppelt so häufig nicht in Ausbildung, Beschäftigung oder Training wie junge Männer. Das lässt einem schon zu denken geben.

In Oberösterreich wird man am 7. Oktober nicht nur Karten verteilen, sondern auch Gespräche und Bildungsformate an neun Standorten organisieren. Ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für die gesellschaftlichen Zwecke der Arbeit zu schärfen und um die Herausforderungen, die wir alle täglich erleben, zu diskutieren.