In Melk, wo die Donau normalerweise fröhlich plätschert und die Schiffe munter vorbeiziehen, ist die Stimmung alles andere als unbeschwert. Das Niedrigwasser hat die Region fest im Griff und macht so manchem Tourist und Einheimischen das Leben schwer. Die Gastronomie und die Tourismusbetriebe in der Stadt müssen einen Umsatzrückgang von rund 40 Prozent hinnehmen. Das spürt man nicht nur in den Kassen, sondern auch in der Luft – die Freude über einen Besuch in der Stadt ist merklich gedämpft.

Besonders betroffen ist das Stift Melk, das, wie man hört, rund 4.000 weniger Besucher verzeichnet. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: Eingeschränkter Schiffsverkehr seit Ende Juli und die drückenden Temperaturen über 30 Grad sorgen dafür, dass die Touristen ausbleiben. Interessanterweise hat Stifts-Abt Ludwig Wenzl in diesem Zusammenhang auch auf die Sorgen in der Landwirtschaft hingewiesen. Die Trockenheit betrifft nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, die auf saftige Weiden angewiesen sind.

Tourismus und Schifffahrt leiden

Die DDSG Blue Danube hat ebenfalls mit erheblichen Betriebsbeschränkungen zu kämpfen. Der reguläre Schiffsverkehr, der für viele Ausflügler der Hauptgrund für einen Besuch in Melk ist, wurde seit Ende Juli stark eingeschränkt. Johannes Kammerer, der Geschäftsführer, gibt zu bedenken, dass punktuelle Gewitter nicht ausreichen, um die Situation zu verbessern. Es braucht flächendeckenden und länger anhaltenden Regen, damit die Pegelstände wieder steigen.

Markus Madar, der Obmann der Melker Wirtschaft, spricht von messbaren Rückgängen bei Gästen und Erlösen. Die Kombination aus weniger Schiffspassagieren und wetterbedingt sinkendem Konsum hat die Frequenz in Gastronomie, Handel und Kulturangeboten drastisch reduziert. Das sind echte Herausforderungen, besonders in der Hauptsaison, wo sich die Mühe der letzten Monate nicht auszahlt.

Klimawandel und seine Folgen

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass dieses Problem nicht nur Melk betrifft. Auch in Deutschland kämpfen Flüsse wie der Rhein und die Elbe mit immer niedrigeren Wasserständen. Klimaforscher warnen, dass solche Niedrigwasser-Phasen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts noch länger andauern und ausgeprägter werden könnten. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Niedrigwassertage stark zugenommen – ein besorgniserregender Trend. Der Güterverkehr auf Wasserstraßen ist bereits um 23 Prozent gesunken.

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Die wirtschaftlichen Folgen sind alarmierend. Unternehmen müssen zunehmend auf alternative Transportwege wie Lkw oder Bahn ausweichen, was die Transportkosten in die Höhe treibt. Und die Frage nach kurzfristiger Unterstützung steht im Raum. Konkrete Hilfsangebote wurden jedoch noch nicht genannt. Die Entwicklung der Pegelstände in den kommenden Wochen wird entscheidend sein, denn ohne ausreichenden Regen drohen weitere Einschränkungen für die Schifffahrt und zusätzliche Einbußen für die lokale Wirtschaft.