Heute ist der 29.04.2026, und in Oberwart gibt es spannende Neuigkeiten im Bereich der Herzmedizin. Die lange Wartezeit von Patientinnen und Patienten in Burgenland für Herzoperationen ist ein drängendes Thema. Prognosen sagen Wartezeiten von 6 bis 9 Monaten für Eingriffe in Graz und Wien voraus. Vor diesem Hintergrund hat Gesundheit Burgenland eine Kooperation mit dem AKH Wien ins Auge gefasst, um die herzchirurgische Versorgung in der Klinik Oberwart zu verbessern. Der Kooperationsentwurf sah den Aufbau einer Fachabteilung für Herzchirurgie in Oberwart vor.
Die burgenländische Landesregierung hat jedoch beschlossen, eine eigene Abteilung zu errichten, nachdem kein tragfähiges Kooperationsmodell erzielt werden konnte. Diese Entscheidung ist nicht nur versorgungspolitisch, sondern auch medizinisch von großer Bedeutung, da Burgenland und Vorarlberg die einzigen Bundesländer ohne eigene Herzchirurgie sind. Die neue Abteilung in Oberwart nimmt nun am 16. März 2026 den operativen Betrieb auf und wird von Operateuren geleitet, die jeweils über 1.000 Herzoperationen eigenverantwortlich durchgeführt haben.
Herzmedizinische Versorgung im Burgenland
Die Klinik Oberwart verfügt bereits über eine etablierte Kardiologie sowie spezialisierte Anästhesie, Kardiotechnik und Intensivmedizin. Ein gemeinsames Heart Team wurde gegründet, um interdisziplinäre Therapieentscheidungen zu treffen. Zudem wird die TAVI-Versorgung (Ersatz einer Herzklappe) mit herzchirurgischer Standby-Kompetenz angeboten. Die Gesellschaft für Herzmedizin im Burgenland vereint Kardiologie, Herzchirurgie und niedergelassene Ärzte, um die medizinische Versorgung weiter zu optimieren.
Die Herausforderungen sind enorm, denn das Burgenland hat eine hohe Sterblichkeit bei Herzerkrankungen, insbesondere im Südburgenland. Transportzeiten nach Wien oder Graz können die Überlebenschancen bei akuten Herzproblemen erheblich beeinträchtigen. Der österreichische Strukturplan Gesundheit sieht vor, dass eine herzchirurgische Abteilung je 800.000 Einwohner vorhanden sein sollte. Aktuell sind die bestehenden acht Abteilungen jedoch überlastet, was die Dringlichkeit dieser neuen Abteilung in Oberwart unterstreicht.
Wartezeiten und Transparenz in der Gesundheitsversorgung
Der Wiener Gesundheitsverbund führt jährlich rund 140.000 Operationen durch, wobei akute Eingriffe sofort oder so schnell wie möglich erfolgen. Bei den planbaren Eingriffen ist jedoch Geduld gefragt, da die Wartezeiten nach medizinischer Dringlichkeit und Anmeldedatum variieren. Um die Transparenz zu erhöhen, wird die Darstellung der Wartezeiten künftig retrospektiv erfolgen, was eine realistischere Abbildung der tatsächlichen Wartezeiten ermöglicht. Informationen zu Wartezeiten für häufige planbare operative Eingriffe werden in einer Tabelle zur Verfügung gestellt (mehr dazu hier).
Die Ärzte appellieren an die Bundesministerin, den Ausbau der herzmedizinischen Einheit in Oberwart aktiv zu unterstützen. Mit der neuen Abteilung wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer verbesserten medizinischen Versorgung für die Bevölkerung im Burgenland getan. Der Weg zur Lösung der Probleme in der Herzchirurgie ist geebnet, und der Fokus liegt nun auf der erfolgreichen Implementierung und den ersten Operationen im neuen Zentrum.