Heute ist der 12.06.2026, und während wir hier in der Inneren Stadt sitzen, wird in Ho-Chi-Minh-Stadt ein bedeutendes Kapitel im Bereich Tourismus aufgeschlagen. Herr Nguyen Minh Tri, Leiter der Abteilung für Inspektion und Rechtsangelegenheiten des Tourismusministeriums, hat auf einer Konferenz das geänderte Tourismusgesetz vorgestellt. Dabei betont er, dass es dringend klarere Regelungen für die Entwicklung von Tourismusmodellen auf Stadtteil- und Gemeindeebene braucht. Das bestehende Gesetz, so kritisiert er, regelt lediglich nationale und provinzialen Tourismusgebiete und lässt die Stadtteile weitgehend im Regen stehen.

Der Stadtparteitag hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, Ho-Chi-Minh-Stadt bis 2030–2045 in ein globales Tourismuszentrum zu verwandeln. Hierbei ist es unerlässlich, dass die 168 Stadtbezirke, Gemeinden und Sonderzonen zu attraktiven und sicheren Reisezielen werden. Das überarbeitete Tourismusgesetz soll hierfür eine praktische Grundlage schaffen, die auch Vorschläge zur Dezentralisierung und Übertragung von Befugnissen an lokale Verwaltungen mit einschließt. Dies könnte bedeuten, dass die Stadtteile mehr Autonomie in der Entwicklung ihrer touristischen Angebote erhalten.

Nachhaltigkeit und digitale Technologien im Fokus

Auf der Konferenz wurden zahlreiche Themen angesprochen, die die Zukunft des Tourismus in Vietnam betreffen. Delegierte aus der Branche, insbesondere von Reiseunternehmen, forderten klare Regelungen zu den Rechten und Pflichten von Touristen und Unternehmen. Frau Huynh Phan Phuong Hoang von Vietravel regte an, die Pflichten der Kunden zu überarbeiten, um Gesetzesverstöße zu vermeiden. Aktuell gibt es Probleme, wenn Touristen sich von Gruppen trennen und illegal im Ausland verweilen, was dann zu Strafen für die Unternehmen führt.

Interessanterweise äußerte auch Herr Le Minh Thai, stellvertretender Direktor der Abteilung für Kultur und Sport, seine Unterstützung für die neuen Regelungen. Khoa Nguyen von MTH Film and Technology Company brachte Bedenken über die Marktmacht großer Filmverleihfirmen vor und forderte Änderungen im Kinogesetz, insbesondere bezüglich der Vorführungszeiten vietnamesischer Filme. Es wird deutlich, dass die Branche nicht nur auf die Herausforderungen reagiert, sondern auch aktiv nach Lösungen sucht, um die Tourismuslandschaft zu verbessern.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Anwendung digitaler Technologien im Tourismus. Die Branche erkennt, dass digitale Lösungen sowohl die Effizienz steigern als auch die touristische Erfahrung bereichern können. Auch die nachhaltige Tourismusentwicklung und der Schutz des Kulturerbes stehen hoch im Kurs. Öffentlich-private Partnerschaften könnten hier eine entscheidende Rolle spielen.

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Internationale Tourismusmesse als Plattform

Ein spannender Rahmen für all diese Diskussionen ist die 17. Internationale Tourismusmesse in Ho-Chi-Minh-Stadt, die gerade in vollem Gange ist. Mit über 400 Ständen von Tourismusförderungsbehörden, Reisefirmen und Fluggesellschaften zieht die Messe nicht nur Fachbesucher, sondern auch über 25.000 interessierte Personen an. 199 B2B-Käufer aus 42 wichtigen Tourismusmärkten, darunter Japan, Südkorea und Deutschland, haben sich angemeldet. Hier werden über 9000 B2B-Handelstreffen zwischen Unternehmen erwartet, was auch neue Impulse für die internationale Zusammenarbeit bringen könnte.

Mijung Hwang von der südkoreanischen Tourismusorganisation Seoul bringt es auf den Punkt: Der vietnamesische Markt ist für Südkorea von großer Bedeutung, und die Visumbefreiung für südkoreanische Touristen, die weniger als 15 Tage in Vietnam bleiben, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig zeigt die Teilnahme von Elena Karmanova von Vodohod Cruise and Travel, dass auch Russland Interesse an vietnamesischen Touristen hat. Direktflüge zwischen Hanoi und Sankt Petersburg sollen den Tourismus weiter ankurbeln. Diese internationalen Verbindungen könnten nicht nur den Reiseverkehr fördern, sondern auch die kulturellen Beziehungen stärken.

Insgesamt spiegelt die Dynamik dieser Konferenz und der Messe das Bestreben wider, den Tourismus in Vietnam nachhaltig zu entwickeln und an die globalen Anforderungen anzupassen. Die Herausforderungen sind vielfältig, doch die Chancen, die sich daraus ergeben, sind nicht weniger bedeutend. Wie sich die Dinge weiterentwickeln werden, bleibt spannend abzuwarten.