Erntedank in Weiten: Ein Fest der Dankbarkeit und Gemeinschaft
In Weiten, einem kleinen, aber feinen Ort in der Nähe von Melk, war am vergangenen Sonntag das traditionelle Erntedankfest der Pfarre angesagt. Die gläubigen Bewohner versammelten sich, um gemeinsam die Erntekrone zu segnen und an der heiligen Messe teilzunehmen. Schon beim Betreten der Pfarrkirche spürte man die festliche Stimmung – es war ein fröhliches Miteinander, das die Herzen erwärmte.
Die prachtvolle Erntekrone wurde von Josef Schmuckenschlager, Harald Diendorfer, Markus Aniwanter und Herbert Aniwanter feierlich in die Kirche getragen. Diese Krone, die von den Bewohnern aus Filsendorf mit viel Liebe gestaltet wurde, ist das Herzstück des Festes und symbolisiert die Dankbarkeit für die reiche Ernte. Diakon Rupert Kremser übernahm die Segnung und gab der Zeremonie einen feierlichen Rahmen, während die Sträußerl, die von den Einwohnern von Weiterndorf gefertigt wurden, die Kirche schmückten. Die Erntebögen, die von der Landjugend Weiten stammen, rundeten das Bild ab und machten die Kirche zu einem Ort der Dankbarkeit.
Gottesdienst und musikalische Umrahmung
Nach der Segnung fand in der Pfarrkirche die heilige Messe statt, die Diakon Kremser gemeinsam mit einem Gastpriester leitete. Die musikalische Umrahmung übernahm die 1. Waldviertler Trachtenkapelle zusammen mit dem Kirchenchor Weiten. Die Klänge der Musik erfüllten den Raum und ließen die Teilnehmer für einen Moment die Sorgen des Alltags vergessen. Es war einfach schön, gemeinsam zu singen und zu beten!
Die Erntedanksammlung, die im Anschluss an den Gottesdienst stattfand, wird für dringend benötigte Sanierungsarbeiten im Pfarrhof verwendet. Hier zeigt sich, wie wichtig die Gemeinschaft ist – jeder gibt, was er kann, um den Ort und seine Traditionen zu bewahren. Nach dem Gottesdienst gab es eine Agape am Kirchenplatz, die alle versammelten Gläubigen einlud, noch ein wenig zu verweilen, zu plaudern und sich über die Ereignisse des Jahres auszutauschen.
Traditionen und Bräuche rund um das Erntedankfest
Das Erntedankfest in Österreich wird von Ende September bis November gefeiert und ist ein schöner Brauch, der Dankbarkeit für die Ernte ausdrückt. Wichtige Traditionen sind unter anderem die Erntekrone, die in die Kirche getragen wird, sowie das feine Erntebier, das zur Erntezeit gebraut wird. Dieses leichte Bier erfrischt die Arbeiter und lässt die schweren Tage der Erntezeit etwas leichter erscheinen.
Ein weiterer Brauch sind die Maschinenkrapfen, die nach dem Dreschen zubereitet werden und einfach köstlich schmecken. Auch Gumsen, die lustigen Strohpuppen, finden bei Erntewettbewerben Verwendung, und die Garbe, ein Ährenkranz, symbolisiert das Ende der Erntezeit. In vielen Regionen gibt es spezielle Feste, die mit Musik, Tanz und Spielen gefeiert werden – ein wahrhaft fröhliches Treiben, das Jung und Alt zusammenbringt. Die Druschsprüche, die beim Dreschen verwendet wurden, erinnern an die harte Arbeit und das Handwerk unserer Vorfahren und verleihen dem Fest eine ganz besondere Note.
So ist das Erntedankfest nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Moment, um innezuhalten und Dankbarkeit zu zeigen – für die Fülle der Natur und die Gemeinschaft, die uns zusammenhält. In Weiten war das Fest ein wunderschönes Beispiel dafür, wie Tradition und Brauchtum lebendig gehalten werden und die Menschen verbinden.
