Der Welser Gemeinderat hat kürzlich ein bedeutendes Mobilitätskonzept beschlossen, das die Weichen für die Zukunft der Verkehrspolitik in der Stadt stellen soll. In der Debatte, die von mehreren Rednern geprägt war, wurde eine rasche Umsetzung der Pläne gefordert. Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert (SP) beleuchtete die Herausforderungen der Verkehrspolitik und stellte die beiden Masterpläne „Gehen“ und „Radfahren“ vor, die Maßnahmen zur Förderung der „aktiven Mobilität“ beinhalten. Diese Pläne sind in kurz-, mittel- und langfristige Schritte gegliedert und sind eine Voraussetzung für Förderungen aus dem „Klimaaktiv“-Programm des Bundes. Die Masterpläne wurden einstimmig angenommen, auch wenn der Diskussionsbedarf hoch bleibt.
Die Forderung nach Tempo und Priorisierung der Maßnahmen kam von Christian Bruckner und Ronald Schiefermayr (FPÖ). Markus Hufnagl (Neos) kritisierte die fehlende Verpflichtung zur Umsetzung, während Miriam Faber (Grüne) das Mobilitätskonzept lobte, jedoch Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung äußerte. Skepsis äußerte Markus Wiesinger (VP), der befürchtete, das Konzept könne nur „gedrucktes Papier“ sein. Andreas Weidinger (VP) forderte zudem eine rasche Umsetzung einer Nordumfahrung, und Ganzert betonte, dass viele der vorgeschlagenen Maßnahmen bereits bekannt und in Planung seien.
Wichtige Partner und Fördermöglichkeiten
Ein zentraler Aspekt für die Umsetzung des Mobilitätskonzepts ist die Notwendigkeit, Partner wie das Land Oberösterreich zu gewinnen. Die Wirtschaftskammer Wels hat ebenfalls „Mut und Tempo“ bei Verkehrsprojekten gefordert. Obmann Franz Edlbauer nannte hierbei zentrale Anliegen, wie das Ende der Eisenhower-Einbahn und die Verkehrsentlastung in der Oberfeldstraße. Zudem wurde der Bedarf an zusätzlichen ÖBB-Haltestellen in Wels-West und -Vogelweide sowie die Optimierung der Linienführung im öffentlichen Busverkehr angesprochen.
Die geplanten Maßnahmen könnten durch Programme wie das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) unterstützt werden, welches Fördermöglichkeiten für die kommunale Verkehrswende bietet. Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg fördert Kommunen durch qualifizierte Fachkonzepte und Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz, mit dem Ziel, eine ganzheitliche Verkehrsplanung zu erstellen, die den Fokus auf nachhaltige Mobilität legt. Geförderte Bereiche sind unter anderem Rad- und Fußverkehr, Ladeinfrastruktur und Carsharing.
Der Weg zur nachhaltigen Mobilität
Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte sollen personelle Kapazitäten in den Kommunen aufgebaut werden, um Förderungen von Bund und Land im Bereich nachhaltige Mobilität optimal zu nutzen. In den Bereichen wie autonomes Fahren und Klimamobilitätsplanung haben geförderte Fachkräfte bereits zahlreiche Best-Practice-Beispiele umgesetzt, die als Vorbild für die Stadt Wels dienen könnten.
Insgesamt hat Wels die Chance, sich verkehrspolitisch zukunftsfit aufzustellen und den Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilität aktiv zu begegnen. Die Diskussionen im Gemeinderat und die einstimmige Annahme des Mobilitätskonzepts sind Schritte in die richtige Richtung, doch die tatsächliche Umsetzung wird entscheidend sein. Bleibt zu hoffen, dass die geforderten Maßnahmen bald in die Tat umgesetzt werden und Wels als Vorreiter in der Verkehrswende fungiert. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf nachrichten.at.