Am 11. November 2025 fand die zweite Verhandlungsrunde des Kollektivvertrags (KV) für private Bewachungsgewerbe statt. Die Verhandlungen, die mehr als fünf Stunden dauerten, wurden jedoch abgebrochen, nachdem die Arbeitgeberseite lediglich eine kurze Kompromissbereitschaft gezeigt hatte. Das Angebot der Arbeitgeber wurde als unzureichend kritisiert, da mehr als die Hälfte der Beschäftigten lediglich eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent erhalten würden, was unter der Inflationsrate von 3,01 Prozent liegt. Dies stellt einen ernsthaften Rückschlag für die Arbeiter dar, da auch keine Verbesserung der Rahmenbedingungen angeboten wurde.

Die Gewerkschaft vida fordert eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent, um den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen. Die Kosten für Mieten, Lebensmittel, Strom und Gas sind zuletzt stark angestiegen. Die Gewerkschaft appelliert an die Arbeitgeber, bei der nächsten Verhandlungsrunde am 27. November ein angemessenes Angebot vorzulegen. Der Umsatz in der Bewachungsbranche stieg im vergangenen Jahr um etwa neun Prozent, was zusätzliche Einnahmen für Sicherheitsdienstleister, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Eurovision Songcontest, erwarten lässt.

Hintergrund der Kollektivverträge

Kollektivverträge in Österreich werden nach Branchen abgeschlossen und sind dabei nicht an spezifische Berufe gebunden. Dies bedeutet, dass relevante Faktoren wie die Branche des Unternehmens und die ausgeübte Tätigkeit maßgeblich sind. So unterliegen beispielsweise Beschäftigte im Gastgewerbe dem Kollektivvertrag für Arbeiter:innen oder Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe. Köche und Köchinnen in Handelsunternehmen fallen unter den Handelskollektivvertrag, während jene, die in Restaurants arbeiten, dem Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe unterliegen. Diese Struktur ist essenziell, um faire Arbeitsbedingungen in verschiedenen Sektoren zu gewährleisten, kollektivvertrag.at stellt hier eine wichtige Informationsquelle dar.

Diese aktuellen Entwicklungen im Sektor der privaten Bewachungsdienste zeigen deutlich, wie wichtig es ist, dass sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgebervertreter konstruktiv an Lösungen arbeiten. Die Herausforderungen, vor denen die Beschäftigten stehen, verlangen nach einem kollektiven Aktionsplan, um auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu reagieren und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Die dritte Verhandlungsrunde am 27. November wird daher mit großer Spannung erwartet, wobei vida erneut die Arbeitgeber auffordert, ein vernünftiges Angebot vorzulegen. Die Reaktion der Arbeitgeber wird entscheidend sein, um zukünftige Konflikte in der Branche zu vermeiden.

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Mehr Informationen zu den Arbeitsrechtsfragen und dem Kollektivvertragswesen sind auch auf ots.at verfügbar, wo die neuesten Entwicklungen und Links zu relevanten Themen fortlaufend aktualisiert werden.