Die Rückkehr des Hubertus: Fest der Gemeinschaft und Tradition in Wilhelmsdorf
Am 19. Oktober 2026 war es wieder soweit: Die 9. Hubertus-Wallfahrt fand in der bezaubernden Wallfahrtskirche Maria Bründl in Wilhelmsdorf/Poysdorf statt. Organisiert von einer Gemeinschaft, die sich aus dem Jagdbezirk Mistelbach, dem Schützenverein Mistelbach und dem Hegering Poysdorf zusammensetzte, zog die Veranstaltung nicht nur Jägerinnen und Jäger aus dem Weinviertel und Wien an, sondern auch zahlreiche Nichtjäger. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Atmosphäre war von einer besonderen Festlichkeit geprägt.
Ein beeindruckender Pilgerzug wurde von Dechant Bernd Kolo empfangen. Angeführt von der Kreuzträgerin Christine, zog der Zug majestätisch in die Kirche ein. Festlich geschmückte Tragen mit Wildtierpräparaten und Fackelträgern verliehen dem Ganzen einen ehrwürdigen Rahmen. Oberschützenmeister Josef Kohzina ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer in der Kirche herzlich zu begrüßen. Zu den Ehrengästen zählten neben Dechant Kolo auch Landtagsabgeordneter Manfred Schulz und Bürgermeisterin Gudrun Sperner-Habitzl, die beide in ihren Grußworten die Bedeutung der Hubertus-Wallfahrt für die Gemeinschaft und die Brauchtumspflege unterstrichen.
Der Geist von Hubertus
Die Hubertus-Wallfahrt ist nicht nur ein festlicher Anlass, sondern auch eine tiefe Verbindung zur Hubertuslegende. Diese erzählt von Hubertus von Lüttich, einem einst maßlosen Edelmann, der durch eine Vision mit einem Hirsch, der ein Kreuz zwischen seinen Geweihstangen trug, zu einem umgänglicheren Menschen wurde. Diese Geschichte, über die in der Hubertusmesse oft gesprochen wird, zeigt, dass es nicht die Jagd selbst ist, die verworfen wird, sondern die Maßlosigkeit. Hubertus wird als Hüter des Waldes verehrt, der nicht nur als Jäger, sondern auch als Beschützer der Tiere agiert.
Die Wallfahrt beinhaltete auch ein Totengedenken für verstorbene Weidkameraden, darunter Josef „Pepi“ Rieder und Karl Kosut. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Jagdhornbläsergruppe des Hegeringes Bernhardsthal und den „Drei Tenören aus Schrick“, die mit ihren Stimmen die Kirche zum Klingen brachten. Ein besonderer Moment war die Segnung von Jagdhunden und Greifvögeln vor der Wallfahrtskirche – ein eindrucksvolles Bild, das die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier symbolisiert.
Ein Fest der Gemeinschaft
Die Agape nach der Messe war ein weiterer Höhepunkt. Bei Wasser, Most, Wein, Brot und regionalen Wildfleischspezialitäten kamen die Teilnehmer zusammen, plauderten und genossen das Beisammensein. Besonders schön ist die zunehmend hohe Teilnahme von Nichtjägern, die durch solche Veranstaltungen den Sinn der Jagd und die Pflege von Traditionen nähergebracht bekommen.
Die Hubertus-Wallfahrt hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil des Jagd- und Kirchenjahres entwickelt. Die 10. Hubertuswallfahrt ist für Oktober 2027 geplant – das Datum wird noch bekannt gegeben. Bis dahin bleibt die Erinnerung an diese besondere Feier lebendig, und die Legende des heiligen Hubertus wird weiterhin in den Herzen der Menschen weitergetragen, die sich mit ihm und seinen Idealen identifizieren.
